- Errichtet im Gedenken an die lokalen Helfer der Flüchtlinge: Hospiz Oswiecim
Bundesgesundheitsminister Bahr und sein polnischer Amtskollege Bartosz Arłukowicz haben am 21. Juni 2012 im Beisein von Regierungsvertretern Japans, Italiens und der Schweiz das "Denkmal Hospiz der Stadt Oświęcim" eröffnet. In der Nähe des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz wurde dieses Hospiz auch mit finanzieller Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums fertig gestellt.
Initiator des Denkmal-Hospizes ist der ehemalige Auschwitz-Häftling August Kowalczyk. Er wurde im Dezember 1940 interniert. Im Juni 1942 gelang ihm mit Hilfe der Einwohner der Stadt die Flucht. Mit dem Hospiz möchte er der Stadt und ihren Einwohnern für diese Hilfe danken. Für ihren Einsatz zur Errichtung dieses Hospizes wurden August Kowalczyk sowie die Vorsitzende der "Stiftung Denkmal Hospiz der Stadt Oświęcim", Frau Dr. Helena Wisła, im Dezember 2011 auf Anregung des Bundesgesundheitsministeriums vom Bundespräsidenten mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Sie handelten immer auch in der Absicht, an diesem Ort der Vernichtung in einer gemeinsamen deutsch-polnischen Anstrengung ein sichtbares Zeichen für die Achtung vor dem Leben zu setzen.
Seit dem 1. Februar werden in diesem Hospiz unheilbar kranke Menschen aus Oświęcim und Umgebung medizinisch und sozial betreut.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Das Hospiz kann nicht die Schatten der Vergangenheit verdrängen, aber es ist eine wichtige Antwort auf die Frage, wie das Miteinander zwischen Ländern auch an sensiblen Orten neu gestaltet werden kann. Darüber freue ich mich sehr. Es freut mich besonders, weil dieses Miteinander jetzt Menschen zugute kommt, die auf Hilfe angewiesen sind.
Nicht dieses Haus allein, sondern die gemeinsamen Anstrengungen, es zu vollenden, haben zu engen persönlichen Kontakten zwischen Polen und Deutschen geführt. So entsteht das, was wir alle wollen, was wir alle wünschen: Freundschaft, die nicht zelebriert werden muss, sondern sich im Alltag bewährt. Erst dann ist eine Nachbarschaft lebendig."
August Kowalczyk verstorben
Wenige Wochen nach der feierlichen Eröffnung des Hospizes verstarb August Kowalczyk am 29. Juli 2012. Der Schauspieler, Regisseur und Autor hat an der Eröffnung noch teilnehmen können. Die letzten Lebenstage verbrachte er in "seinem" Hospiz.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Wenn wir heute ein positives Bild von der Zukunft zwischen Polen und Deutschland haben, und das haben wir zweifellos, dann haben wir das auch Menschen wie August Kowalczyk zu verdanken, die uns nicht nur Mut zur Begegnung machten, sondern uns aufriefen, das zu erneuern, was auch zur Geschichte unserer beiden Staaten gehört: Sympathie, Freundschaft, Vertrauen".
August Kowalczyk wurde am 9. August auf dem Warschauer Powazki Friedhof beigesetzt.
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