Glossarbegriff

Prävention

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Der Begriff der Prävention ist ein Oberbegriff für zeitlich unterschiedliche Interventionen zur gesundheitlichen Vorsorge. Mit der primären Prävention soll die Entstehung von Krankheiten verhindert werden. Die sekundäre Prävention oder Früherkennung will Krankheiten frühzeitig erkennen, damit eine möglichst frühzeitige Therapie eingeleitet werden kann. Mit der tertiären Prävention sollen Krankheitsfolgen gemildert, ein Rückfall bei schon entstandenen Krankheiten vermieden und ihre Verschlimmerung verhindert werden.

Primäre Prävention

Primäre Prävention bedeutet Vorbeugung: Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Alle haben die Chance, diesen Erkrankungen vorzubeugen. Gerade die „Volkskrankheiten“, wie der Diabetes mellitus Typ 2 oder die Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt), aber auch einige psychische Störungen (z.B. Depression), können in vielen Fällen durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise - unterstützt von gesundheitsfördernden Lebensbedingungen - vermieden, verzögert oder günstig beeinflusst werden. Hierzu zählen u.a. eine gesunde Ernährung, sportliche Aktivitäten oder eine gute Stressbewältigung. Darüber hinaus lassen sich durch Impfungen schwerwiegende Infektionskrankheiten verhindern.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat speziell für Frauen zwei Broschüren, die jeweils von der Deutschen Sporthochschule Köln erarbeitet wurden, herausgegeben. Die Broschüre „Leben in Balance - Seelische Gesundheit von Frauen“ bietet Anregungen zur Reflexion der persönlichen Situation sowie des damit verbundenen Verhaltens und gibt Anregungen zu mehr Bewegung und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Belastung und Entspannung, um die seelische Gesundheit von Frauen zu stärken. Auch die Broschüre „Aktiv sein – für mich / Auswirkungen von Bewegung auf die psychische Gesundheit von Frauen“ gibt Anregungen und Tipps für mehr Bewegung in allen Lebensphasen von Frauen.

Auch speziell für Männer gibt es ein Informationen zu Bewegung und Stress. Die Broschüre "Männer in Bewegung! Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf die psychische Gesundheit bei Männern" soll Männern in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenssituationen zu mehr körperlicher Bewegung motivieren und ihnen vor allem Spaß an der Bewegung vermitteln. Die Broschüre können Sie hier kostenlos bestellen oder herunterladen.

Neben dem individuellen Verhalten kann aber auch durch Veränderungen in der Lebenswelt, beispielsweise durch die Schaffung von Bewegungsangeboten im Stadtteil oder durch den Abbau gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen im Betrieb, ein Beitrag geleistet werden, um Krankheitsrisiken zu verringern.
Daher wurde im Jahre 2008 der Nationale Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten ins Leben gerufen, der vom Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" gemeinsam durchgeführt wird. Der Nationale Aktionsplan "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung"  bündelt bereits bestehende vielfältige Initiativen von Bund, Ländern, Kommunen und der Zivilgesellschaft in einer nationalen Strategie und trägt zur Etablierung gesundheitsförderlicher Alltagsstrukturen bei. Ziel ist es, die Kenntnisse über die Zusammenhänge von ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und Gesundheit weiter zu verbessern, zu gesunder Lebensweise zu motivieren und Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Wahrnehmung der Verantwortung jeder Einzelnen und jedes Einzelnen für die eigene Gesundheit und die der Familie fördern.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach Angeboten von Präventionskursen. Die Vorgaben, unter denen Präventionsangebote von den Krankenkassen bezuschusst bzw. übernommen werden, sind im "Leitfaden Prävention – Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien zur Umsetzung der §§ 20 und 20a SGB V" konkretisiert worden. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) ist für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Leitfadens zuständig. Darüber hinaus haben die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen von Bonusprogrammen die Möglichkeit, Sie für gesundheitsbewusstes Verhalten zu belohnen.

Sekundäre Prävention - Krankheitsfrüherkennung

Sie sollten regelmäßig die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotenen Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen sowie von Herz-Kreislauf-, Nierenerkrankungen und der Zuckerkrankheit wahrnehmen. Denn wenn eine Krankheit frühzeitig erkannt wird, sind die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten häufig besser.

Tertiäre Prävention

Auch bei einer schweren Krankheit können Sie noch vieles tun. Die tertiäre Prävention will die Krankheitsfolgen, beispielsweise eines Schlaganfalles, mildern und einen Rückfall, eine Verschlechterung des Zustands oder eine Folgeerkrankung verhindern.

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