Treffen der G7-Gesundheitsminister in Berlin

9. Oktober 2016. Am 8. und 9. Oktober 2015 trafen sich die Gesundheitsminister der sieben führenden Industriestaaten – USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Deutschland – auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin. Die Ergebnisse des G7-Treffens präsentierte Minister Gröhe am 12.10.2015 bei einer High-Level-Konferenz der Europäischen Kommission und der Luxemburgischen Ratspräsidentschaft zur EU-Krisenreaktionsfähigkeit.

Weltweit über 700.000 Todesfälle pro Jahr infolge von Antibiotika-Resistenzen und die verheerende westafrikanischen Ebola-Epidemie des letzten Jahres erfordern ein gemeinsames Vorgehen. Daher gab es beim G7-Gesundheitsministertreffen in Berlin einen intensiven Austausch und konkrete Zusagen. Es wurde eine Erklärung zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen verabschiedet und vereinbart, bei der Bekämpfung globaler Gesundheitskrisen enger zusammenzuarbeiten.

Wir müssen Gesundheit mehr denn je global denken – denn Krankheiten machen nicht an Staatsgrenzen halt. Nur mit gemeinsamen internationalen Anstrengungen werden wir die Menschen auch in Deutschland wirksam vor multiresistenten Keimen und grenzüberschreitenden Epidemien schützen können. Deshalb ist es gut, dass wir im Kreise der G7-Gesundheitsminister jetzt unsere Kräfte bündeln, um im Kampf gegen globale Gesundheitsgefahren voranzugehen. Das ist ein starkes Zeichen für eine globale Gesundheitspolitik.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Gröhe und seine sechs Amtskollegen untermauerten diesen Anspruch mit der "Berliner Erklärung zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen" (Berlin Declaration on Antimicrobial Resistance – Global Union for Antibiotics Research and Development (GUARD)). Demnach soll die Verabreichung von Antibiotika nur zu therapeutischen Zwecken und nach individueller Diagnostik erfolgen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Verschreibungspflicht in der Human- und Veterinärmedizin. Um den Anspruch eines sachgerechten Antibiotika-Einsatzes weltweit durchzusetzen, wollen die G7 andere Länder, mit schwächer aufgestellten Gesundheitswesen, unterstützen. Darüber hinaus soll die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Schnelldiagnostika angekurbelt und ein globales Netzwerk aus Antibiotika-Experten aufgebaut werden. Zudem wird der Austausch über Produktentwicklungspartnerschaften und wirtschaftliche Anreize verstärkt. Ebenso sollen Antibiotika schneller auf den Markt kommen, indem Zulassungsverfahren und -bedingungen harmonisiert werden.

Am zweiten Tag des Treffens stand die Ebola-Epidemie in Westafrika 2014 im Fokus. Damit Länder auf derartige Krisen effektiv und schnell reagieren können, brauchen sie widerstandsfähige Gesundheitswesen. Bei deren Aufbau werden die Internationale Gemeinschaft und die G7 ärmere Staaten unterstützen. Das Bundesgesundheitsministerium wird beim Aufbau starker Gesundheitsstrukturen Hilfestellung leisten. Dazu gehört ein Programm zur Ausbildung von Personal zum Management von Gesundheitskrisen. Zudem wird ein schnell einsetzbares Team aus Epidemiologen und Laborexperten des Robert Koch-Instituts (RKI) und Bernhard-Nocht-Instituts (BNITM) aufgebaut, das schon bei ersten Anzeichen eines Krankheitsausbruchs vor Ort unterstützt. Das Programm wird 2016 mit 4 Millionen Euro starten und ist zunächst für 5 Jahre geplant.

WHO-Reform

Im Beisein von WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan diskutierten die G7-Ministerinnen und -Minister zudem die Rolle der Weltgesundheitsorganisation. Dabei zeigten sie sich einig, dass insbesondere deren Krisenreaktionsfähigkeit zu stärken ist – so etwa durch einen Notfallfonds für globale Gesundheitskrisen und eine globale Einsatztruppe für gesundheitliche Notlagen.

Die Gruppe der Sieben (G7) ist ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrienationen: USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Deutschland. Deutschland hat für das Jahr 2015 den Vorsitz inne. In ihrem Bestreben, konstruktive Lösungen für Schlüsselfragen der Weltpolitik zu entwickeln, messen die Mitglieder dem Gesundheitsbereich große Bedeutung bei. Schließlich ist die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger ein Wert an sich und zugleich starker Motor für sozioökonomische Stabilität und Wachstum. Für Deutschland bildet das Thema Gesundheit einen Schwerpunkt seiner diesjährigen G7-Präsidentschaft und hatte bereits beim Gipfel im bayrischen Elmau eine tragende Rolle gespielt.