Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich des Weltkrebstages 2016: "Gemeinsam Krebs bekämpfen"

2. Februar 2016. 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs. Dank des medizinischen Fortschritts und vielfältiger Präventionsmaßnahmen haben sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebskranken in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dennoch bleibt Krebs nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Auch weltweit steigt die Zahl der Krebserkrankungen. Der Weltkrebstag am 4. Februar unter dem Motto „Wir können. Ich kann.“ soll darauf aufmerksam machen.

Die Bekämpfung von Krebs bleibt eine gesundheitspolitische Herausforderung ersten Ranges. Deshalb ist es gut, dass Bund, Länder, Selbstverwaltung, Wissenschaft, Fach- und Patientenverbände bei der Umsetzung des Nationalen Krebsplans an einem Strang ziehen. Wichtig ist, dass die Krebsfrüherkennung weiterentwickelt wird, und die Forschung und unsere gute Krebsversorgung in Deutschland gemeinsam weiter ausgebaut werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Im Juni 2008 wurde der Nationale Krebsplan vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren ins Leben gerufen. Er hat das Ziel, die im internationalen Vergleich gute onkologische Versorgung in Deutschlang sowie die Krebsfrüherkennung weiterzuentwickeln und die Patientenorientierung zu stärken. Derzeit läuft die Umsetzung der zahlreichen Empfehlungen zu den insgesamt 13 Zielen des Nationalen Krebsplans.

Ein wichtiges Ergebnis des Nationalen Krebsplans ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz. Derzeit werden Programme zur Verbesserung der bisherigen Darmkrebs- und Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss entwickelt. Voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres werden Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen erstmals zu diesen beiden Früherkennungsuntersuchungen eingeladen. Dabei werden Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Risiken und Chancen der Früherkennung informiert. In allen Bundesländern kommt der Ausbau der klinischen Krebsregister gut voran. Die Auswertung der Behandlungsdaten dieser Register werden entscheidend dazu beitragen, die Therapie und Nachsorge von Krebskranken weiter zu verbessern.

Die Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung ist ebenfalls eines der 13 Ziele des Nationalen Krebsplans. Krebserkrankungen, ihre Behandlung und mögliche Behandlungsfolgen belasten die Betroffenen in vielfältiger Weise. Geeignete Maßnahmen der psychosozialen bzw. psychoonkologischen Versorgung können die Bewältigung einer Krebserkrankung unterstützen, psychische Belastungen vermindern und die Lebensqualität verbessern. Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Dezember 2015 eine Bestandsaufnahme der ambulanten und stationären psychoonkologischen Versorgungsangebote ausgeschrieben. Die Ergebnisse sollen Grundlage für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der psychoonkologischen Versorgung sein. Zugleich arbeiten die Beteiligten des Nationalen Krebsplans intensiv an Konzepten, die Arzt-Patienten-Kommunikation zu verbessern.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation werden bis zum Jahr 2025 jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken. 2012 sind weltweit rund 14 Millionen Menschen an Krebs erkrankt. 8,2 Millionen Krebskranke sind an den Folgen gestorben. In Deutschland traten 2012 rund 478.000 Krebsneuerkrankungen auf, 221.000 Menschen starben an Krebs. Fortschritte in den Bereichen Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben in Deutschland seit den 70er Jahren zu gestiegenen Überlebensraten geführt, für einige Krebsarten sind die Überlebenschancen inzwischen sehr gut. Erfreulicherweise haben sich auch die Überlebenschancen krebskranker Kinder erheblich verbessert.

Der Weltkrebstag ist eine Initiative der Union Internationale Contre le Cancer (UICC) und findet seit 2006 jährlich am 4. Februar statt. Ziel ist es, an diesem Tag die Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung und Erforschung von Krebserkrankungen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.