Meldungen 2016

Informationen zum Zika-Virus

12. Mai 2016

Eine Infektion mit dem Zika-Virus (ZIKV) nimmt normalerweise einen milden Verlauf. Allerdings teilt das Robert Koch-Institut die Einschätzung der US-Behörde CDC, dass es einen Zusammenhang mit Gehirnfehlbildungen bei Neugeborenen gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Februar eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von einer vermeidbaren Reise in die Risikogebiete ab. Seit dem 1. Mai 2016 gilt in Deutschland eine eine Meldepflicht für Arboviren, zu denen auch das Zika-Virus gehört.

Foto: Nahaufnahme der Ägyptischen Tigermücke

Das Virus wird hauptsächlich durch die Gelbfiebermücke übertragen. Aber auch eine sexuelle Übertragung ist möglich. Normalerweise nimmt die Infektion einen milden Verlauf.

Quelle: James Gathany – PHIL, CDC

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte: "Mit der Meldepflicht für Arboviren sorgen wir außerdem dafür, dass etwa eine Zika-Infektion bei Reiserückkehrern in Deutschland besser überwacht werden kann. Damit gewinnen die Gesundheitsämter vor Ort wertvolle Zeit zum schnellen Handeln."

Die IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung ist zum 1. Mai 2016 in Kraft getreten. Zudem verstärkt die Bundesregierung die Forschung zu Krankheiten, die von Tier zu Mensch übertragen werden. Eine entsprechende Forschungsvereinbarung zu den so genannten Zoonosen wurde jetzt erneuert.

Situation in Deutschland

Vor der Einführung der Meldepflicht waren genaue Zahlen noch nicht bekannt. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) hat hierzulande bislang einzelne Fälle bei Reiserückkehrern sowie einen Fall der sexuellen Übertragung diagnostiziert. Durch die Einführung der Meldepflicht und der genaueren Untersuchung von Reiserückkehrern ist mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen. Die Meldepflicht wird dazu beitragen, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland besser überwacht werden kann.

Das Robert Koch-Institut hält in seinen "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen" über die Situation in Deutschland auf dem Laufenden. 

Infektion mit dem Zika-Virus verläuft in der Regel symptomlos

In subtropischen und tropischen Ländern breiteten sich Infektionen mit dem Zika-Virus (ZIKV) zuletzt stark aus. Waren Ausbrüche zwischen 2007 und 2013 eher auf den pazifischen Raum beschränkt, sind mittlerweile immer mehr Länder Süd- und Mittelamerikas betroffen. Das Zika-Virus wird hauptsächlich durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und möglicherweise ebenfalls durch die asiatische Tigermücke übertragen. Ob asiatische Tigermücken, die hier in Europa – vereinzelt auch in Deutschland – vorkommen, das Virus verbreiten können, ist noch nicht geklärt. Einzelfälle einer sexuellen Übertragung oder einer Infektion von Mutter zu Kind wurden beschrieben. Eine Impfung oder eine spezifische Therapie gibt es derzeit noch nicht.

Allgemein nimmt die Zika-Infektion einen eher milden Verlauf. Nur ein Viertel der Betroffenen entwickelt überhaupt Symptome (z. B. erhöhte Körpertemperatur, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung. In der Regel heilt die Infektion folgenlos ab. Schwere Verläufe wurden vereinzelt bei Personen mit gravierenden Grunderkrankungen beobachtet. Als mögliche Komplikation wurde das Guillain-Barré-Syndrom beschrieben. Die Nervenkrankheit kann bei verschiedenen Infektionen als sehr seltene Folge auftreten. Generell gilt: Schwere Verläufe beim ZIKV sind selten.

Hinweise für Schwangere und Reiserückkehrer

Das Robert Koch-Institut teilt die Einschätzung der US-amerikanischen Behörde CDC (Centers for Disease Control), dass der Zusammenhang zwischen einer ZIKV-Infektion in der Schwangerschaft und Fehlbildungen bei Ungeborenen nunmehr als gesichert angenommen werden kann. Fraglich bleibt aber, wie groß das individuelle Risiko ist. Mehr Informationen zu den Gefahren für Ungeborene, den bekannten Risikogruppen, den Symptomen, den Folgen oder auch zu den Übertragungswegen finden Sie auf der Seite "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen" des Robert Koch-Instituts.

Das Auswärtige Amt rät Schwangeren und Frauen, die planen, schwanger zu werden, daher von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab. Darüber hinaus wird Schwangeren und Frauen die schwanger werden könnten aus Vorsorgegründen geraten, bei Sexualkontakten mit männlichen Reiserückkehrern aus Ausbruchsgebieten für die Dauer von sechs Monaten Kondome zu gebrauchen. In Abhängigkeit ihres persönlichen Risikoprofils bei Reisen in Ausbruchsgebiete sollten männliche Reiserückkehrer erwägen, zum Schutz von Sexualpartnern für dieselbe Dauer geschützten Geschlechtsverkehr zu praktizieren. Auf seiner Internetseite bietet das Robert Koch-Institut eine Einschätzung der Situation. Auch das Auswärtige Amt stellt ein Merkblatt zur Zika-Virus-Infektion (PDF, 250 KB) bereit.

WHO erklärt gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am 1. Februar 2016 eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Beim Folgetreffen am 8. März 2016 hat das WHO Notfall Komitees seine Bewertung bestätigt. Der WHO kommt bei der Bekämpfung der Infektionswelle eine koordinierende Rolle zu, indem sie zeitlich befristete Empfehlungen zu Maßnahmen aussprechen kann und mit Partnerländern Krisenreaktionspläne erstellt. Eine solche
"koordinierte internationale Reaktion" ist vonnöten, wenn eine "ernste, ungewöhnliche oder unerwartete Situation" eintritt, die Auswirkungen auf andere Staaten haben kann und ein umgehendes internationales Handeln erfordert.  Sie können die Empfehlungen des WHO-Notfallkomittees hier nachlesen.

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