Förderung der Kindergesundheit

Die Gesundheit der heranwachsenden Generationen zu fördern, ist eines der wichtigen Ziele der Gesundheitspolitik. Gerade Kinder legen in kurzer Zeit große Entwicklungsschritte zurück.  Zugleich werden in der Kindheit wesentliche Grundlagen für die Gesundheit in späteren Jahren gelegt. Daher ist es das Ziel des Bundesgesundheitsministeriums, ein gesundes Aufwachsen der Kinder zu fördern und Krankheiten durch die medizinische Versorgung möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Kinder mit schweren, chronischen oder seltenen Erkrankungen sollen eine möglichst gute medizinische Versorgung erhalten, die auch ein gutes Alltagsleben ermöglicht.

Wie gesund sind unsere Kinder?

Die Kinder und Jugendlichen heute sind überwiegend gesund. Dies haben Elternbefragungen und Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen ergeben. In der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) stufen 94 % der Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut ein. Wenn Kinder erkranken, dann sind es  - neben alltäglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie Erkältungen  - häufiger chronische Erkrankungen, wie Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma. So hat fast jedes zehnte Kind Heuschnupfen. Auch psychische Auffälligkeiten und lebensstil­­bedingte Gesundheitsrisiken, wie Übergewicht, sind von Bedeutung. Dabei haben Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten oder bildungsfernen Familien häufig höhere Gesundheitsrisiken. Positiv ist, dass dreiviertel der Heranwachsenden regelmäßig Sport treiben. Angebote zur Früherkennung, die U-Untersuchungen, werden von mehr als 90 % der Familien wahrgenommen, im ersten Lebensjahr nehmen nahezu alle Kinder an den U's teil.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Initiativen und Projekte im Bereich Kindergesundheit

Die Ergebnisse der Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit sind Ausgangspunkte für Initiativen des Bundesgesundheitsministeriums zur Förderung der Kindergesundheit und zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Sie sind beispielsweise eine wichtige Grundlage bei der neuen Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen zum Kinderuntersuchungsprogramm (Präventionsgesetz) gewesen.

Die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, ist auch ein zentrales Anliegen medizinischer und gesundheitswissenschaftlicher Forschung der Bundesregierung. Auch das Bundesgesundheitsministerium fördert in einem besonderen Förderschwerpunkt Projekte mit dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung und die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es weitere spezielle Förderschwerpunkte beispielsweise zur Verbesserung der Suchtprävention.

Aktuell werden im Schwerpunkt „Förderung der Kindergesundheit“ insbesondere Projekte zu folgenden Themen gefördert:

Beispiele für geförderte Projekte

Durchführende Organisation
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ), Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin

Laufzeit
1. Oktober 2015 – 31. Mai 2016

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Im Rahmen einer versorgungsepidemiologischen Analyse der pädiatrischen Versorgung in Deutschland wird untersucht, in welchen Regionen zukünftig Probleme bei der Sicherstellung insbesondere der ambulanten kinder- und jugendärztlichen Versorgung zu erwarten sind, welcher Art diese Probleme sind, welche Rolle andere Arztgruppen, andere Gesundheitsberufe oder Krankenhäuser bei der Sicherstellung der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung spielen können und wie eine bedarfsgerechte Planung der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung aussehen kann. Die Erkenntnisse werden insbesondere über eine Analyse der Daten der statistischen Ämter der Länder und des Bundes und eine Analyse der Morbiditätsdaten, über Literaturanalysen und mittels semistatistischer Interviews gewonnen.

Durchführende Organisation
Kinderhospital Osnabrück, Iburger Str. 187, 49082 Osnabrück

Laufzeit
1. März 2013 – 31. März 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Für chronisch kranke Jugendliche ist der Übergang in das Erwachsenenalter mit besonderen Herausforderungen verbunden. Neben den normalen Entwicklungsaufgaben dieser Altersgruppe und Lebensumbrüchen in dieser Phase müssen sie zunehmend auch die Verantwortung für ihr Krankheitsmanagement  übernehmen. Bei vielen Erkrankungen steht dabei ein Wechsel in die Erwachsenenmedizin an, die sogenannte "Transition". In dieser Phase besteht die Gefahr, dass die Therapie und das Krankheitsmanagement vernachlässigt werden, so dass es zu gesundheitlichen Komplikationen kommen kann. Patientenschulungen können dazu beitragen, Jugendliche und junge Erwachsene wie auch deren Eltern bei diesem Übergang zu unterstützen, indem sie Wissen über die Veränderungen bei den medizinischen Ansprechpartnern, beim Umgang mit der Krankheit und zu Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit vermitteln.

Ziel des Projektes ist es, ein spezielles krankheitsübergreifendes Schulungsprogramm zu entwickeln und zu erproben, das chronisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Übergang in die Erwachsenenmedizin hilft. Das Projekt entwickelt hierzu das modulare Schulungsprogramm ModuS weiter, das sich an Kinder und Jugendliche auch mit weniger häufigen chronischen Erkrankungen richtet. Es besteht aus krankheitsübergreifenden Bausteinen, die bei allen Krankheiten gleichermaßen verwendet werden können, und aus krankheitsspezifischen Bausteinen zu Krankheitsverständnis, Therapie und Notfallmanagement.

Bei den speziellen Patientenschulungen "Erwachsen werden mit ModuS. Fit für den Wechsel" soll durch Wissensvermittlung, Stärkung der Selbstwirksamkeit und gesundheitsfördernder Kompetenzen unter Berücksichtigung kognitiver, emotionaler und verhaltenskompetenter Fähigkeiten erreicht werden. Die Jugendlichen werden insbesondere über ein interaktives Internetportal angesprochen. Durch Integration in bestehende Schulungsprogramme soll ein Problembewusstsein für die Transition geschaffen werden und es sollen Kenntnisse vermittelt werden, wie mit dem Übergang umgegangen werden kann. Zudem sollen Strukturen zur Umsetzung des Transitionsmoduls geschaffen werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite vom Kompetenznetz Patientenschulung (KomPaS)

Durchführende Organisation
Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Deutsches Kinderschmerzzentrum, Dr.-Friedrich-Steiner Str. 5, 45711 Datteln

Laufzeit
1. September 2015 – 31. August 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
In diesem Projekt soll untersucht werden, wie die Versorgung funktioneller Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Jugendpraxen erfolgt und welche Erfolge dabei erzielt werden. Zudem sollen durch die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den Patienten­eigenschaften, dem Behandlungsverlauf und dem Entwicklungsverlauf der Schmerzen Risiko­faktoren für eine anhaltende Chronifizierung identifiziert werden. Dadurch soll es letztlich auch ermöglicht werden, dass Risikopatienten frühzeitiger identifiziert und bei Bedarf einer spezialisierten Therapie zugeführt werden können. Das Projekt kann durch den Erkenntnisgewinn letztlich zu einer besseren Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit funktionellen Schmerzen in der Kinder- und Jugendarztpraxis beitragen.

Durchführende Organisation
Aktion Psychisch Kranke e.V., Oppelner Straße 130, 53119 Bonn

Laufzeit
1.November 2014 – 28. Februar 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Die Häufigkeiten der Inanspruchnahme psychiatrischer Leistungen von Familien mit psychisch auffälligen Kindern sind gestiegen. Die besonderen Problemlagen der Betroffenen erfordern gut funktionierende Schnittstellen, nicht nur mit Hausärzten und Kinder- und Jugendärzten sondern auch außerhalb des Gesundheitswesens mit den Bereichen Erziehung, Schule und der Jugendhilfe. Vor diesem Hintergrund soll eine Bestandsaufnahme zur Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen den Stand der Versorgung in Deutschland transparenter machen. Die quantitative Versorgungssituation sowie Aspekte der Verzahnung der Leistungen, der Zugänglichkeit, der Zielgruppenerreichung, der Behandlungsergebnisse sowie weiterer qualitativer Aspekte sollen geklärt werden. Dabei sollen primär die ambulante und stationäre psychiatrisch-psychotherapeu­tische Behandlung und Rehabilitation sowie in abgestufter Form sonstige Leistungen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche nach SGB V und nach anderen Sozialgesetzbüchern beschrieben werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Organisation "Aktion Psychisch Kranke e.V."

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Köln, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Robert-Koch-Str. 10, 50931 Köln

Laufzeit
1. Dezember 2014 – 31. Dezember 2015

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Bei einer Statuskonferenz ADHS im Dezember 2014 haben sich 60 Sachverständige über den aktuellen Kenntnisstand zur medizinischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksam­keitsdefizit- und Hyperaktivitäts­störungen ausgetauscht. Dabei wurde eine aktuelle Übersicht über den Stand der Versorgung gegeben und diese vor dem Hintergrund der aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Betroffenen bewertet. Als Ergebnis hat das "zentrale adhs-netz" zusammen mit Fachverbänden und Organisationen eines interdisziplinären Beirates neue Eckpunkte zur Versorgung von Menschen mit Aufmerksam­keitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) [PDF, 342 KB] entwickelt. Diese fassen das wissenschaftlich weitgehend gesicherte Wissen zu den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten von ADHS zusammen.

Weitere Informationen zu ADHS finden Sie auf dem Infoportal ADHS und hier.

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg

Laufzeit
1. November 2015 – 31. Januar 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Für die Behandlung und Unterstützung von psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt erfahren haben, stehen eine Reihe von Therapien zur Verfügung. Der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch hat in seinem Abschlussbericht einvernehmlich festgestellt, dass die Gesetzeslage nach dem SGB V in Verbindung mit der Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses als untergesetzlicher Norm es grundsätzlich ermöglicht, dass Betroffene angemessene psychotherapeutische und andere Leistungen zur Krankenbehandlung erhalten. In der Praxis werde aber von vielen Betroffenen ein darüber hinaus gehender zusätzlicher Bedarf an Therapieangeboten gesehen. Der Runde Tisch hat sich in seinem Abschlussbericht daher dafür ausgesprochen, eine Erweiterung der Therapieangebote um verfahrensübergreifende Trauma spezifische und nonverbale Methoden zu prüfen. Vor diesem Hintergrund soll in einem wissenschaftlichen Gutachten ein Überblick über das Angebot an Therapieangeboten für psychisch traumatisierte, von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche in Deutschland erstellt werden. Dabei soll dargestellt werden, welche Therapie- und Beratungsangebote für psychisch traumatisierte, von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche existieren, in welchem Umfang die Kosten für die Therapieangebote von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden, welche Therapieangebote durch andere Kostenträger übernommen werden und inwieweit wissenschaftliche Belege für die Effekte der nicht GKV-finanzierten Therapieansätze vorliegen.

Durchführende Organisation
Klinik und Poliklinik für Allgemeine Pädiatrie und Poliklinik am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn, Adenauerallee 119, 53113 Bonn

Laufzeit
1. Dezember 2014 - 31. Dezember 2017

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Ziel des Vorhabens ist die Konsentierung und Erstellung einer AWMF S3 Leitlinie „Kindesmisshandlung, -missbrauch, -vernachlässigung“ unter Einbeziehung der Schnittstelle zur Jugendhilfe. Die neue AWMF-Leitlinie Kindesmisshandlung soll Ärztinnen und Ärzten einen aktuellen Handlungsleitfaden auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse geben und damit ärztliche Entscheidungen zur Diagnostik, zur Therapie sowie zur Einleitung weitergehender Maßnahmen einschließlich der Kooperation mit anderen Berufsgruppen unterstützen. Aufgrund der Komplexität der meisten Fälle ist zudem oftmals eine multiprofessionelle Kooperation notwendig. Daher soll die Leitlinie auch die Schnittstelle zu Kooperationen mit anderen Berufsgruppen insbesondere aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe einschließen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kinderschutzleitlinie.

Durchführende Organisation
Universitätsklinikum Ulm Klinik für Kinder- und Jugendpsyhiatrie, Steinhövelstraße 5, 89075 Ulm

Laufzeit
1. Juni 2015 – 30. Juni 2018

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines E-Learning-Programms "Grundkurs Kinderschutz in der Medizin". Ärztinnen und Ärzten, Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und –therapeuten, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie Gesundheits- und Krankenpflegern, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und –pfleger, Physiotherapeuten und anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe soll einen Überblick über die aktuelle Rechtslage, die Gesetzesänderungen, die Epidemiologie und Diagnostik von Misshandlungsformen gegeben werden. Der Grundkurs zielt auf eine nachhaltige und qualitativ hochwertige an der Alltagspraxis orientierte Weiterbildung medizinischer Fachkräfte in Fragen des Kinderschutzes. Diese sollen in die Lage versetzt werden, Anzeichen von sexuellem Missbrauch zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Mit diesem Projekt soll ein zuvor bereits - mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - entwickeltes Programm für Ärzte, psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten für weitere Gesundheitsberufe zugänglich gemacht werden. Das vorangegangene Projekt hat gezeigt, dass sich die Möglichkeit einer Fortbildung durch E-Learning in der Praxis für den Bereich der medizinisch-psychotherapeutischen und pädagogischen Weiterbildung bewährt hat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zum E-Learning Kinderschutz

Durchführende Organisation
Robert Koch-Institut, Postfach 65 02 61, 13302 Berlin

Laufzeit
1. Januar 2015 – 31. Dezember 2018

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Mit dem Zusatzmodul sollen Entwicklungsverläufe im Zusammenhang mit den drei chronischen Gesundheitsstörungen ADHS, Adipositas und allergische Erkrankungen (Asthma bronchiale) untersucht werden. Diese drei chronischen Gesundheitsstörungen sind von besonderer Bedeutung, da sie im Kindes- und Jugendalter stark verbreitet sind, nachhaltige Auswirkungen auf die spätere Lebensqualität haben können und zu erheblichen Kosten für das Gesundheitswesen führen. Ziel der Zusatzerhebung und –auswertung zur KiGGS Welle 2 ist es,

  • Krankheitsverläufe detailliert zu beschreiben,
  • Analysen zu den Einflüssen familiärer Faktoren (z.B. des sozioökonomischem Status, des Migrationshintergrundes, des Familienklimas, der Alltagsbelastung, der Familienform, traumatischen Kindheitserfahrungen, Erkrankungen der Eltern wie psychische Beeinträchtigung oder Adipositas) auf den Krankheitsverlauf durchzuführen,
  • Analysen zu den Einflüssen versorgungsspezifischer Einflussfaktoren (z.B. Inanspruch­nahme von Gesundheitsleistungen, leitliniengerechte Therapie, Versorgung im Übergang von der Pädiatrie zur Erwachsenenmedizin) auf den Krankheitsverlauf durchzuführen und
  • die Auswirkungen der drei Gesundheitsstörungen auf die kurz-, mittel- und langfristige gesundheitliche und psychosoziale Entwicklung zu beschreiben.

Bei den Erhebungen und Analysen werden geschlechtsspezifische Aspekte durchgängig berücksichtigt. So soll das Projekt beispielsweise auch untersuchen, ob und wie die Krankheitsverläufe beim Übergang ins junge Erwachsenenalter zwischen jungen Frauen und Männern variieren und ob sich Zusammenhänge mit familiären Faktoren und mit Faktoren der Gesundheitsversorgung feststellen lassen. Das Vorhaben soll einen wichtigen Beitrag zu einer geschlechter- und migrationssensiblen Gesundheitsforschung und –berichterstattung liefern.

Weitere Informationen zur KiGGS-Studie finden Sie auf der Seite des RKI.

Durchführende Organisation
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn

Laufzeit
1. April 2015 – 31. Dezember 2015

Kurzbeschreibung der Maßnahme
Bei der Konferenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 5. Juni 2015 haben 150 Fachleute über Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsituation von Kindern und Jugendlichen beraten. Die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist seit langem das besondere Anliegen nationaler und internationaler Gesetzes­initiativen, denn bei Kindern und Jugendlichen werden häufig Arzneimittel eingesetzt, die nur an Erwachsenen geprüft worden sind. Nach der EU-Kinderarzneimittelverordnung (1902/2006 EG) muss seit 2008 für jedes neu zuzulassende Arzneimittel bei Einrichtung der Zulassungsunterlagen auch ein pädiatrisches Prüfkonzept für die Prüfung der möglichen Eignung zur Anwendung bei Kindern vorgelegt werden. Nach der Kinderarzneimittelverordnung erhält der pharmazeutische Unternehmer Anreize und Bonusse in Form von verlängerten oder neuen Schutzfristen.

Ein wesentlich größerer Markt für Kinderarzneimittel kann sich durch die Arzneimittel ergeben, die nicht mehr patentrechtlich geschützte Wirkstoffe enthalten, denn diese stellen die Mehrzahl der auf dem Markt befindlichen Arzneimittel dar. Hier besteht durch die EU-Verordnung die Möglichkeit, eine Genehmigung speziell für die pädiatrische Verwendung (Paediatric use marketing authorisation - "PUMA") zu erlangen. Diese besondere zusätzliche Genehmigung kann für jedes Arzneimittel erteilt werden, welches bereits für Erwachsene zugelassen ist und für das eine weitere Zulassung ausschließlich für Kinder beantragt wird. Hierfür erhalten Pharmaunternehmen einen Vermarktungsschutz von zehn Jahren. Diese Anreizwirkung hat sich in der Praxis jedoch nicht als wirksam erwiesen. Das Instrument der "PUMA"‐Zulassungen wird in der Praxis kaum genutzt.

Ziel der Konferenz im BfArM war es, gemeinsam mit den beteiligten Partnern zu erörtern, welche Gründe und Hemmschwellen für die zurückhaltende Nutzung der PUMA-Zulassungen bestehen und wie diese abgebaut werden können, um die Zulassungs­möglich­keiten für Kinderarzneimittel zu stärken. Vortragende aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin, der Zulassungsbehörden, des Gemeinsamen Bundesausschusses, der pharmazeutischen Industrie und der Bundesministerien präsentierten mögliche Probleme und Lösungsmöglichkeiten aus ihrer Sicht, mit dem Ziel, das Instrument der PUMA-Zulassungen attraktiver nutzbar zu machen.

Gemeinsame Pressemitteilung des BMG und BfArM zum Kinderarzneimittel-Symposium [08.06.2015 - PDF, 109 KB]

Neben der Förderung von großen Forschungsprojekten, Konferenzen oder Tagungen fördert das Bundesministerium für Gesundheit auch immer wieder kleinere Projekte und Maßnahmen mit dem Ziel, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Verein Irrsinnig Menschlich e.V., Leipzig

Der Verein Irrsinnig Menschlich e.V. möchte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bundesweit Raum und Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit entwickeln. In Schule, Ausbildung und Studium sollen Jugendliche und junge Erwachsene über das Thema seelische Gesundheit informiert werden. Ziel ist es, Offenheit für das Thema zu schaffen, um verbundene Ängste, Vorurteile und Stigmata zu verringern sowie Wissen, Zuversicht und Perspektiven für Lösungswege in seelischen Krisen zu vermitteln. Mit seiner Aufklärungs-Kampagne"Verrückt? Na und!" wird das Thema seelische Gesundheit in Schule und Ausbildung gebracht. Einfache und wirksame Wege, wie Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gemeinsam seelische Gesundheit stärken und Krisen meistern können, werden aufgezeigt, um langfristig den Schul- und Berufserfolg zu fördern.

Verein Freunde fürs Leben e.V., Berlin

Der Verein Freunde fürs Leben e.V. möchte Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Suizid und seelische Gesundheit aufklären. Mit kreativen und an die Zielgruppe der Jugendlichen angepassten Projekten und Kampagnen wollen Freunde fürs Leben mehr Akzeptanz für die Tabuthemen Depression und Suizid insbesondere bei jungen Menschen erzeugen. Dieses Ziel soll mit einer zielgruppengerechten Ansprache insbesondere über das Internet erreicht werden.

BMG-Forum am 22. Februar 2017 in Berlin

Am 22. Februar 2017 findet in Berlin das BMG-Forum "Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen" unter Beteiligung des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe statt.

Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über bisherige Strategien und Ansätze der Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche darzustellen, die maßgeblichen Akteurinnen und Akteure auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zu vernetzen und mit ihnen gemeinsam die Chancen und Potentiale von Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche in den Lebenswelten vor dem Hintergrund des in Kraft getretenen Präventionsgesetzes zu diskutieren. Das themen- und lebensweltübergreifende Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention für die gesamte Lebensspanne des Aufwachsens steht dabei im Vordergrund.

Weitere Informationen zum Forum finden Sie auf der Internetseite der BZgA.