DART

DART - Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie

Mit der Entdeckung des Penicillins meinten wir lange Zeit, eine Wunderwaffe gegen Infektionskrankheiten zu haben. Zwischenzeitlich aber zeigen die Keime zunehmend ihre Widerstandskraft. Krankheitserreger, die gegen bestimmte Arzneimittelwirkstoffe resistent sind, treten auf und breiten sich aus.  Dazu trägt der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika bei. Die moderne Medizin droht, wertvolle Errungenschaften im Arzneimittelsektor wieder zu verlieren. Dabei lässt sich die Selektion und Weiterverbreitung von resistenten Krankheitserregern insbesondere durch eine sachgerechtere Verordnung von Antibiotika minimieren.

Ein erhebliches Problem stellen für uns auch die sogenannten nosokomialen oder auch behandlungs-assoziierten Infektionen dar. Infektionen also, die sich die Patientinnen und Patienten im Rahmen einer medizinischen Behandlung zuziehen können. Jedes Jahr sind in Deutschland ca. 400. 000 bis 600. 000 Menschen von einer nosokomialen Infektion betroffen und schätzungsweise 7.500 bis 15.000 Patienten sterben daran.  20- 30 % dieser nosokomialen Infektionen und Todesfälle wären durch eine bessere Einhaltung von bekannten Hygieneregeln vermeidbar.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie zahlreichen Verbänden und Organisationen die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie  erarbeitet, die sowohl der Antibiotika-Resistenzbekämpfung bei Menschen als auch bei Tieren Rechnung trägt.

Zentrales Ziel der DART ist die Reduzierung und Verminderung der Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen und nosokomialer Infektionen.

Im humanmedizinischen Teil wurden zehn Ziele formuliert, die durch eine Vielzahl von Maßnahmen bis 2013 umgesetzt werden sollen. Diese konzentrieren sich auf vier Bereiche:

  • Surveillance-Systeme zur Antibiotika-Resistenz und zum Antibiotika-Verbrauch ausbauen
    Surveillance-Systeme zur Erfassung und Bewertung von Daten zur Antibiotika-Resistenz und zum Antibiotika-Verbrauch sollen gestärkt werden. Die analysierten Daten sollen durch ein geeignetes Feedback an Antibiotika-verordnende Ärztinnen und Ärzte zurück geleitet werden. Der Ausbau eines Frühwarn- und Reaktionssystems soll das frühzeitige Erkennen von Erregern mit neuen Resistenzen beziehungsweise Resistenzmustern, von regionalen beziehungsweise lokalen Häufungen oder eines erhöhten Aufkommens an bestimmten resistenten Infektionserregern gewährleisten. In Abhängigkeit von der Problematik können dann gezielte Maßnahmen zur Eindämmung einer Weiterverbreitung eingeleitet werden.

  • Verhütungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zur Reduzierung von Antibiotika-Resistenzen stärken
    Um den rationalen Umgang mit Antibiotika zu stärken soll eine Kommission „Antiinfektiva, Resistenz und Therapie (ART)“ am Robert Koch-Institut eingerichtet werden, die unter anderem die Sichtung und Initiierung der Erstellung von Empfehlungen zur Antibiotika-Therapie zur Aufgabe hat. Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Diagnostik und der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten, von Apothekerinnen und Apothekern, dem Pflegepersonal und Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern in diesem Bereich angestoßen werden.

  • Zusammenarbeit und Kooperation fördern
    Damit Verhütungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zur Reduzierung von antibiotika-resistenten Infektionserregern auch langfristig erfolgreich sind, müssen die regionalen und nationalen Akteure in diesem Bereich zusammenarbeiten. In Anlehnung an bereits erfolgreich etablierte Verhütungs- und Kontrollstrategien sollen regionale Netzwerke zur Verhütung und Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen weiterentwickelt werden und die Zusammenarbeit von regionalen Akteuren in diesem Bereich gestärkt werden.

  • Forschung und Evaluierung
    Ein unsachgemäßer Einsatz von Antibiotika kann durch viele Faktoren verursacht werden. Welche Faktoren für Deutschland entscheidend sind und welche Hilfsmittel oder unterstützenden Maßnahmen sich Ärztinnen und Ärzte zur Förderung der rationalen Antibiotika-Therapie wünschen, soll in Studien näher erforscht werden. Darüber hinaus sollen Defizite in der Forschung im Bereich der Antibiotika-Resistenz ermittelt und behoben werden.

Ein Zwischenbericht zum Umsetzungsstand der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie wurde anläßlich des Weltgesundheitstages veröffentlicht.

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