Gastbeitrag im +3 Magazin in der Süddeutschen Zeitung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu Chancen der Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung

Die Möglichkeiten der Digitalisierung scheinen gerade im Gesundheitsbereich unbegrenzt. Kontaktlinsen messen den Blutzuckerspiegel und Handykameras sollen Hautkrebs aufspüren. Superrechner werden mit Genom-Daten gefüttert, vergleichen sie in kürzester Zeit mit Studienergebnissen und unterstützen Ärzte so z.B. bei der Wahl der passenden Krebstherapie. Daten wecken aber immer auch Begehrlichkeiten. Wichtig ist deshalb, dass die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung genutzt werden und gleichzeitig die höchsten Sicherheitsstandards zum Schutz höchstpersönlicher er Gesundheitsdaten eingehalten werden.

Mit dem E-Health Gesetz, das Ende 2015 in Kraft getreten ist, schaffen wir eine solche sichere Datenautobahn für den Austausch medizinischer Daten. Datenschutz und Datensicherheit werden ganz groß geschrieben. Die Patienten entscheiden, was auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte gespeichert wird und wer zugreifen darf. Und wir sorgen dafür dass der Patientennutzen endlich im Vordergrund steht: erstens, weil durch gespeicherte Notfalldaten und durch einen Medikationsplan Leben gerettet werden können; zweitens weil die Selbstbestimmung der Patienten durch die elektronische Patientenakte und das elektronische Patientenfach gestärkt werden; und drittens, weil wir die Telemedizin dort fördern, wo sie dem Patienten auch wirklich nutzt, z.B. mit einer Video-Sprechstunde. Es geht nicht darum, was technisch machbar ist. Es geht vielmehr darum, dass wir die technischen Möglichkeiten so einsetzen, dass der medizinische Fortschritt den Patientinnen und Patienten und zugutekommt.