Ostseeanrainerstaaten wollen Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen verstärken

Berlin,  20. November 2015

Heute findet die 11. Jahreskonferenz der Gesundheitspartnerschaft der Nördlichen Dimension – Northern Dimension Partnership in Public Health and Social Well-being (NDPHS) – in Berlin statt. Mehr als 60 Vertreter, u.a. aus Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Russland, nehmen an dem Treffen teil.

Deutschland, das seit November 2013 für die Dauer von 2 Jahren erstmals den Vorsitz in der sog. Ostseegesundheitspartnerschaft innehatte, übergibt diesen im Rahmen der Konferenz nunmehr an Estland.

Dazu erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz: "Durch Kooperationen können wir gemeinsam viel erreichen: Eine verbesserte medizinische Versorgung und damit eine bessere Gesundheit der Menschen in den Ostseeanrainerstaaten. Während des deutschen Vorsitzes haben wir unter anderem eine neue strategische Ausrichtung der Gesundheitspartnerschaft für die Zeit bis 2020 sowie den dazugehörigen Aktionsplan auf den Weg gebracht. Schwerpunktbereiche sind u.a. HIV/AIDS/Tuberkulose, Antibiotika-Resistenzen und nicht-übertragbare Krankheiten. Deutschland wird sich weiter an den Arbeitsgruppen zu HIV/AIDS und Antibiotika-Resistenzen beteiligen und die Leitung der Arbeitsgruppe 'Gesundheit in Gefängnissen' übernehmen."

Bei der Jahreskonferenz wurde auch eine Erklärung zu Antibiotika-Resistenzen für die Region der Nördlichen Dimension verabschiedet. Hierzu erklärt Annette Widmann-Mauz: "Die Erklärung zu Antibiotika-Resistenzen betont noch einmal die globale Herausforderung durch Antibiotika-Resistenzen an Staat und Gesellschaft, das Fehlen von vergleichbaren Daten und die Notwendigkeit von sektorübergreifender Zusammenarbeit. Dieser Herausforderung wollen wir in der Region mit verbessertem Datenaustausch sowie mehr Koordination und Kooperation begegnen. Außerdem soll der „one health Ansatz“, d.h. die Gesundheit von Menschen und Tieren gemeinsam zu denken, gestärkt und Maßnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit unterstützt werden. Wir wollen unsere Erfahrungen bei der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen weitergeben und andere Länder bei der Entwicklung nationaler Aktionspläne gegen AntibiotikaResistenzen unterstützen."

Bereits am Vortag hat im Robert Koch-Institut eine Fachkonferenz zum Thema Antibiotika-Resistenzen stattgefunden, bei der insbesondere regionale Aspekte diskutiert wurden. Dieses Treffen findet innerhalb der ersten World Antibiotic Awareness Week statt, die vom 16. bis zum 22.11.2015 dauert. Sie steht unter dem Motto "Antibiotics – handle with care". Die erste weltweite Antibiotikawoche wurde von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen, um auf das weltweit drängende Problem der Antibiotika-Resistenzen aufmerksam zu machen. Darüber hinaus wurde am 18. November bereits zum achten Mal der Europäische Antibiotikatag begangen.

Mitgliedstaaten der Gesundheitspartnerschaft der Nördlichen Dimension (NDPHS) sind: Norwegen, Finnland, Schweden, Lettland, Litauen, Estland, Polen, Russland und Deutschland. Weitere Mitglieder sind die Europäische Kommission und sieben internationale Organisationen wie die WHO EURO, ILO, UNAIDS.

Die Erklärung zu Antibiotikaresistenzen "From strategies to action - Addressing the challenges of AMR in the Northern Dimension area" und allgemeine Informationen zur NDPHS finden Sie unter www.ndphs.org