"Gemeinsam für Menschen mit Demenz" - Positive Zwischenbilanz zur Umsetzung der Agenda

Berlin,  20. September 2016

Sportvereine öffnen ihre Angebote für Menschen mit Demenz, Schülerinnen und Schüler übernehmen Patenschaften für Heimbewohner und für pflegende Angehörige gibt es Online-Kurse – es ist einiges in Bewegung gekommen, seit die Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz" vor zwei Jahren unterzeichnet wurde.

Anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertags 2016 legt die Allianz für Menschen mit Demenz  ihren Zwischenbericht zur Umsetzung der Agenda vor. Demnach sind bereits in allen vier Handlungsfeldern zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht worden – allein bei der „Unterstützung von Menschen mit Demenz und deren Familien“ (Handlungsfeld III) können die Partner der Agenda auf 140 Umsetzungsmaßnahmen verweisen.

"Pflegebedürftige Menschen mit Demenz erhalten ab dem 1. Januar 2017 endlich gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung. Zugleich profitieren sie und ihre Angehörigen von der Ausweitung der Leistungen um 20 Prozent und einer besseren Beratung. Gleichwohl bleibt die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz für Angehörige und Pflegekräfte eine große Herausforderung. Gemeinsam mit unseren Partnern in der Allianz für Demenz sind wir auf einem guten Weg, die Unterstützungs- und Beratungsangebote für Menschen mit Demenz noch weiter auszubauen. Das ist wichtig, denn künftig werden immer mehr Menschen auf Hilfen und auf geschulte Unterstützung angewiesen sein. Für ihren Einsatz danke ich allen Beteiligten herzlich."

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig betont: "Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sollen so lange wie möglich am sozialen Leben teilnehmen und in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können. Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Demenz sind deshalb Leitmotiv der Agenda. Ich bin zuversichtlich, dass die Allianz für Menschen mit Demenz ihre wichtige Arbeit erfolgreich fortsetzt und danke allen Gestaltungs- und Kooperationspartnern für ihren Einsatz. Gemeinsam werden wir auf diese Weise den Grundstein für eine Nationale Demenzstrategie legen."

Rund 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Jährlich erkranken 300.000 Menschen neu. Die Gesamtzahl an Menschen mit Demenz nimmt damit jährlich um rund 40.000 zu (Differenz Neuerkrankungen zu Sterbefällen). In Familien, Nachbarschaft und Quartier werden künftig immer mehr Menschen mit Demenz leben. Um eine Isolierung der Kranken und ihrer Angehörigen entgegenzuwirken und ihnen umfassende Hilfe und Unterstützung anbieten zu können, hat die Bundesregierung die "Allianz für Menschen mit Demenz" als eine der Arbeitsgruppen der Demografiestrategie ins Leben gerufen. Die Umsetzung der Agenda der Allianz für Menschen mit Demenz endet planmäßig im September 2018. Sie ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Nationalen Demenzstrategie in Deutschland.

Der etwa 50 Seiten umfassende Zwischenbericht enthält eine Kurzdarstellung des Arbeitsprozesses, des Verfahrens zum Monitoring der beschlossenen Maßnahmen sowie beispielhafte Projekte aller Gestaltungs- und Kooperationspartner. 

Im Fokus des Berichts steht das Handlungsfeld III "Unterstützung von Menschen mit Demenz und deren Familien", das zentrale Maßnahmen der Bundesregierung enthält: z.B. das Modellprogramm der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz oder die  Pflegestärkungsgesetze. Darüber hinaus beschreibt dieses Kapitel eine Vielzahl von Maßnahmen im Städte- und Wohnungsbau.

Der Zwischenbericht erscheint in der "Woche der Demenz", die vom 19. bis 25. September 2016 bundesweit unter dem Motto "Jung und Alt bewegt Demenz" stattfindet. Die "Woche der Demenz" ist von der Allianz als eine zentrale jährliche Maßnahme vereinbart worden und wird bereits zum zweiten Mal von allen Gestaltungspartnern ausgerichtet. Durch vielfältige Aktionen soll die Öffentlichkeit für die Situation der Menschen mit Demenz sensibilisiert und auf Hilfsangebote für Betroffene und ihre Familien aufmerksam gemacht werden.