Erster Einsatz für das "European Medical Corps"

Gesundheitsminister Gröhe und Außenminister Steinmeier zum ersten Einsatz des "European Medical Corps"

Berlin,  20. Juli 2016

Anlässlich des ersten Einsatzes des „European Medical Corps“ in der Demokratischen Republik Kongo erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:

Die Ebola-Krise hat uns einmal mehr vor Augen geführt, dass Gesundheit global gedacht werden muss. Krankheiten machen nicht an Grenzen halt. Wir haben daher dafür gesorgt, dass schnell einsetzbare Teams aus Epidemiologen und Laborexperten künftig frühzeitig bei gefährlichen Krankheitsausbrüchen vor Ort helfen können. Damit haben wir die Voraussetzung geschaffen, dass nun erstmals ein mobiles Laborteam im Rahmen des „European Medical Corps“ zum Einsatz kommt. Mit der Entsendung der Experten vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und Robert Koch-Institut leisten wir eine wichtige Unterstützung, um den Gelbfieberausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zu bekämpfen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Das European Medical Corps steht nun vor seinem ersten Einsatz. Deutschland leistet dabei durch Entsendung von Experten des Bernhard-Nocht-Instituts und des Robert-Koch-Instituts einen wichtigen Beitrag. Es ist gut, dass diese von uns im Zuge der Ebola-Krise mitentwickelte Idee Wirklichkeit geworden ist. Mit dem European Medical Corps haben wir ein Instrument, das unsere Einsatzfähigkeiten auf europäischer Ebene zusammenführt, um zukünftig durch gemeinsames, koordiniertes und schnelles Handeln effektiv auf Epidemien reagieren zu können – egal, wo sie in der Welt auftreten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier

Hintergrund:

Die infolge der Ebola-Krise von Außenminister Steinmeier angeregte "EU-Weißhelm-Initiative" ist unter dem Namen "European Medical Corps" im Rahmen des bestehenden EU-Katastrophenschutzverfahrens umgesetzt worden. Deutschland beteiligt sich mit Finanzierung durch das Auswärtige Amt als einer der ersten Mitgliedstaaten an der EU-Initiative mit einem Isolationskrankenhaus zur Behandlung hochinfektiöser Patienten (Deutsches Rotes Kreuz), logistisch-technischer Unterstützung medizinischer Teams (Technisches Hilfswerk) und Bereitstellung von Laborkapazitäten (Bernhard-Nocht-Institut).
 
Das "EMLab" des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin nimmt, gemeinsam mit Experten des Robert Koch-Institutes, aktuell in der Demokratischen Republik Kongo am ersten Einsatz des European Medical Corps teil. Die WHO hatte diese technische Unterstützung angefordert. Anlass ist eine akute Gelbfieber-Epidemie, die sich aus Angola in Richtung Kongo-Becken ausgebreitet hat. Die Ressourcen in der Demokratischen Republik Kongo reichen nicht aus, um Diagnostik und Impfung für die Betroffenen sicherzustellen. Diese sind erforderlich, um Erkrankte zu identifizieren, das Ausmaß des Ausbruchs abzuschätzen, und Impfkampagnen in den betroffenen Gebieten durchzuführen.

Das Auswärtige Amt fördert den dreimonatigen Einsatz des Labors in der Provinz Kwango im Rahmen der Vereinbarung mit der EU zum European Medical Corps.

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert im Rahmen seines Global Health Programms u.a. Laborprojekte beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und dem Robert Koch-Institut. In Ausbruchssituationen, wie aktuell beim Gelbfieberausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, stehen damit qualifiziertes Personal und mobile Laborkapazitäten für schnelle Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Die Experten des Bernhard-Nocht-Instituts und des Robert-Koch-Instituts werden im Rahmen des European Medical Corps in der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bundesgesundheitsministerium.de/Internationale-Zusammenarbeit