Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Erfreulicher Rückgang der Raucherquote bei Jugendlichen durch neue Produkte nicht gefährden"

Studienergebnisse zur E-Zigarette vorgestellt

Berlin,  19. Oktober 2016

Die Ergebnisse von drei Forschungsprojekten zum Thema "E-Zigarette", die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert wurden, werden heute auf einer Fachkonferenz an der Frankfurt University of Applied Sciences vorgestellt und diskutiert.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Es ist ein Erfolg, dass der Tabakkonsum bei den Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist: Seit 2001 sank der Anteil der Raucherinnen und Raucher unter den 12- bis 17-Jährigen von 27 Prozent auf 8 Prozent im vergangenen Jahr. Dieser erfreuliche Trend darf durch neue Produkte nicht gefährdet werden. Daher müssen wir die Entwicklungen bei E-Zigaretten und ähnlichen Inhalationsprodukten weiterhin aufmerksam beobachten. Dazu gehört auch, dass die Neuregelung im Jugendschutzgesetz, nach dem auch die Abgabe von E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist, konsequent umgesetzt wird.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Die IFT-Gesundheitsförderung München hat Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tabakentwöhnungsprogramms "Das Rauchfrei Programm" zum Nutzen der E-Zigarette beim Ausstieg befragt. Im Ergebnis hatte die E-Zigarette einen deutlich negativen Einfluss auf die Abstinenz. Wer die E-Zigarette nutzte, war nach einem Jahr seltener rauchfrei (20 Prozent) als die übrigen Kursteilnehmenden (39 Prozent). 

Eine Untersuchung des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg  (ZIS) beschäftigte sich mit den Motivationen für den Umstieg auf E-Zigaretten. Über 3.300 E-Zigaretten-Konsumenten wurden befragt. Am häufigsten wurde der Wunsch benannt, das Rauchen von Tabakprodukten zu beenden oder eine Alternative zum Rauchen zu haben. 

Qualitative Interviews des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences zeigten, dass nahezu keiner der befragten Jugendlichen E-Produkte täglich konsumierte. Fast alle Befragten konsumierten höchstens ein bis zwei Mal im Monat. In einer ergänzenden Online-Befragung berichteten allerdings 71 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass sie bereits Erfahrungen mit E-Produkten gesammelt haben.