Stroppe: "Entdeckung der Mülltrennung für besseres Verständnis von Autoimmunerkrankungen"

Professor Gerhard Krönke erhält Langener Wissenschaftspreis

Berlin,  24. November 2017

Staatssekretär Lutz Stroppe übergibt heute den renommierten Langener Wissenschaftspreis an Professor Gerhard Krönke aus Erlangen.

Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit: "Es ist mir eine große Freude, Herrn Professor Gerhard Krönke heute den Langener Wissenschaftspreis zu überreichen. Die von ihm selbst mit der ‚Mülltrennung‘ verglichene Entdeckung bringt die unterschiedlichen Entsorgungswege von körpereigenen und körperfremden Zellen ans Licht. Seine herausragende Arbeit schafft ein besseres Verständnis für die bislang noch zu wenig erforschten Autoimmunerkrankungen."

Die Forschungsarbeit mit dem Titel "Mechanismen der peripheren Immuntoleranz als Grundlage für das Verständnis und die Therapie autoimmunologischer Erkrankungen" liefert Erkenntnisse auf dem Gebiet der Regulierung und der Fehlregulation des Immunsystems und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen. Darin beschrieben werden unterschiedliche Entsorgungswege von körpereigenen und körperfremden Zellen durch verschiedene Populationen von Makrophagen (körpereigene Abwehrzellen). Die Immunabwehr muss gewährleisten, dass nur Krankheitserreger eine bestimmte Immunantwort aktivieren. Wenn bei der Unterscheidung eigener und fremder Zellen im Körper ein Fehler passiert, kann dies zu Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose führen. Aus den Erkenntnissen des Preisträgers ergeben sich neue Ansätze für ein vertieftes Verständnis dieser Erkrankungen und für zukünftige Therapiemöglichkeiten.

Professor Gerhard Krönke ist Internist, Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe für Translationale Immunologie am Universitätsklinikum Erlangen. 

Der Langener Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre für besondere Forschungsleistungen auf einem biomedizinischen Gebiet vergeben. Der Preis wird aus der Mitte der Bevölkerung der Stadt Langen gestiftet. An der Finanzierung des Preisgeldes von 15.000 Euro sind die Stadtwerke und private Stifter aus Langen beteiligt. Der Preis ehrt jedes Jahr eine Forschungsarbeit in der Tradition des Nobelpreisträgers für Medizin, Paul Ehrlich, dem Namensgeber des in Langen beheimateten gleichnamigen Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI).