Ärztliche Versorgung stärken

Acht von zehn Menschen in Deutsch­land sind sehr zufrieden mit dem Gesundheitswesen. Dies ergibt eine aktuelle Befragung des Allensbach Instituts. „Das sollte uns ein Ansporn sein, die Zufriedenheit weiter zu stei­gern“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vor dem Deutschen Bundestag. Eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung für jeden ist daher das Ziel des geplanten GKV-Ver­sorgungsstärkungsgesetzes.

Gerade für eine älter werdende Gesell­schaft ist eine gut erreichbare medizini­sche Versorgung, ambulant wie statio­när, von besonderer Bedeutung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Das GKV-Versorgungsstärkungs­gesetz soll nun die ärztliche Versorgung insbesondere auf dem Land verbessern, die Rolle der Patienten stärken und In­novationen in der Gesundheitsversor­gung fördern.

"Denn für eine zukunfts­fähige Versorgung sind Innovationen nicht nur bei Arzneimitteln oder einzel­nen Behandlungsmethoden, sondern auch bei den Versorgungsstrukturen in­gesamt unverzichtbar", so der Gesund­heitsminister.

Die ärztliche Versorgung besonders auf dem Land verbessern

"Fest steht: Wir brauchen eine bessere Verteilung der Ärztinnen und Ärzte“, so Gröhe. Das Gesetz soll helfen, die Über­versorgung mit Ärzten in der Stadt ab­zubauen und der Unterversorgung auf dem Land erfolgreich zu begegnen. Demzufolge können die Zulassungsaus­schüsse die Nachbesetzung eines Ver­tragsarztsitzes in einem überversorgten Bereich zukünftig nicht nur ablehnen, sie sollen es sogar tun, wenn dies aus Versorgungsgründen nicht erforderlich ist. Die Rolle des Hausarztes soll ge­stärkt werden. Daher soll die Weiterbil­dung stärker gefördert und die Anzahl der zu fördernden Stellen erhöht wer­den. Ärzte sollen entlastet werden, in­dem sie bestimmte delegationsfähige ärztliche Leistungen an qualifiziertes nicht-ärztliches Personal delegieren, etwa an Praxisassistenten.

Auch Kran­kenhäusern soll es ermöglicht werden, ambulante ärztliche Versorgung zu leis­ten, wenn der Bedarf von niedergelasse­nen Ärzten nicht abgedeckt werden kann. Ein Strukturfonds zur Sicherstel­lung der Versorgung in einer Region kann künftig bereits eingerichtet werden, bevor eine akute Unterversorgung droht.

Die Versorgung der Patienten stärken

Zu einer guten Versorgung gehört auch, dass Versicherte nicht wochenlang auf einen Facharzttermin warten müssen. Terminservicestellen der kassenärztli­chen Vereinigungen sollen hier Abhilfe schaffen. Die Wartezeit darf zukünftig im Regelfall vier Wochen nicht über­schreiten, sonst ist dem Versicherten ein ambulanter Termin in einem Kranken­haus anzubieten. Auch sollen sich alle Patienten darauf verlassen können, dass medizinische Leistungen notwendig sind: Versicherte sollen daher vor be­stimmten Eingriffen künftig Anspruch auf eine Zweitmeinung haben. Verbes­sert werden soll auch die Abstimmung beim Übergang von der stationären in die ambulante Behandlung.

Innovationen fördern

Versorgungsforschung und Innovation sind unerlässlich, wenn es um die Wei­terentwicklung von Versorgungsstruk­turen geht. Das GKV-Versorgungsstär­kungsgesetz sieht einen Innovationsfonds vor, der innovative sektorenübergreifende Versorgungsformen und die Versorgungsforschung fördert.