Versicherte in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, Rentnerinnen und Rentner sowie freiwillig Versicherte sind als Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse verpflichtet Beiträge zu leisten. Sie erhalten dafür einen Anspruch auf Leistungen. In der GKV gibt es drei Möglichkeiten der Versicherung: Die Pflichtmitgliedschaft, die freiwillige Mitgliedschaft und die Familienversicherung.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, Rentnerinnen und Rentner sowie freiwillig Versicherte sind als Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse verpflichtet Beiträge zu leisten. Sie erhalten dafür einen Anspruch auf Leistungen.

In der GKV gibt es drei Möglichkeiten der Versicherung: Die Pflichtmitgliedschaft, die freiwillige Mitgliedschaft und die Familienversicherung.

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind folgende Personengruppen versicherungspflichtig:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mehr als 450 Euro monatlich verdienen, deren Verdienst jedoch die allgemeine Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt
  • Personen, die Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld nach dem SGB III beziehen
  • unter bestimmten Voraussetzungen Personen, die Arbeitslosengeld II beziehen
  • unter bestimmten Voraussetzungen Auszubildende und Studierende
  • Praktikanten und Praktikantinnen, deren Praktikum in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist und die kein Arbeitsentgelt erhalten
  • Rentnerinnen und Rentner, sofern bestimmte Vorversicherungszeiten erfüllt sind
  • Unternehmerinnen und Unternehmer in der Land- und Forstwirtschaft und ihre mitarbeitenden Familienangehörigen
  • Altenteiler in der Landwirtschaft
  • Behinderte Menschen in Werkstätten oder Heimen
  • Künstler und Künstlerinnen
  • Publizisten und Publizistinnen
  • Personen ohne anderen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall, die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren oder der GKV zuzuordnen sind

Versicherungspflichtgrenze / Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Wenn Pflichtversicherte in einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis die Grenze für den Jahresverdienst (Jahresarbeitsentgeltgrenze oder Versicherungspflichtgrenze) überschreiten, endet mit Ablauf des Kalenderjahres die Versicherungspflicht. Dies gilt nur, wenn ihr Arbeitsentgelt auch im folgenden Kalenderjahr die dann geltende JAEG überschreiten wird.

Die JAEG wird jährlich angepasst und liegt 2016 bei einem Bruttoverdienst von 56.250 Euro im Jahr beziehungsweise 4.687,50 Euro brutto im Monat .

Für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die bereits am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren (sogenannte Bestandsfälle der PKV), gilt die besondere Versicherungspflichtgrenze. Sie liegt bei 50.850 Euro im Jahr beziehungsweise 4.237,50 Euro monatlich (Stand 2016).

Wer erstmals in Deutschland eine Beschäftigung aufnimmt und in dieser Beschäftigung sofort ein Gehalt oberhalb der JAEG erzielt, ist unmittelbar versicherungsfrei, hat aber die Möglichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwilliges Mitglied beizutreten, auch wenn zuvor eine private Krankenversicherung bestand.

Eine freiwillige Mitgliedschaft ist immer im Anschluss an eine bisher bestehende Pflicht- oder Familienversicherung möglich. Auch wenn bei der ersten Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland ein Jahresverdienst erzielt wird, der die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, ist eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV möglich.

Beschäftigte mit einem Verdienst, der die Versicherungspflichtgrenze übersteigt und Selbstständige, die mit Aufnahme ihrer Tätigkeit aus der Versicherungspflicht ausscheiden, können etweder als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben oder in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln.

Tritt dieser Fall ein, weist die Krankenkasse das Mitglied zunächst auf das Ende der Versicherungspflicht und die damit verbundene Wahlmöglichkeit hin. Erklärt das Mitglied innerhalb von zwei Wochen seinen Austritt, ist ein sofortiger Wechsel in eine PKV möglich.

Wenn das Mitglied den Austritt nicht erklärt, wird die bisherige Mitgliedschaft von der Krankenkasse als freiwillige Mitgliedschaft weitergeführt.

Um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unabhängig von der Höhe ihres Einkommens mindestens einmal in ihrem Erwerbsleben die Chance auf eine GKV-Mitgliedschaft zu eröffnen, wurde eine Ausnahme von dem Grundsatz gemacht, dass eine freiwillige Mitgliedschaft grundsätzlich nur im Anschluss an eine vorangehende Pflicht- oder Familienversicherung möglich ist: Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die erstmals in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen und mit ihrem Verdienst über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, sind mit Aufnahme der Beschäftigung versicherungsfrei. Das heißt, sie haben die Möglichkeit, der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als freiwilliges Mitglied beizutreten. Das gilt auch, wenn sie zuvor privat krankenversichert waren und die Vorversicherungszeiten nicht erfüllen.

Freiwillig versichern können sich außerdem:

  • Schwerbehinderte nach Feststellung der Behinderung, wenn sie selbst, ein Elternteil oder ihr Ehepartner oder ihre Ehepartnerin beziehungsweise ihr eingetragener Lebenspartner oder ihre eingetragene Lebenspartnerin in den letzten fünf Jahren vor dem Beitritt mindestens drei Jahre gesetzlich krankenversichert waren. Allerdings kann die Satzung der Krankenkasse das Recht zum Beitritt von einer Altersgrenze abhängig machen.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die innerhalb von zwei Monaten nach Rückkehr aus dem Ausland wieder eine Beschäftigung aufnehmen, die nicht zur Versicherungspflicht führt.

Kinder, Ehepartner und Ehepartnerinnen sowie eingetragene Lebenspartner und Lebenspartnerinnen von Mitgliedern sind beitragsfrei familienversichert, wenn sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben und über ein Gesamteinkommen verfügen, das eine bestimmte Einkommensgrenze nicht regelmäßig überschreitet. Voraussetzung für die Familienversicherung ist auch, dass die Angehörigen nicht anderweitig versicherungspflichtig, versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit sind. Nach Beendigung der Familienversicherung kann der Versicherungsschutz in der Regel durch eine eigene freiwillige Versicherung fortgesetzt werden.

Besonderheiten:

  • Während Mutterschutz und Elternzeit bleiben vorher Pflichtversicherte weiterhin Mitglied, müssen in dieser Zeit aber keine Beiträge aus dem Elterngeld zahlen. Der Versicherungsstatus bleibt also erhalten, sodass Eltern in dieser Zeit auch nicht familienversichert sein können.
  • Freiwillige Mitglieder sind im Anschluss an den Bezug von Mutterschaftsgeld für die Dauer der Elternzeit beziehungsweise des Bezugs von Elterngeld beitragsfrei mitversichert. Voraussetzung ist, dass der Ehepartner Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist und aus diesem Grund ein Anspruch auf Familienversicherung bestehen würde. Anderenfalls sind (Mindest-)Beiträge zu zahlen.
  • Selbstständige, die Elterngeld beziehen, müssen weiterhin (Mindest-)Beiträge zahlen.
  • Ein Kind kann nicht betragsfrei mitversichert werden, wenn nur ein Elternteil gesetzlich versichert ist, das regelmäßige Gesamteinkommen des anderen Elternteils höher ist als das des gesetzlich versicherten Elternteils und wenn es die Versicherungspflichtgrenze übersteigt.

Wie lange sind Kinder beitragsfrei mitversichert?

Die beitragsfreie Familienversicherung von Kindern ist zeitlich begrenzt. Kinder können grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, nicht erwerbstätige Kinder bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert werden.

Befindet sich das Kind in Schul- oder Berufsausbildung oder leistet es einen Freiwilligendienst (Bundesfreiwilligendienst – BFD; freiwilliges soziales Jahr – FSJ; freiwilliges ökologisches Jahr – FÖJ), dann endet die Familienversicherung mit Vollendung des 25. Lebensjahres.

Wurde die Schul- oder Berufsausbildung durch einen Freiwilligendienst (BFD oder FSJ beziehungsweise FÖJ) oder den freiwilligen Wehrdienst des Kindes unterbrochen oder verzögert, besteht die Versicherung über das 25. Lebensjahr hinaus für die Dauer von höchstens zwölf Monaten. Dies gilt auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch Erfüllung einer gesetzlichen Dienstpflicht (Wehr- oder Zivildienst) für den entsprechenden Zeitraum.

Studierende sind nach dem Ende der Familienversicherung grundsätzlich bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres versicherungspflichtig. Dabei zahlen sie einen besonders niedrigen Beitrag von derzeit 61,01 Euro zur Krankenversicherung zuzüglich des Zusatzbeitrags, den die Krankenkassen von ihren Mitgliedern erheben können. Infolge der Anhebung der BAföG-Bedarfssätze zum Wintersemester 2016/2017 ändert sich der Beitrag auf 66,33 Euro zuzüglich des individuellen Zusatzbeitrags der jeweiligen Krankenkasse.

Fachschülerinnen und Fachschüler können der gesetzlichen Krankenversicherung nach Ende der Familienversicherung als freiwillige Mitglieder beitreten und zahlen den gleichen Beitrag wie Studentinnen und Studenten.

Ohne Altersgrenze sind Kinder nur versichert, wenn sie infolge körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung bereits zu einem Zeitpunkt vorlag, in dem eine Familienversicherung bestanden hat.

Einkommensgrenze für mitversicherte Angehörige

Die Einkommensgrenze liegt bei 415 Euro monatlich (Stand 2016). Für geringfügig Beschäftigte beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 Euro monatlich. Das Gesamteinkommen ist laut Gesetz die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts. Dazu zählt vor allem das Arbeitseinkommen. Unterhaltszahlungen werden bei der Ermittlung des Gesamteinkommens nicht berücksichtigt.

Mitglieder in der GKV

Versichertengruppe Zahl in Millionen
GKV-Mitglieder und beitragsfrei GKV-Versicherte 71,3
GKV-Mitglieder 55,0
Beitragsfrei GKV-Versicherte (mitversicherte Familienangehörige und Kinder) 16,3

Regelung für Selbstständige in künstlerischen und publizistischen Berufen

Selbstständige Künstler und Künstlerinnen sowie Publizisten und Publizistinnen sind nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung pflichtversichert. Sie zahlen die Hälfte der Beiträge an die Künstlersozialkasse (KSK), die andere Hälfte wird über die KSK aus einem Zuschuss des Bundes und durch die von Verwertern auf die Honorare zu zahlende Künstlersozialabgabe aufgebracht. Wie bei Beschäftigten hängt die Höhe der Beiträge vom Einkommen ab. Das versicherte Mindesteinkommen beträgt 3.900 Euro jährlich. Ausnahmen gibt es bei schwankendem Einkommen und für Berufsanfänger.

Sie sind nicht krankenversichert?

Wenn Sie zuletzt gesetzlich versichert waren, wenden Sie sich an
Ihre ehemalige gesetzliche Krankenkasse oder deren Rechtsnachfolgerin.

Wenn Sie zuletzt privat versichert waren, wenden Sie sich für
weitere Auskünfte an Ihre frühere private Krankenversicherung, an
ein anderes Versicherungsunternehmen oder an eine Verbraucherberatung.

Wenn Sie bisher weder gesetzlich noch privat versichert
waren, können Sie sich an jede gesetzliche Krankenkasse wenden,
um zu klären, ob Sie der gesetzlichen Krankenversicherung oder der
privaten Krankenversicherung zuzuordnen sind.

Weitere Informationen erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgertelefons des Bundesgesundheitsministeriums.