Landesbasisfallwerte

Landesbasisfallwerte sind Grundlage für die Preise von Krankenhausleistungen. Sie werden jährlich von den Vertragsparteien auf Landesebene (Landeskrankenhausgesellschaften, Verbände der Krankenkassen) mit Wirkung für die einzelnen Krankenhäuser im jeweiligen Land vereinbart. Unterschiede in der Höhe der Landesbasisfallwerte sind historisch bedingt und waren zunächst Resultat unterschiedlicher Krankenhausstrukturen in den Ländern bei der Umstellung des Krankenhausvergütungssystems von tagesgleichen Pflegesätzen auf das leistungsorientierte und transparente System der Fallpauschalen.

Um die Ursachen der unterschiedlichen Preisniveaus für Krankenhausleistungen zwischen den Ländern zu erklären, hatte das Bundesministerium für Gesundheit nach öffentlicher Ausschreibung das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen mit einem Gutachten beauftragt.

In dem Gutachten werden neben den Kostenniveaus der Krankenhäuser als mögliche Ursachen der unterschiedlichen Landesbasisfallwerte zusätzliche Erlöskomponenten der Krankenhäuser, unterschiedliche Verhandlungsstile bei den Landesbasisfallwert-Verhandlungen sowie Qualitätsunterschiede und besondere Krankenhaus- und Bundeslandstrukturen analysiert. Es ist davon auszugehen, dass mindestens zwei Drittel der Unterschiede in der Höhe der Landesbasisfallwerte auf historisch vorhandene jedoch ökonomisch nicht begründbare Unterschiede zurückzuführen sind.

In dem Gutachten wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass aus den Ergebnissen nicht der Schluss gezogen werden kann, dass frühere Kostensteigerungen der Krankenhäuser in den Basisfallwerten nicht hinreichend berücksichtigt worden wären. Denn die Analyse erlaubt lediglich Aussagen zu Unterschieden, nicht aber zur absoluten Höhe der Basisfallwerte.

Das Krankenhausstrukturgesetz, das in seinen überwiegenden Teilen zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist, sieht eine Regelung zur weiteren schrittweisen Angleichung der Landesbasisfallwerte vor.