Mit einer Impfung schützen Sie sich und andere

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet.

Ziel einer Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen. Schutzimpfungen haben nicht nur eine Wirkung auf die geimpften Personen, sondern können indirekt auch nicht geimpfte Menschen vor einer Erkrankung schützen, da sie die weitere Verbreitung einer Infektionskrankheit stoppen oder verringern.

Fokus

Impfung gegen Masern

Eine Impfung bietet beispielsweise vorbeugenden Schutz gegen eine Maserninfektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die zweimalige Impfung aller Kleinkinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs. Wichtig ist der ausreichende Impfschutz ungeimpfter oder unzureichend geimpfter Jugendlicher und nach 1970 geborener Erwachsener. Die zur Verfügung stehenden Impfstoffe wurden bereits über einen langen Zeitraum weltweit angewendet und haben sich bewährt. Ihre Wirksamkeit hat sich nicht zuletzt dadurch gezeigt, dass in einigen Ländern wie zum Beispiel Skandinavien oder Amerika die einheimischen Masern durchwirkungsvolle Impfprogramme ausgelöscht werden konnten.

Masernimpfstoffe sind auch ausgesprochen nebenwirkungsarm. Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen Lebendvirusimpfstoff, hergestellt aus abgeschwächten Masernviren, der weder Thiomersal oder Aluminiumverbindungen – Stoffe die von Kritikern als gesundheitsschädlich verdächtigt werden - enthält. Die Impfstoffe gegen Masern in Kombination mit einer Mumps- und einer Röteln-Komponente (MMR-Impfstoff) wurden seit der Zulassung millionenfach in Deutschland verimpft und haben sich weltweit als sicher erwiesen.

Beschwerden nach einer Impfung

Typische Beschwerden nach einer Impfung sind Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle. Auch Reaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich. Sie zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab. Nach Impfungen mit Lebendimpfstoffen, wie dem Masern-, Mumps-, Rötelnimpfstoff, können gelegentlich die sogenannten Impfmasern auftreten, eine abgeschwächte Form der Masern, die aber nicht mit einer echten Masernerkrankung vergleichbar und auch nicht ansteckend sind.

Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten. Angaben zur Art und Häufigkeit der UAW sind in der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs zu finden. Beim Verdacht, dass über das übliche Maß einer Impfreaktion hinaus eine gesundheitliche Schädigung besteht, muss dies gemeldet werden. Der behandelnde Arzt wendet sich an das Gesundheitsamt, das wiederum die zuständige Bundesbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert. Beim PEI sowohl Verdachtsmeldungen als auch bestätigte Fälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Impfungen in einer Datenbank festgehalten.

Impfempfehlungen

In Deutschland besteht keine gesetzliche Impfpflicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt jedoch Empfehlungen, welche Impfungen für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit wichtig sind, um übertragbaren Krankheiten vorzubeugen. Gesetzlich Versicherte haben einen kostenfreien Anspruch auf diese empfohlenen Schutzimpfungen.

Bei den Impfungen im Kindesalter haben sich die Impfquoten in den letzten zehn Jahren stetig erhöht. Trotzdem sind die Impflücken in Deutschland noch immer zu groß. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fehlen wichtige Schutzimpfungen, etwa die gegen Masern. Hier liegt die Quote noch unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.