Was haben wir bisher erreicht?

Ziel 5 - Qualitätssicherung, Zertifizierung onkologischer Behandlungseinrichtungen

Es existieren einheitliche Konzepte und Bezeichnungen für die Qualitätssicherung und Qualitätsförderung sowie die Zertifizierung onkologischer Behandlungseinrichtungen.

Die Inhalte des Ziels 5 wurden in zwei voneinander unabhängige Teilziele unterteilt. Das Teilziel I beschäftigt sich mit der Zertifizierung onkologischer Behandlungseinrichtungen, während das Teilziel II weitere Qualitätssicherungsmaßnahmen über die Zertifizierung hinaus zum Inhalt hat.

Hintergrund

Die onkologische Versorgung in Deutschland unterliegt vielfältigen, sich ständig verändernden Einflüssen und Variablen, die eine kontinuierliche Anpassung der Prozesse und Strukturen sowohl in der Maximal- als auch in der Basisversorgung erforderlich machen. Insbesondere haben die demografische Alterung und zunehmend bessere Überlebenschancen große Bedeutung für die Versorgung von Krebskranken. Daher müssen onkologische Versorgungsstrukturen heute und in Zukunft einen hohen Grad an Effizienz und Qualität nachweisen, um für Krebskranke adäquate und wirkungsvolle Behandlungsangebote bereitstellen zu können. Die Ergebnisqualität der onkologischen Versorgung ist transparent zu machen, zu sichern und zu verbessern.

Derzeit besteht die Tendenz, für Betroffene mit häufigen Krebserkrankungen (insbesondere Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs) eine flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Behandlung in zertifizierten Zentren vorzusehen. Daher war die Zertifizierung von Zentren zunächst die zentrale Frage, mit der sich die Experten-Arbeitsgruppe auseinandergesetzt hat.

Ein Zentrum ist ein Netz von qualifizierten und gemeinsam zertifizierten, multi- und interdisziplinären, transsektoralen und ggf. standortübergreifenden Einrichtungen (Krankenhäuser, vertragsärztliche Versorgung, Rehabilitationseinrichtungen), die, sofern fachlich geboten, möglichst die gesamte Versorgungskette für Betroffene abbilden. Zertifizierte Einrichtungen gliedern sich in drei Zertifizierungsstufen:

  • Organkrebszentrum (Center, C) ist ein auf ein Organ oder ein Fachgebiet spezialisiertes Zentrum
  • Onkologisches Zentrum (Cancer Center, CC) erstreckt sich auf mehrere Organe oder Fachgebiete
  • Onkologisches Spitzenzentrum (Comprehensive Cancer Center, CCC) ist ein Onkologisches Zentrum mit Forschungsschwerpunkten

Ungeachtet der Versorgungsstruktur, das heißt unabhängig davon, ob die Behandlung in einer vertragsärztlichen Praxis oder im Krankenhaus erfolgt, sind vergleichbare fachliche Qualitätsstandards und vergleichbare Behandlungsergebnisse zu gewährleisten. Mit Hilfe der Zertifizierung onkologischer Behandlungseinrichtungen soll eine Optimierung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erreicht werden.

Es konnte in der Arbeitsgruppe kein einheitliches Meinungsbild darüber erzielt werden, ob ein Zertifizierungsverfahren freiwillig oder aber verbindlich vorgegeben werden sollte und ob Qualitätsverbesserungen ausschließlich über eine verbindliche Zertifizierung erreicht werden können. Der Prozess der Zertifizierung ist für die Leistungserbringer aufwändig und mit Kosten verbunden. Darüber hinaus erfolgt die Patientendokumentation oftmals in parallelen Systemen. Onkologische Versorgung sollte daher sektorenübergreifend angelegt sein. Auch im Bereich der klinischen Studien und der Versorgungsforschung sind Verbesserungen möglich.

Empfehlungen und Maßnahmen

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Experten-Arbeitsgruppe folgende Maßnahmen:

  1. Verbesserung der elektronischen Dokumentation und Transparenz über die Versorgungsqualität
  2. Entwicklung und Bereitstellung eines in seinem Nutzen validierten Zertifizierungsverfahrens zur Verbesserung der Versorgungsqualität
  3. Verbesserung der Rahmenbedingungen für nicht kommerzielle Forschung

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen zwei weitere Maßnahmen realisiert werden:

  1. Klärung von Vergütungsaspekten im Zusammenhang mit der Zertifizierung/Qualitätsverbesserung
  2. Weiterentwicklung der regionalen und überregionalen Vernetzung

Ferner soll ein abgestimmtes Konzept entwickelt werden, um die Qualität der onkologischen Versorgung mit vergleichbaren Qualitätsansprüchen über die gesamte Versorgungskette (Früherkennung/Screening, Diagnostik, Therapie, Nachsorge, Rehabilitation und Palliativversorgung) nachhaltig zu sichern, zu fördern und transparent darzulegen. Da bisher nicht alle Bereiche der onkologischen Versorgung von der Qualitätssicherung erfasst werden, empfiehlt die Arbeitsgruppe die

  1. Bestandsaufnahme aller bestehenden Qualitätssicherungs-Regelungen
  2. Entwicklung einheitlicher Qualitätsvorgaben
  3. Entwicklung von Versorgungspfaden für jede Tumorart zur Beschreibung der realen Behandlungsverläufe
  4. Entwicklung und Anpassung von Qualitätsindikatoren
  5. Qualitätsförderung anhand von Rückmeldeverfahren (Feedback) sowie des internen Leistungsvergleichs (Benchmarking) von Leistungsanbietern
  6. patientengerechte Informationen über die Qualität der Versorgung

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