Fortführung der Reformprozesse in der Transplantationsmedizin

Das Bundeskabinett hat am 11. Januar 2017 den Dritten Bericht der Bundesregierung über den "Fortgang der eingeleiteten Reformprozesse, mögliche Missstände und sonstige aktuelle Entwicklungen in der Transplantationsmedizin" beschlossen. Der Bericht wird nun dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zugeleitet.

Der Dritte Bericht der Bundesregierung über den "Fortgang der eingeleiteten Reformprozesse, mögliche Missstände und sonstige aktuelle Entwicklungen in der Transplantationsmedizin" wurde dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat im Januar 2017 zur Kenntnis gegeben.

Der Bericht basiert im Wesentlichen auf Stellungnahmen, die das Bundesministerium für Gesundheit bei den jeweils zuständigen Institutionen im Transplantationswesen zwischen Oktober 2015 und Oktober 2016 eingeholt hat. Insgesamt bestätigt er erneut, dass der in den Jahren 2012 und 2013 eingeleitete Reformprozess und strukturelle Veränderungen ihre Wirkung erzielen. Treten Verstöße und Unregelmäßigkeiten an Transplantationszentren auf, werden diese zuverlässig aufgedeckt und notwendige Konsequenzen eingeleitet.

Dennoch stagniert nach wie vor die Zahl der Organspender auf dem Niveau des Jahres 2013. Die Ursachen dafür scheinen vielschichtig zu sein. Trotz der Verstöße bei der Organvergabe an einigen deutschen Transplantationszentren im Jahr 2012 dürften sie nicht in erster Linie fehlendem Vertrauen der Bevölkerung geschuldet sein. Denn nach den Ergebnissen einer aktuellen Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) aus dem Jahr 2016 stehen 81 Prozent der Befragten einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber, und 69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie grundsätzlich zu einer Organ- oder Gewebespende bereit wären.

Ein Grund für die anhaltend niedrigen Organspendezahlen könnte in den strukturellen Herausforderungen bestehen, vor denen insbesondere die Entnahmekrankenhäuser stehen. Die Unterstützung der Transplantationsbeauftragten in den Entnahmekrankenhäusern bleibt eine wesentliche Aufgabe, um die Organspende nachhaltig zu fördern. Insgesamt ist es in allen Entnahmekrankenhäusern erforderlich, dass in den Abteilungen eine Bereitschaft besteht, potentielle Spender zuverlässig zu erkennen und der Koordinierungsstelle zu melden.

Die Organspende als Gemeinschaftsaufgabe ist damit auch weiterhin auf die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen angewiesen, die qualitäts- und bedarfsgerechte Lösungen entwickeln müssen.