Fragen und Antworten zum Impfen in Arztpraxen

Um die Impfung der Bevölkerung zum Schutz vor COVID-19 weiter zu beschleunigen, wurde in der 14. Kalenderwoche mit dem Impfen in Arztpraxen begonnten. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben mit Beschluss vom 19. März 2021 festgelegt, dass ab der 14. Kalenderwoche – also in der Woche nach Ostern - mit dem Impfen in Arztpraxen begonnen werden soll, um eine schnellstmögliche flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung zum Schutz vor COVID-19-Erkrankung zu erreichen.

In den ersten beiden Aprilwochen liefert BioNTech/Pfizer mit Abstand die größten Mengen an Impfstoffdosen. Um unter anderem Zweitimpfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff in den Impfzentren sicherzustellen, werden die in dieser Zeit eher geringen Lieferungen von AstraZeneca daher in diesen beiden Aprilwochen ausschließlich in die Impfzentren ausgeliefert. Danach soll zunehmend auch der AstraZeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen verimpft werden. Perspektivisch soll der Impfstoff von BioNTech/Pfizer und Moderna in den Impfzentren verimpft werden. In den Arztpraxen wird insbesondere AstraZeneca und ebenfalls weiterhin BioNTech verimpft. – ab Ende April wird voraussichtlich auch der Impfstoff von Johnson & Johnson dazukommen.

Die derzeitigen Erkenntnisse über die Transportanforderungen des Impfstoffs, machen es nicht möglich, den Impfstoff des Herstellers Moderna über die etablierten Logistikstrukturen von pharmazeutischem Großhandel und Apotheken in die Arztpraxen zu liefern. Der Hersteller hat zugesagt, dass er die Transportbedingungen weiter sehr intensiv prüft und bei neuen Erkenntnissen eine Zulassungsänderung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur beantragen wird. Bis auf Weiteres wird der Impfstoff in den Impfzentren der Länder verimpft.

Es gibt rund 50.000 Hausarztpraxen in Deutschland. Die Praxen werden einmal wöchentlich über den pharmazeutischen Großhandel durch die Apotheken mit COVID-19-Impfstoffen beliefert. Erstmalig können die Praxen bis spätestens Dienstag, den 30. März 2021, Impfstoff bei der Apotheke, mit der sie üblicherweise zusammenarbeiten, bestellen; danach immer wöchentlich bis Dienstag 12 Uhr. Die Bestellmenge ist zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen pro Woche begrenzt. Angeliefert wird der Impfstoff erstmals in die Praxen am 6. oder am 7. April.

Die Belieferung der Arztpraxen soll – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – über die Apotheken erfolgen. Die Apotheken sollen dabei über die etablierten Strukturen des pharmazeutischen Großhandels beliefert werden.

Die Verteilung von Impfstoffen und Impfzubehör an die Bundesländer erfolgt unter Berücksichtigung des jeweiligen Bevölkerungsanteils, sowie des bundeslandspezifischen Marktanteiles des jeweiligen Großhandelsunternehmens.

Die Terminvergabe, beispielsweise per Telefon oder digitaler Terminbuchungsmöglichkeit, regeln die Praxen selbst. Eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Ärztinnen und Ärzte können ihre Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen, so dass die vorgegebene Priorisierung eingehalten werden kann.

Die Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV)gilt auch für die Impfungen in den Arztpraxen als Grundlage. Ärztinnen und Ärzte haben jedoch die Flexibilität, auf Basis der CoronaImpfV nach ärztlicher Einschätzung vor Ort selbst zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist – vor allem, wenn damit ein Verwurf von Impfstoffen vermieden wird. Ausdrücklich zulässig ist eine Abweichung von der Impfreihenfolge auch, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen und in oder aus deutschen Hochinzidenzgebieten zu verhindern. Derzeit stehen Ihre Patientinnen und Patienten mit chronischen Vorerkrankungen im Fokus.

Die Regelungen zur Vergütung werden mit der Weiterentwicklung der Coronavirus-Impfverordnung festgelegt, die derzeit im Referentenentwurf vorliegt. Die neue Verordnung soll am 1. April 2021 in Kraft treten.

Das benötigte Impfzubehör (Spritzen, Kanülen, ggf. NaCl-Lösung) wird in entsprechender Anzahl zusammen mit den Impfstoffen von der Apotheke an die Arztpraxen mitgeliefert. Zudem müssen die Arztpraxen die korrekte Lagerung der Impfstoffe nach Vorgabe der Impfstoffhersteller sicherstellen.

Im Grundsatz ist in Deutschland ausreichend Impfzubehör verfügbar. Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit den Bundesländer abgestimmt, dass diese überschüssige Mengen an bereits beschafftem oder reserviertem Impfzubehör (Spritzen, Kanülen und ggf. NaCl-Lösung) nach Möglichkeit freigeben. Diese Kontingente können dann zur Belieferung der Arztpraxen zur Verfügung stehen.

Wie und in welchem Umfang COVID-19-Schutzimpfungen in den Praxisablauf integriert werden können, legt jede Ärztin und jeder Arzt individuell fest. Die Größe der Praxis sowie die personellen und räumlichen Gegebenheiten sowie der Umfang der für die Praxis zur Verfügung stehenden Impfstoffe können dabei eine Rolle spielen.

Zunächst wird eine begrenzte Liefermenge von etwa einer Million Dosen pro Woche zur Verfügung stehen. Es wird aber erwartet, dass im Laufe der kommenden Wochen die verfügbaren Mengen der COVID-19-Impfstoffe zunehmen werden, sodass die Liefermengen an Arztpraxen erhöht werden können.

Da anfangs nur eine begrenzte Liefermenge von etwa einer Million Dosen pro Woche an Impfstoffen für die Praxen zur Verfügung steht, sollen zunächst die Hausärztinnen und Hausärzte impfen. In einem nächsten Schritt sollen alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie auch Privatärzte einbezogen werden. Sofern ab Mai genügend Impfstoff bereitgestellt werden kann, ist darüber hinaus eine Einbeziehung von Betriebsärzten in Planung.

Es ist derzeit nicht vorgesehen, dass Impfstoffdosen für die erforderliche Zweitimpfung in den Arztpraxen zurückgelegt werden. Die Ärztinnen und Ärzte müssen die Termine entsprechend planen und dann die benötigten Dosen für die Zweitimpfungen bestellen. Bestellungen für Zweitimpfungen sollen bei der Verteilung auf die Arztpraxen bevorzugt berücksichtigt werden, damit die in der Impfverordnung vorgegebenen Impfintervalle eingehalten werden können.

Aufgrund der derzeitigen Impfstoffknappheit beinhaltet der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus-SARS-CoV-2 nach der Coronavirus-Impfverordnung weiterhin nicht die Möglichkeit, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen.