Empfängnisverhütung, künstliche Befruchtung, Schwangerschaftsabbruch

Empfängnisverhütung

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben bis zum vollendeten 22. Lebensjahr Anspruch auf Versorgung mit empfängnisverhütenden Mitteln, soweit sie ärztlich verordnet werden.

Künstliche Befruchtung

Frauen dürfen bei einer künstlichen Befruchtung nicht jünger als 25 Jahre und nicht älter als 40 Jahre sein. Männer dürfen das 50. Lebensjahr nicht überschritten haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse mit 50 ¬Prozent an den Kosten für die ersten drei Versuche der künstlichen Befruchtung. Dies gilt auch für die etwaige Arzneimittelversorgung. Generelle Voraussetzung: Die Paare müssen verheiratet sein. Unverheiratete Paare können unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung durch das Bundesfamilienministerium bekommen.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde der Leistungsanspruch der künstlichen Befruchtung um die Möglichkeit der sogenannten Kryokonservierung von Keimzellen oder Keimzellgewebe erweitert. Voraussetzung ist, dass die Kryokonservierung wegen einer Erkrankung und deren Behandlung mit einer keimzellschädigenden Therapie (zum Beispiel Krebsbehandlung) medizinisch notwendig erscheint. Die Regelung ist am 11. Mai 2019 in Kraft getreten.

Schwangerschaftsabbruch

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf Leistungen bei einem Abbruch der Schwangerschaft durch eine Ärztin oder einen Arzt bei medizinischen und kriminologischen Gründen. Bei einem Abbruch der Schwangerschaft aus sozialen Gründen nach der sogenannten Beratungsregelung werden die Kosten bei finanzieller Bedürftigkeit der Frau von der Krankenkasse zunächst übernommen. Diese Kosten werden der Krankenkasse von den Ländern zurückerstattet.