Chancen der Digitalisierung nutzen - "Innovation trifft Politik"

Mit digitalen Lösungen den Alltag in der Altenpflege verbessern, mit diesem Ziel treten fünf Start-ups an. Sie stellten ihre Ideen in der vierten Runde von „Innovation trifft Politik“ im Bundesgesundheitsministerium vor. Ausgewählt wurden sie von einer Jury aus E-Health-Expertinnen und -experten.

Innovation trifft Politik - Blick von oben auf das Publikum

Die Start-ups stellen ihre Ideen bei „Innovation trifft Politik“ im Atrium des Bundesgesundheitsministeriums vor.

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit Fabio Schmidberger vom Start-up-Unternehmen Medixflow

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit Fabio Schmidberger vom Start-up-Unternehmen Medixflow

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Start-up-Unternehmen Medixflow

...hier am Stand im Gespräch mit allen 3 Gründern von Medixflow...

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Start-up-Unternehmen Telepflege

...am Stand des Start-ups Telepflege...

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Start-up-Unternehmen AssistMe

...im Gespräch mit den jungen Unternehmern von AssistMe...

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Start-up-Unternehmen Memore

...beim Stand des Start-up-Unternehmens Memore...

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Start-up-Unternehmen Lindera

...und zusammen mit den Gründern von Lindera.

Source: BMG/Thomas Ecke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zusammen mit den Unternehmern aller 5 Start-ups auf der Bühne

Source: BMG/Thomas Ecke

Die Digitalisierung kommt im Gesundheitswesen an. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz und weiteren Regelungen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Digitalisierung den Alltag der Patientinnen und Patienten erreicht.

Um zu zeigen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet, haben wir „Innovation trifft Politik“ ins Leben gerufen: Start-ups stellen ihre kreative Ideen und Lösungen für die digitale Gesundheitsversorgung vor. Politik und Selbstverwaltung können den jungen Unternehmen zeigen, wie Innovationen am besten in die Regelversorgung integriert werden können. Dieses Mal geht es um:

  • eine App für sprachgesteuerte Dokumentation,

  • smarte Inkontinenzhosen, die Alarm schlagen,

  • eine Präventions-App, die Stürze verhindern soll,

  • eine Spielekonsole speziell für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen

  • und ein Telenetzwerk für die Pflege.

Die 5 Start-ups

Medixflow – Der digitale Assistent für Pflegedokumentation

Mit der App sollen die Pflegekräfte bei der Dokumentation unterstützt werden. So bleibt mehr Zeit für den Bewohner. Pflegekräfte können die Dokumentation per Sprachbefehl direkt während der Pflege der Bewohner erstellen. Der Assistent läuft lokal auf dem Smartphone – das heißt, es ist kein flächendeckendes Wlan nötig - und lässt sich über standardisierte Schnittstellen in bestehende Pflegedokumentationssysteme integrieren. Erste Projekte laufen mit der Caritas Stuttgart.

AssistMe – Präzisionspflege mit intelligenten Inkontinenzhosen

Die Sensorik in den Hosen erkennt Flüssigkeiten sowie Bewegungsmuster in Echtzeit und schlägt Alarm. Das ermöglicht Pflegekräften, ihre Patientinnen und Patienten zeitnah zu versorgen. So können ineffiziente Arbeitsabläufe, unnötige Arbeitsbelastung und Gesundheitsrisiken vermieden werden.

Lindera – Koordinierende Unterstützung durch die digitale Mobilitätsanalyse

Stürze können schwerwiegende Folgen haben – für Familien, Kassen und Fachkräfte. Und sie sind vermeidbar, wenn die Risikofaktoren bekannt sind. Mit der Lindera Mobilitätsanalyse, einem Medizinprodukt, wird das 3D-Bild der Gangbewegung mit der Smartphone-Kamera gemäß Expertenstandard für Menschen vor und in der Pflege analysiert. Bereits seit Anfang 2018 ist das Produkt in mehr als 100 Pflegeeinrichtungen im Einsatz und auch ein Pilotprojekt mit der größten privaten Kasse Brasiliens läuft bereits.

memoreBox – Spielerische Prävention und Rehabilitation für Senioren

Kegeln, Motorradfahren oder Tischtennis spielen – was früher selbstverständlich war, ist im hohen Alter oft nicht mehr so einfach möglich. Die memoreBox bringt diese Erlebnisse dank digitaler Technik ins Pflegeheim. Mit Hilfe der Box werden Bewegungen direkt auf den Fernseher übertragen, sodass die Bewohner „spielerisch“ in Bewegung bleiben. Die Spiele integrieren verschiedene therapeutisch-präventiv-rehabilitativ wirksame Elemente, die unter anderem aus Erkenntnissen der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie entwickelt wurden. Wissenschaftlich wird die memoreBox u.a. in der Charité Berlin, im Universitätsklinikum Hamburg und im Auftrag der BARMER an der Humboldt-Universität zu Berlin evaluiert.

Telepflege – Das Unterstützungsnetzwerk für eine optimale Versorgung zu Hause

Der demografische Wandel und die damit verbundene Alterung der Gesellschaft führen in vielen ländlichen Regionen zu einem steigenden Bedarf an Pflegedienstleistungen – und somit zu einem Fachkräfteengpass. Dem möchte das Projekt „Telepflege“ entgegenwirken. Trotz räumlicher Trennung sollen audiovisuelle Kommunikationsmittel beispielsweise zur Diagnostik, Konsultation und auch bei medizinischen Notfällen genutzt werden. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich auf der Primärversorgung. Insbesondere Hilfskräfte und pflegende Angehörige sollen Bilder, Töne und Daten an Pflegefachkräfte weiterleiten und die Fachkräfte so unterstützen.

Hintergrund

Junge Unternehmen und die Gesundheitspolitik können viel voneinander lernen: Sie entwickeln neue, kreative Ideen und Visionen für die digitale Gesundheitsversorgung - die Politik und die Selbstverwaltung wiederum können ihnen zeigen, wie Innovationen am besten in die Regelversorgung integriert werden können. Um beides zusammen zu bringen, haben wir die Veranstaltungsreihe „Innovation trifft Politik“ ins Leben gerufen.

Das Innovationsbüro im BfArM berät Start-ups regelmäßig bei ihrem Weg von der Entwicklung bis in die Versorgung. Denn viele kleine und mittelständische Unternehmen sind mit regulatorischen Fragestellungen bisher wenig vertraut.