„Es ist ok, so wie du bist." - Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität sollen künftig verboten werden

Sexuelle-Orientierung-und-geschlechtliche-Identität-Schutz-Gesetz

Homosexualität ist keine Krankheit. Dennoch werden viele Schwule und Lesben dazu gedrängt, eine sogenannte Konversionstherapie zu machen, damit sie „geheilt“ werden. Dagegen wollen wir vorgehen: Konversionstherapien, die die sexuelle oder geschlechtliche Identität einer Person gezielt verändern oder unterdrücken sollen, würden nach einem neuen Referentenentwurf verboten.

Schon der Begriff Therapie ist irreführend. Wir wollen sogenannte Konversionstherapien soweit wie möglich verbieten. Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid. Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund. Und ein Verbot ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an alle, die mit ihrer Homosexualität hadern: es ist ok, so wie du bist.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Verstöße sollen künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einem hohen Bußgeld geahndet werden.

Verbot für Konversionstherapien unter 18 Jahren

Verboten werden sollen Behandlungen bei Personen unter 18 Jahren. Unabhängig vom Alter sollen auch Behandlungen von Menschen verboten werden, die bei ihrer Entscheidung, sich behandeln zu lassen, einem Willensmangel unterliegen – zum Beispiel durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung.

Bei Personen zwischen 16 und 18 Jahren würde das Verbot nicht gelten, wenn der Behandler nachweisen könnte – und zu diesem Nachweis wäre er verpflichtet -, dass die behandelte Person über die notwendige Einsichtsfähigkeit in Bedeutung und Tragweite (Risiken) der Behandlung verfügt.

Werbeverbot für Konversionstherapien

Das Verbot würde auch für jegliches Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen bei Personen unter 18 Jahren gelten. Bei Personen ab 18 Jahren würden die „öffentliche“ Werbung und das „öffentliche“ Anbieten sowie das Vermitteln verboten.