8. Integrationsgipfel

17. November 2015. Beim 8. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt diskutierten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und die Integrationsbeauftragte Aydan Özoğuz heute mit Vertretern des Gesundheitsbereichs, der Migrantenorganisationen und der Ärzteverbände über die medizinische Versorgung und Pflege von Menschen mit Migrationshintergrund. 

Unser Gesundheitswesen ist eine tragende Säule für die Integration. Wie in kaum einem anderen Bereich werden in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung buchstäblich verletzliche Seiten von Menschen angesprochen. Je positiver die Erfahrungen in der Versorgung sind, desto eher tragen sie zur Integration bei, weil sie Vertrauen schaffen und stärken können. Ein Gesundheitswesen, das auf Einwanderer eingestellt ist, kann auch die Versorgung der Flüchtlinge besser leisten.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe


Das Bundesgesundheitsministerium trägt mit zahlreichen Maßnahmen dazu bei, den Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung von Menschen mit Migrationshintergrund sicherzustellen und weiter zu verbessern.

So wurden beispielsweise mit dem Präventionsgesetz, das am 25. Juli dieses Jahres in Kraft trat, wurde ein wichtiges Instrument geschaffen, um Migrantinnen und Migranten besser mit Angeboten der Gesundheitsförderung zu erreichen.

Am 13. November hat der Bundestag eine umfassende Pflegereform beschlossen. Diese Leistungen kommen allen Pflegebedürftigen zugute. Angesichts einer steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Migrantinnen und Migranten sollen die Informationen über die Pflegeversicherung und der Zugang zu den Pflegeleistungen verbessert werden. Deshalb wurden z.B. die Broschüren „Pflegebedürftig – was nun?“ und eine Informationsbroschüre über das Pflegestärkungsgesetz in einer englischen, türkischen, russischen und arabischen Sprachfassung aufgelegt.

Beim deutsch-türkischen Gesundheitssymposium im Mai dieses Jahres stand die kultursensible Versorgung im Krankenhaus als auf der Agenda. Diskutiert wurde, wie gerade die medizinische und pflegerische Versorgung türkischstämmiger Bürger in Deutschland noch weiter verbessert werden kann. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und sein türkischer Amtskollege Mehmet Müezzinoğlu haben bei diesem Anlass eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei weiter auszubauen.

Damit gesundheitliche Maßnahmen und Informationen bei den Menschen aber auch wirklich ankommen, müssen sie richtig verstanden werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet bereits seit vielen Jahren Informationsmaterial in unterschiedlichsten Sprachen zu Themen wie Kindergesundheit, Impfen, Hygiene oder Krankheiten wie HIV an. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht Impfkalender in 20 Sprachen. Aktuell entsteht im Bundesgesundheitsministerium ein Gesundheits-Ratgeber für Asylbewerber.