Impfung schützt vor Masern

17. April 2015. Die Zahl der Masern-Erkrankungen ist nach wie vor sehr hoch. Mehr als 1000 Menschen haben sich seit Oktober allein in Berlin mit Masern infiziert. Am 20. April beginnt die Europäische Impfwoche.

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Dennoch gibt es immer noch Impflücken in allen Altersstufen. 

Wer sich impfen lässt, zeigt damit nicht nur Verantwortungsgefühl für sich selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn wer leichtfertig eine Impfung ablehnt, gefährdet auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche

Die Impfwoche beginnt am 20.4.2015 und steht unter dem Motto „Impflücken schließen“. Dass impfpräventable Krankheiten wie die Masern nicht harmlos sind, das zeigt der seit Monaten anhaltende Masernausbruch in Berlin, bei dem etwa ein Viertel der Betroffenen ins Krankenhaus musste und ein Todesfall zu beklagen war. Aber nicht nur Berlin ist betroffen – auch in anderen Bundesländern wurden Masernausbrüche gemeldet. 

Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen, um die Impflücken zu schließen. Mit dem Präventionsgesetz wird die Beratung und Aufklärung zum Impfschutz verbessert. Wir müssen alle Gesundheits-Routineuntersuchungen nutzen, um den Impfschutz zu überprüfen. Und bei der Aufnahme in die Kita muss künftig ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Aus zahlreichen Untersuchungen ist bekannt, dass die Patienten beim Impfen dem Rat ihres Arztes oder ihrer Ärztin folgen. Daher soll der Arzt-Patienten-Kontakt verstärkt genutzt werden.

Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote

Deutschland hat in den vergangenen Jahren im Bereich der Masernimpfung bei Kindern wichtige Fortschritte erzielt. Wie die aktuellen Fälle zeigen, dürfen diese Anstrengungen nicht nachlassen.

Es bleibt wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen, die für die Masern-Elimination erforderlichen Impfquoten von 95  Prozent für die zwei von der STIKO empfohlenen Impfungen zu erreichen. In vielen Fällen erfolgen Impfungen noch immer zu spät und nicht, wie von der STIKO empfohlen, bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres. In der Altersgruppe der Ein- bis Sechsjährigen ist daher der Anteil der Kinder, die für eine Maserninfektion empfänglich sind, immer noch sehr hoch. Für die betroffenen Kinder bleibt das Erkrankungsrisiko in dem Zeitraum bis zur Vervollständigung des Impfschutzes erhöht. Gerade in Gemeinschaftseinrichtungen, wie der Kita, bedeutet das, dass sich zum Beispiel beim Auftreten von Masern größere Krankheitsausbrüche ereignen können. Um die Impfquoten zu erhöhen, ergreift das Bundesministerium für Gesundheit zahlreiche Maßnahmen. Neben beispielsweise der Kampagne der BZgA "Deutschland sucht den Impfpass" und den Aufklärungsblättern über die MMR-Impfungen des RKI in 15 Sprachen gehören dazu Regelungen, die mit dem Präventionsgesetz geplant sind, dessen Entwurf am 17. Dezember 2014 vom Kabinett beschlossen wurde:

Einführung des Nachweises über eine ärztliche Beratung vor der Kita

Die ärztliche Beratung zum Impfschutz durch den Kinder- oder Hausarzt ist der richtige Weg, um einen frühzeitigen Schutz der Kinder zu erreichen und gefährliche Krankheiten, wie z.B. Masern, auszurotten. Der Entwurf des Präventionsgesetzes sieht deshalb eine ärztliche Impfberatung vor, die Eltern künftig beim Eintritt ihres Kindes in die Kita vorlegen müssen. Das ist sinnvoll, weil gerade bei gefährlichen Krankheiten, wie etwa Masern, kleine Kinder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben und auch das Ansteckungsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen, wie der Kita zunimmt. Die Beratung dient dazu, Eltern verstärkt über solch gefährliche Krankheiten und Möglichkeiten des Schutzes ihres Kindes aufzuklären und den Impfschutz zu verbessern.

Überprüfung des Impfstatus bei den Gesundheitsuntersuchungen

Die größten Impflücken bestehen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Daten aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des RKI aus den Jahren 2003-2006 zeigen, dass nur 77,5% der 14-17-Jährigen einen vollständigen Schutz gegen Masern aufwiesen. Das geplante Präventionsgesetz sieht daher vor, dass der behandelnde Arzt den Impfstatus bei Gesundheitsuntersuchungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche künftig überprüft und zu empfohlenen Schutzimpfungen berät.