Tag der Organspende

5. Juni 2015. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ fand am Samstag, dem 6. Juni 2015, der bundesweite Tag der Organspende statt. Überall in Deutschland setzten sich an diesem Tag Politiker, Kirchenvertreter, Prominente, Ärzte, Organempfänger und Angehörige gemeinsam dafür ein, dass sich mehr Menschen mit der Frage der Organspende auseinandersetzen und ihre Entscheidung treffen.

Jede und jeder von uns kann schon morgen in die Situation kommen, eine Organspende zu benötigen – sei es durch eine Krankheit oder einen Unfall. In Deutschland warten mehr als 10.000 Menschen auf ein Leben rettendes Spenderorgan. Vielen von ihnen könnte geholfen werden, wenn mehr Menschen einen Organspendeausweis mit sich tragen würden. Der Tag der Organspende lädt dazu ein, sich zu informieren, mit anderen zu sprechen und vielleicht schon heute einen Organspendeausweis auszufüllen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

In einer über 30-jährigen Tradition findet der Tag der Organspende jeweils am ersten Samstag im Juni statt. Veranstalter sind der Bundesverband der Organtransplantierten, der Bundesverband Niere, die Lebertransplantierten Deutschland e.V., die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Deutsche Transplantationsgesellschaft.

Zentrale Großveranstaltung in Hannover

Die zentrale Großveranstaltung – in diesem Jahr in Hannover – begann mit einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Marktkirche. Beim Bühnenprogramm auf dem Kröpcke unterstützten zahlreiche Prominente wie Heinz Rudolf Kunze, Marquess oder Mary Roos das Thema Organspende musikalisch. Die Schirmherrschaft für den Tag der Organspende hatte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil übernommen, eröffnet wurde das Programm von Sozialministerin Cornelia Rundt. Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, hat ein Grußwort gesprochen.

Das detaillierte Programm sowie weitere Informationen finden Sie auf www.organspendetag.de.

Einstellung zur Organ- und Gewebespende

Eine aktuelle Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt eine weitgehende Akzeptanz und eine noch höhere Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende als in den vergangenen Jahren. 80 Prozent der Befragten stehen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber, 71 Prozent sind grundsätzlich damit einverstanden, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe und Gewebe entnimmt. 2013 waren es 68 Prozent. 

71 Prozent der Menschen in Deutschland sagen, dass sie zu einer Organspende grundsätzlich bereit sind. Trotzdem stirbt alle 8 Stunden ein Mensch, weil kein passendes Organ zur Verfügung steht. Denn viele halten weder ihren Willen schriftlich fest, noch teilen sie ihre Entscheidung ihren Angehörigen mit. Deshalb ist der Organspendeausweis so wichtig. Jeder sollte sich informieren, bewusst entscheiden und mit der eigenen Familie darüber sprechen. Denn diese Entscheidung kann Leben retten.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Seit 2012 steigt in Deutschland die Zahl der Personen, die einen Organspendeausweis ausgefüllt haben: Hatten 2012 lediglich 22 Prozent ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende in einem Ausweis dokumentiert, waren es 2013 schon 28 Prozent. Dieser Trend setzt sich in 2014 fort - inzwischen besitzen 35 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis.

Information und Aufklärung sind weiterhin in großem Umfang nötig. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) fühlt sich zum Thema Organ- und Gewebespende weniger gut bis schlecht informiert. Die BZgA hält deshalb ein breites Informationsangebot unter www.organspende-info.de bereit. Zudem setzen das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Herbst 2015 die gemeinsame Informationskampagne fort. Sie steht unter dem Motto "Mein Ausweis – meine Entscheidung! Nachdenken. Darüber reden. Entscheiden."

Alle zwei Jahre informieren die Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen ihre Versicherten über die Organ- und Gewebespende und über den Nutzen und die Möglichkeiten des Organspendeausweises.

Hier finden Sie ein Informationsblatt mit ausgewählten Studienergebnissen zum Download.

ORGANPATEN-Preis 2016

Unter dem Motto "Organspende. Entscheiden – und darüber reden!" findet der Wettbewerb zum ORGANPATEN-Preis 2016 statt.

Gemeinsam suchen das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ab sofort bis zum 30. November 2015 kreativ herausragende Ideen und Vorschläge zur Gestaltung von Plakaten bis hin zu Motiven im Postkartenformat. Ziel ist, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte, die mit der Versorgung von Patienten befasst sind, mit dem Thema Organspende auseinandersetzen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb können Sie der Pressemitteilung vom 3. Juni 2015 entnehmen.