Rede auf dem Berliner Demografie Forum 2015

19. März 2015. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat am 19. März beim 4. Berliner Demografie Forum in seiner Rede über demografische Veränderungen, Folgen für das Gesundheitswesen in Deutschland und Maßnahmen der Bundesregierung gesprochen.

Auch wenn der Bevölkerungswandel tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen wird und einige bereits heute spürbar sind, hält Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nichts davon, diese Entwicklung nur negativ zu sehen. Deutschland sehe er aufgrund der vorhandenen Ressourcen vielmehr in der Lage, sich den Herausforderungen zu stellen.

Dabei hob Minister Gröhe besonders die Bedeutung vom ehrenamtlichen Engagement und einer generationenübergreifenden funktionierenden Gemeinschaft hervor: "Nur gemeinsam – und gemeinschaftlich – werden wir die Herausforderungen des demografischen Wandels bewältigen."

Beispiele eingeleiteter Maßnahmen

Die Bundesregierung hat die Folgen und Herausforderungen des demografischen Wandels bereits in vielen gesetzgeberischen Vorhaben für das Gesundheitswesen berücksichtigt und wird dies auch weiter tun.

  • Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz reagiert auf die Herausforderung, dass trotz der Attraktivität urbaner Räume auch die medizinische und pflegerische Betreuung im ländlichen Raum zukünftig sichergestellt werden kann.
  • Die Bundesregierung hat die Pflege zu einem zentralen politischen Schwerpunkt gemacht. Ziel ist die Stärkung der Pflege durch gleich zwei Pflegestärkungsgesetze in dieser Wahlperiode. Das erste Pflegestärkungsgesetz ist seit dem 1. Januar 2015 in Kraft. Es bringt bereits Leistungsverbesserungen in einer Größenordnung von jährlich 2,4 Milliarden Euro für alle derzeit 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland. Dies sind Verbesserungen, die unmittelbar bei den Betroffenen ankommen.
  • Mit dem E-Health-Gesetz, dessen Referentenentwurf vor wenigen Wochen vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt wurde, wird die Grundlage dafür geschaffen, dass künftig mehr Menschen die Vorteile der Telematik und Telemedizin bundesweit nutzen können.
  • Durch das geplante Präventionsgesetz werden zukünftig strukturelle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Prävention und Gesundheitsförderung in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen als gemeinsame Aufgabe der Sozialversicherungsträger und der Akteure in den Ländern und Kommunen gestaltet werden wird - zum Beispiel in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben und stationären Pflegeeinrichtungen.