Unterstützung im Kampf gegen Ebola

23. September 2014. Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika ist die schlimmste Epidemie seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Im Kampf gegen das Ebola-Virus hat die Bundesregierung schnelle deutsche Unterstützung zugesagt. Der Krisenstab beim Auswärtigen Amt koordiniert die humanitäre Gesamthilfe Deutschlands. Das Bundesgesundheitsministerium trägt mit einer Reihe von Maßnahmen dazu bei, die betroffenen Staaten bei der Bekämpfung der Epidemie zu unterstützen und die weitere Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Seit April 2014 sind Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) und Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) in der Krisenregion. Die Experten unterstützen vor Ort bei der Analyse von Proben auf Ebola in eigens dafür bereit stehenden mobilen Laboren. Damit können Erkrankte eindeutig identifiziert, entsprechend behandelt und isoliert werden. Aufgrund der hohen Belastung wechselt das Team alle vier Wochen. Zudem wurden RKI-Epidemiologen an das WHO-Hauptquartier nach Genf und direkt nach Liberia entsandt.

Für den Zeitraum von 2014 bis 2016 fördert das BMG ein Schulungsprogramm des RKI ("Ebola-Projekt"), mit dem medizinisches Personal im Umgang mit hochinfektiösen Patienten geschult wird. Das Programm richtet sich an die Anrainerstaaten der von Ebola betroffenen Gebiete. Damit soll das örtliche medizinische Personal in die Lage versetzt werden, mit Ebola infizierte Patienten zu erkennen und sachgerecht zu versorgen. Nur so kann die weitere Ausbreitung gestoppt werden. Das erste Expertenteam soll in wenigen Wochen seine Arbeit aufnehmen. Das Programm wird im Jahr 2015 nochmals deutlich ausgebaut. Ziel ist, die Gesundheitssysteme der umliegenden Länder zu stärken, die Staaten auf den Umgang mit Ebola vorzubereiten und so die weitere unkontrollierte Ausbreitung der Epedemie einzudämmen.

Darüber hinaus hat das BMG die Aufnahme eines mit Ebola infizierten senegalesischen WHO-Mitarbeiters zur medizinischen Behandlung im Kompetenz- und Behandlungszentrum Nord in Hamburg unterstützt und mit organisiert.

Das Bundesministerium für Gesundheit beabsichtigt zudem in den Jahren für 2014 bis 2017 zwei Projekte zur Krankheitsbekämpfung zu fördern, eine klinische Studie mit einem Impfstoff gegen Ebola im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung sowie die Forschung im Paul-Ehrlich-Institut zur Entwicklung einer Therapie mit Hyperimmunplasma.

Ressortbesprechung zum deutschen Engagement

Angesichts der dramatischen Lage in Westafrika hat am 19.09.2014 im Auswärtigen Amt eine Ressortbesprechung zum deutschen Engagement im Kampf gegen die Ebola-Epidemie stattgefunden. Neben der Unterstützung des Krisenplans der Vereinten Nationen haben sich die Staatssekretäre auf weitere konkrete Maßnahmen verständigt.

Erfahren Sie mehr über die Ergebnisse der Ressortbesprechung.