Dritter Bericht "Gesundheit in Deutschland" veröffentlicht

3. Dezember 2015. Das Bundesministerium für Gesundheit und das Robert Koch-Institut haben heute den Bericht "Gesundheit in Deutschland" vorgestellt. Nach 1998 und 2006 erschien die Studie zum nunmehr dritten Mal. Konkret geht es um die Fragen: Wie steht es um unsere Gesundheit? Welche Faktoren beeinflussen sie? Wie ist es in Deutschland um Prävention und Gesundheitsförderung bestellt?

Rund drei Viertel der Frauen und Männer in Deutschland sehen ihren Gesundheitszustand als "gut" oder "sehr gut". Dies ist eine Erkenntnis, die das Bundesministerium für Gesundheit und das Robert Koch-Institut (RKI) in ihrem dritten Bericht "Gesundheit in Deutschland" festhalten. Gemeinsam mit RKI-Präsident Prof. Lothar H. Wieler sowie Prof. Petra Kolip (Universität Bielefeld), Leiterin der Kommission "Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsmonitoring", hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Bericht heute in Berlin vorgestellt:

Unser Ziel ist, dass sich alle Menschen in unserem Land unabhängig von Wohnort und Geldbeutel auch in Zukunft auf eine hochwertige medizinische Versorgung verlassen können", so der Minister. "Dazu müssen wir neue Herausforderungen rechtzeitig erkennen und schnell, zielgerichtet und nachhaltig darauf reagieren. Der Bericht 'Gesundheit in Deutschland' ist dafür eine ganz wichtige Grundlage. Wir haben in dieser Wahlperiode bereits einiges angestoßen, um die großen Herausforderungen anzupacken: Wir stärken die Pflege und die Prävention, verbessern die Qualität der Krankenhausversorgung und sorgen dafür, dass die Patientinnen und Patienten endlich den Nutzen der Digitalisierung spüren. Dabei geht es selbstverständlich auch immer zugleich um die nachhaltige Finanzierung unseres Gesundheitswesens.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Unterschiede werden kleiner

Fest steht: In Sachen Versorgung und Gesundheitsverhalten gibt es in Deutschland kaum noch Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern. Dies legt bereits der Blick auf die Lebenserwartung nahe: mittlere Lebenserwartung der Frauen bei Geburt 82,7 Jahre, bei Männern 77,7 Jahre. Darüber hinaus verzeichnet der Bericht seit 2004 einen kontinuierlichen Rückgang jugendlicher Raucher.

Gesunken sind die Sterblichkeitsraten für die meisten Krebsarten sowie die Sterblichkeit an Koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Allerdings hat seit dem ersten Gesundheitsbericht die Zahl der bekannten Diabeteserkrankungen zugenommen: Insgesamt leiden ca. 4,6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren an einem Diabetes mellitus. Addiert man die 1,3 Millionen, die an einem unbekannten Diabetes leiden sowie die über 80-Jährigen, dann beläuft sich die Gesamtzahl der Patienten etwa auf 6,7 Millionen.

Wichtige Weichenstellungen

Einer der beiden Haupteinflussfaktoren auf Gesundheit und Versorgung ist der demografische Wandel. Ein Drittel des Anstiegs bei bekannten Diabeteserkrankungen wird beispielsweise auf demografische Alterung zurückgeführt. Eine weitere bestimmende Entwicklung ist die soziale Lage. Laut Bericht haben Männer mit hohem Einkommen eine um elf Jahre höhere Lebenserwartung als Männer mit sehr niedrigem Einkommen.

Beim Thema Prävention etwa – ein wichtiger Baustein in der Vermeidung von Volkskrankheiten – orientiert sich die Gesetzgebung daher an den Lebenswelten der Menschen. Das in diesem Sommer in Kraft getretene Präventionsgesetz setzt gezielt dort an, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Auch mit den Behörden in seinem Geschäftsbereich leistet das Bundesgesundheitsministerium einen essenziellen Beitrag. Das zeigt allen voran das Beispiel Diabetes: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) plant seine Informationsarbeit zu verstärken. Im RKI entsteht derzeit ein Nationales Diabetes-Überwachungssystem.

Und natürlich lassen sich aus der Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Instituts wichtige Rückschlüsse für eine bessere Versorgung und Prävention ziehen. Der Bericht "Gesundheit in Deutschland" ist nur eine von einer ganzen Reihe an Expertisen.