Symposium für eine kultursensible Gesundheitsversorgung

16. März 2016. Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz hat heute das Symposium "Medizinische und Pflegerische Versorgung von Migrantinnen und Migranten" eröffnet. Die Veranstaltung befasst sich mit Möglichkeiten, den Zugang von Menschen mit Migrationshintergrund zur Gesundheitsversorgung und Pflege zu verbessern.

Die Parlamentarische Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz bei ihrer Eröffnungsrede

Die Parlamentarische Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz hielt die Eröffnungsrede beim Symposium, ...

Quelle: Bildquelle: BMG/Krampe

Die Parlamentarische Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz inmitten anderer Teilnehmer

... das Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gesundheitswesen sowie Migrantenverbände vereinte.

Quelle: Bildquelle: BMG/Krampe

Eine gute Gesundheitsversorgung schafft Vertrauen und kann einen bedeutenden Beitrag zur Integration leisten. Im Rahmen eines Symposiums des Bundesministeriums für Gesundheit diskutieren heute Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Versorgungsbereichen, wie z. B. Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sowie Migrantenverbänden über Verbesserungen in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung von Zuwanderern. Menschen mit Migrationshintergrund nehmen seltener Behandlungsleistungen oder Präventionsangebote wahr als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Um den Zugang und die Versorgung insgesamt zu verbessern, ist es notwendig, ein Bewusstsein für einen kultursensiblen Umgang zu schaffen. Denn in der Gesundheitsversorgung und Pflege begegnen sich Menschen in sehr intimen Bereichen. Hier geht es auch darum, persönliche Grenzen hinsichtlich Empfindungen, Schmerzerfahrung oder Intimsphäre einzuhalten.

Gelungene Beispiele aus der Praxis

Im Rahmen des Symposiums werden Erfolgsbeispiele vorgestellt – etwa mit Blick auf die Qualifizierung des pflegerischen Personals im Umgang mit Zugewanderten, die Mütter- und Kindergesundheit, sowie die Behandlung psychischer Erkrankungen. Auf der Agenda stehen Themen wie "Interkulturelle Altenpflege", "Interkulturelle Aktivitäten – Umgang mit Schmerz, Sterbebegleitung, Traumabelastungen“ oder "Geburt bei Migrantinnen".

Ebenfalls Tagungsinhalt ist die Frage, wie Krankenkassen mit kultursensiblen Initiativen Menschen mit Migrationshintergrund einen besseren Zugang zu einzelnen Leistungen bieten können. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation diskutieren die Teilnehmenden außerdem über neue Anforderungen an gesundheitliche Integrationsleistungen.

Das Symposium wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Vivantes Netzwerk für Gesundheit, der AOK Nordost sowie der Ärztekammer Berlin organisiert.

Initiativen des Bundesgesundheitsministeriums

In ihrem Grußwort beschrieb die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz zahlreiche Maßnahmen des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Zuwanderern. So wird beispielsweise das Präventionsgesetz dort einen Zugang zu Gesundheitsvorbeugung sicherstellen, wo die Menschen den Großteil ihrer Zeit verbringen. Entsprechend kultursensibel sollen sich Angebote gestalten.

Zudem fördert das Bundesgesundheitsministerium ein Projekt des Deutschen Olympischen Sportbundes, das unter Migrantinnen und Migranten ab 60 mehr Enthusiasmus für Bewegung im Alltag weckt. Eine vom Ministerium beauftragte Studie soll klären, welche besonderen Bedürfnisse bei der Pflege von Zuwanderern zu berücksichtigen sind. Im Mai letzten Jahres hatte Widmann-Mauz bereits das erste Deutsch-Türkische Gesundheitssymposium eröffnet. Dieses thematisierte die gesundheitspolitische Kooperation beider Länder sowie die Versorgung türkischstämmiger Menschen in der Bundesrepublik.

Im Rahmen des Asylbewerberbeschleunigungsgesetz wurden zahlreiche Verbesserungen für die Versorgung von Asylbewerbern vorgenommen, z. B. eine Verbesserungen beim Impfen, in der Traumabehandlung, Regelungen zur Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge oder die Möglichkeit, dass Flüchtlinge mit medizinischen Kenntnissen die behandelnden Ärzte in Erstaufnahmeeinrichtungen unterstützen können.

Darüber hinaus veröffentlichte das Bundesgesundheitsministerium Anfang des Jahres den "Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende", der in sieben Sprachfassungen verfügbar ist. Das Robert Koch-Institut unterstützt die Bundesländer mit Expertise und konkreten Konzepten, z.B. zum Impfen oder zur Durchführung von Erstuntersuchungen.