Projekt zur Erforschung der Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Gesundheitsministerien startet

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat ein Projekt zur Erforschung der Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Gesundheitsministerien in Auftrag gegeben, das zum 1. Juli 2017 startet. Dabei werden sowohl das Ministerium für Gesundheitswesen der DDR, das bereits seit 1949 bestand, als auch das Bundesministerium für Gesundheit, das 1962 gegründet wurde, untersucht.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Die Würde und das Wohl jedes einzelnen Menschen müssen immer im Mittelpunkt der Bemühungen um Gesundheitsförderung und einer guten Patientenversorgung stehen. Doch in der Zeit des Nationalsozialismus waren auch Teile des Gesundheitswesens daran beteiligt, die Würde der Menschen mit Füßen zu treten und Menschen zu vernichten, denen auf der Grundlage einer verbrecherischen Ideologie ein Lebensrecht abgesprochen wurde. Wie die beiden deutschen Gesundheitsministerien mit diesem schweren Erbe umgegangen sind, wollen wir mit diesem Projekt klären. Das ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte."

Die beiden Teilstudien werden vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam unter Leitung von Herrn Prof. Frank Bösch und vom Institut für Zeitgeschichte in München unter Leitung von Herrn Prof. Andreas Wirsching durchgeführt. Beide Institute bearbeiten derzeit auch das Aufarbeitungsprojekt des Bundesministeriums des Innern (BMI), auf das das Projekt des BMG in Teilen aufsetzt, weil das 1962 neu geschaffene BMG eine Ausgründung aus der Gesundheitsabteilung des BMI war.

Die Ergebnisse der beiden Teilstudien sollen 2020 vorliegen und in einer Tagung der Öffentlichkeit vorgestellt werden