Gröhe: "Globale Gesundheit gemeinsam gestalten"

Bundesgesundheitsminister beruft Internationales Beratergremium

Berlin,  17. August 2017

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat sechs hochrangige Expertinnen und Experten in ein "Internationales Beratergremium zur globalen Gesundheitspolitik" berufen. Dieser Beirat trat heute in Berlin erstmals zusammen. Er soll das Bundesgesundheitsministerium bei der Neuausrichtung der Strategie zur internationalen Gesundheitspolitik beraten.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Wir haben die deutsche Unterstützung für andere Staaten bei Gesundheitskrisen spürbar ausgebaut und auch unsere finanziellen Beiträge für die globale Gesundheit deutlich gesteigert. Globale Gesundheitspolitik ist damit zu einem Markenzeichen der internationalen Verantwortung unseres Landes geworden. Diese Verantwortung werden wir im Rahmen der Staatengemeinschaft mit unserem starken Gesundheitswesen und unseren gut ausgebildeten Fachkräften auch in Zukunft kraftvoll wahrnehmen – das ist nicht nur Ausdruck unserer Solidarität mit ärmeren Staaten, sondern liegt auch in unserem eigenen Interesse. Wir werden daher unsere Strategie zur globalen Gesundheitspolitik weiterentwickeln. Ich freue mich, dass wir sechs international anerkannte Expertinnen und Experten gewinnen konnten, die bei der Erarbeitung dieses Konzepts ihr Wissen und ihren Erfahrungen einbringen."

Dem "Internationalen Beratergremium zur globalen Gesundheitspolitik" (International Advisory Board on Global Health) gehören an:

  1. Vorsitz: Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Centre, Graduate Institute of International and Development Studies in Genf
  2. Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie Charité
  3. Dr. Christopher Elias, Präsident des Global Development Program, Bill & Melinda Gates Stiftung
  4. Prof. Jeremy Farrar, Direktor des Wellcome Trusts
  5. Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften
  6. Dr. Matshidiso Rebecca Moeti, WHO Regionaldirektorin für Afrika

Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Vorsitzende des Beratergremiums: "Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine Vorreiterrolle im Bereich der globalen Gesundheit übernommen. Ein Kennzeichen dieses Erfolges ist die multilaterale Vorgehensweise und die Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Akteuren. Das Beratergremium will Deutschland dabei unterstützen, neue Maßstäbe in der globalen Gesundheit zu setzen."

Deutschland hat die Gesundheit in diesem Jahr auf die Tagesordnung der internationalen Politik gebracht. Ereignisse wie der verheerende Ebola-Ausbruch in Afrika und weltweit zunehmende Antibiotika-Resistenzen zeigen, dass die Welt unzureichend auf internationale Gesundheitskrisen vorbereitet ist. Die Hamburger Erklärung der G20-Staats- und Regierungschefs und die Berliner Erklärung der G20-Gesundheitsminister bringen deutliche Fortschritte diesen zwei großen Herausforderungen der Zukunft: dem Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und der Verbesserung des weltweiten Gesundheitskrisenmanagements. Auf diese und weitere Entwicklungen im Gesundheitsbereich muss die internationale Staatengemeinschaft Antworten geben.

Das neu gegründete Internationale Beratergremium wird Impulse für die Lösung globaler gesundheitspolitischer Herausforderungen geben. Die Gestaltungsmöglichkeiten Deutschlands in der internationalen Gemeinschaft stehen dabei im Fokus. Das nächste Treffen des Internationalen Beratergremiums ist für Ende 2017 vorgesehen.

Zur Neuausrichtung der Strategie zur globalen Gesundheitspolitik ist ein umfangreicher Austausch aller Ressorts der Bundesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft, privater Wirtschaft und Politik geplant. Gerade im Hinblick auf die nächsten Schritte des Reformprozesses in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und damit verbunden einer nachhaltigen Finanzierung der internationalen Gesundheitspolitik ist auch eine Zusammenarbeit mit den internationalen Stiftungen am Standort Berlin ein wichtiges Ziel.