Gemeinsam Gesundheitssysteme fördern

Nachhaltig wirksame Lösungen im Hinblick auf gesundheitspolitische Fragen und Herausforderungen benötigen den Blick über nationale Grenzen und Zuständigkeiten hinaus. Daher unterhält das BMG neben der Zusammenarbeit in multilateralen Initiativen und internationalen Institutionen den direkten (bilateralen) Austausch mit den jeweiligen nationalen Gesundheitsbehörden weltweit.

Unter den EU-Mitgliedsländern hat Deutschland durch die Wiedervereinigung eine besondere Expertise in der Transformation staatlicher Gesundheitssysteme erworben. Nicht zuletzt deshalb ist es zu einem wichtigen Partner anderer Staaten geworden, wobei der Schwerpunkt der Bemühungen in Mittel- und Osteuropa sowie in Staaten Asiens, Zentralasiens und der arabischen Halbinsel liegt. In ausgesuchten Bereichen wird so die medizinische Versorgung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig unterstützt. Dabei werden zum einen klinische Kooperationsvorhaben (auch im Bereich der hochspezialisierten Versorgung) von deutschen Einrichtungen mit Partnereinrichtungen im Ausland unterstützt, um strukturelle, evaluierbare Verbesserungen in Versorgungsbereichen zu erreichen. Zum anderen werden Beratungsleistungen für systemische Veränderungen zur Verfügung gestellt. Zur Erreichung dieser Ziele bauen die Kooperationen auch auf zivilgesellschaftliche Strukturen in den jeweiligen Partnerländern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die nachbarschaftliche Zusammenarbeit, die sich im Besonderen mit der grenznahen Gesundheitsversorgung, insbesondere beim Rettungswesen, befasst.

Das international anerkannte hohe Niveau der medizinischen Ausbildung in Deutschland ist auch eine Gelegenheit, für den Gesundheitsstandort Deutschland zu werben. Dies geschieht im Rahmen bilateraler Kooperationen und im Verbund mit anderen Ressorts durch die Unterstützung strukturierter Facharztausbildungsprogramme für Ärzte unterschiedlicher Profession. Die Mediziner kommen aus derzeit neun Partnerstaaten (Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Qatar, Oman, Kuwait, Russische Föderation, Kasachstan, Aserbeidschan, Brunei).

Neben der Ausbildungsqualität schaffen sowohl die Effektivität und Effizienz systemischer Elemente des deutschen Gesundheitswesens als auch die Produktvielfalt und -qualität deutscher Pharmazie- und Medizintechnikhersteller Anreize und Voraussetzungen für bilaterale Kooperationen. Das hohe Versorgungsniveau in Deutschland ist auch ein Resultat der Innovationsstärke der deutschen Gesundheitswirtschaft. Gerade für Schwellenstaaten nimmt Deutschland hier eine Vorbildfunktion ein, wodurch dieser Themenbereich ein integraler Bestandteil der Gesundheitssystementwicklung des BMG ist.