So können Sie Leistungen beantragen

Pflegeleistungen beantragen

Wer Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen muss, stellt einen Antrag bei der Pflegekasse. Die Pflegekasse befindet sich bei der Krankenkasse. Den Antrag können auch Familienangehörige, Nachbarn oder gute Bekannte stellen, wenn sie dazu bevollmächtigt sind. Sobald der Antrag bei der Pflegekasse gestellt wurde, beauftragt diese den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder einen unabhängigen Gutachter bzw. eine unabhängige Gutachterin mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

Privat Versicherte stellen einen Antrag bei ihrer Versicherung. Die Begutachtung erfolgt dann durch Gutachter und Gutachterinnen des Medizinischen Dienstes MEDICPROOF.

Bearbeitungs- und Begutachtungsfristen

Die gesetzlich vorgegebene Bearbeitungsfrist für Anträge auf Pflegeleistungen beträgt 25 Arbeitstage. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung, in einem Hospiz oder während einer ambulant-palliativen Versorgung muss die Begutachtung innerhalb einer Woche durchgeführt werden, wenn dies zur Sicherstellung der weiteren Versorgung erforderlich ist oder wenn Pflegezeit oder Familienpflegezeit beantragt werden soll. Befindet sich die pflegebedürftige Person in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden, und wird die Inanspruchnahme von Pflegezeit oder Familienpflegezeit beabsichtigt, gilt eine Bearbeitungsfrist von zwei Wochen.

 Checkliste

  1. Setzen Sie sich mit Ihrer Kranken-/Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe in Verbindung. Selbstverständlich kann dies auch ein Familienmitglied oder eine Person aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis übernehmen, wenn Sie dieser Person eine Vollmacht geben.
  2. Nach Eingang des Antrags auf Leistungen der Pflegeversicherung übermittelt Ihnen die Pflegekasse eine Vergleichsliste über die Leistungen und Vergütungen der zugelassenen Pflegeeinrichtungen.
  3. Sie haben darüber hinaus einen Anspruch auf frühzeitige und umfassende Beratung durch die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater Ihrer Pflegekasse. Der Anspruch gilt auch für Angehörige und weitere Personen, zum Beispiel ehrenamtliche Pflegekräfte, sofern Sie zustimmen. Sobald Sie Ihren Antrag auf Leistungen gestellt haben, bietet Ihnen die Pflegekasse einen konkreten Termin für eine Pflegeberatung an. Die Pflegeberatung muss innerhalb von zwei Wochen durchgeführt werden. Die Pflegekasse benennt Ihnen außerdem einen Berater oder eine Beraterin, der oder die persönlich für Sie zuständig ist. Davon abweichend kann Ihnen die Pflegekasse auch einen Beratungsgutschein ausstellen, in dem unabhängige und neutrale Beratungsstellen benannt sind. Sie können den Beratungsgutschein innerhalb von zwei Wochen bei einer der benannten Beratungsstellen einlösen. Auf Ihren Wunsch kommt der Berater oder die Beraterin auch zu Ihnen nach Hause.
    Wenn es in Ihrer Region einen Pflegestützpunkt gibt, können Sie sich ebenso an diesen wenden. Näheres erfahren Sie bei Ihrer Pflegekasse.
    Die private Pflege-Pflichtversicherung bietet die Pflegeberatung durch das Unternehmen "COMPASS Private Pflegeberatung" an. Die Beratung erfolgt bei Ihnen zu Hause, in einer stationären Pflegeeinrichtung, im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung.
  4. Sobald Sie Leistungen der Pflegeversicherung beantragt haben, beauftragt Ihre Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder einen anderen unabhängigen Begutachtungsdienst mit der Begutachtung zur Feststellung Ihrer Pflegebedürftigkeit.
  5. Führen Sie ein Pflegetagebuch darüber, bei welchen Verrichtungen Sie Hilfe benötigen (zum Beispiel beim Waschen, Anziehen, Essen) und wie viel Zeit diese Hilfe in Anspruch nimmt. Diese Angaben sind wichtig für die Begutachtung seitens des MDK oder durch andere unabhängige Begutachtungsdienste.
  6. Bitten Sie Ihre Pflegeperson, bei der Begutachtung anwesend zu sein.
  7. Versuchen Sie einzuschätzen, ob die Pflege längerfristig durch Angehörige durchgeführt werden kann und ob Sie ergänzend oder ausschließlich auf die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes zurückgreifen wollen.
  8. Ist die Pflege zu Hause auch dann nicht möglich, wenn Sie das Betreuungsangebot einer örtlichen Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung nutzen, so können Sie sich über geeignete vollstationäre Pflegeeinrichtungen informieren und beraten lassen.
  9. Bei allen Fragen stehen Ihnen die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater Ihrer Pflegekasse sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegestützpunkte vor Ort zur Verfügung. Informationen erhalten Sie auch beim Bürgertelefon und beim Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte des Bundesministeriums für Gesundheit.

Privat Versicherte können sich jederzeit an das Versicherungsunternehmen wenden, bei dem sie versichert sind, oder an den Verband der Privaten Krankenversicherung e. V.:

Verband der privaten Krankenversicherung e.V.
Gustav-Heinemann-Ufer 74 c
50968 Köln
www.pkv.de

Privat Versicherte können sich auch an die COMPASS Private Pflegeberatung wenden.:

COMPASS Pflegeberatung
Gustav-Heinemann-Ufer 74 c
50968 Köln
Telefon 0800 1018800
E-Mailkommunikation@compass-pflegeberatung.de
Kontaktformular
www.compass-pflegeberatung.de