Fragen und Antworten zu Quarantäne- und Isolierungsregeln

Warum ist jetzt eine Änderung der Quarantäne- und Isolierungsregeln nötig?

Angesichts der schnellen Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante haben sich Bund und Länder am 7. Januar 2022 auf eine Verkürzung der Fristen für Isolierung (Infizierte) und Quarantäne (Kontaktpersonen) geeinigt, um zu viele gleichzeitige Personalausfälle in Bereichen der kritischen Infrastruktur - wie in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern - zu vermeiden. Die Verkürzung ist fachlich vertretbar, da bei der Omikron-Variante nach aktueller Studienlage eine kürzere Inkubationszeit vorliegt und auch die Ansteckungszeit im Falle einer Erkrankung ebenfalls verkürzt zu sein scheint.  

Die neuen Regelungen gelten als einheitliche Mindeststandards. In Deutschland entscheiden die Gesundheitsämter über die Anordnung von Quarantäne oder Isolierung. Die Quarantäne- und Isolierungsregelungen liegen im Verantwortungsbereich der Bundesländer, dementsprechend sind die Vorschriften im jeweiligen Bundesland maßgeblich.

Müssen sich die Länder an die neuen Quarantäneregeln halten?

Die Länder haben die neuen Quarantäneregeln in der Videoschaltkonferenz des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 7. Januar 2022 beschlossen. Diese Beschlüsse haben zwar keinen rechtsverbindlichen Charakter, dienen jedoch dazu, die im Rahmen der landesrechtlichen Regelungen zu ergreifenden Maßnahmen bundesweit möglichst zu vereinheitlichen.

Als fachliche Grundlage hierfür dienen die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu den Quarantänemaßnahmen.

Was versteht man unter Quarantäne und Isolierung - und wo liegt der Unterschied?

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht oder von Personen, die möglicherweise das Virus verbreiten können. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Infizierten sowie um Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein, als auch freiwillig erfolgen. Die Quarantäne kann sich auf einzelne Personen in deren häuslichen Bereich beschränken oder auch die Bevölkerung einer ganzen Region betreffen. Dies geschieht über die maximale Dauer der Inkubationszeit.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Personen mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus erfolgen. Die Entlassung aus der Isolation erfolgt nach festgelegten Kriterien. In der Regel ist dies der Fall, wenn davon auszugehen ist, dass die Person nicht mehr ansteckend ist. Isolierung (oder auch Isolation) bedeutet eine räumliche Trennung von Erkrankten zu Gesunden. Dadurch soll die Ansteckung anderer Personen vermieden werden.

Welche Regeln gelten für die Isolierung bzw. die Quarantäne?

Enge Kontaktpersonen sollten sich bereits direkt nach Bekanntwerden der eigenen Exposition zu einem bestätigtem SARS-CoV-2-Fall selbstverantwortlich schon vor der Anordnung durch das Gesundheitsamt in Quarantäne begeben und auch ihre eigenen engen Kontakte außerhalb des Haushalts informieren. Dies liegt daran, dass die Inkubationszeit sehr kurz sein kann und eine Ansteckung anderer auch erfolgen kann, wenn man selbst bereits infiziert ist, aber noch keine Symptome hat.

Für alle endet die Isolierung bzw. die Quarantäne in der Regel nach 10 Tagen.

Gerechnet für symptomatische Fälle ab Symptombeginn, für asymptomatische Fälle ab dem Tag der Probeentnahme. Für Kontaktpersonen ist der erste volle Tag der Quarantäne der Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall.

Es besteht die Möglichkeit, sich nach einer nachgewiesenen Infektion unter der Voraussetzung von 48 h Symptomfreiheit oder als Kontaktperson mit einem frühestens nach sieben Tagen abgenommenen PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest, der durch das Paul-Ehrlich-Institut festgelegten Mindestkriterien erfüllt, „frei zu testen“ (mit Nachweis; eine Testung im Rahmen der Arbeitgebertestung ist dafür nicht ausreichend). Damit wird auch den Herausforderungen für die kritische Infrastruktur Rechnung getragen. Da auch nach Tag 10 noch Übertragungen der Infektion erfolgen können, wird im Anschluss an die Beendigung der Isolierung bzw. Quarantäne bis zum 14. Tag nach Symptombeginn (Entisolierte), letztem Kontakt mit dem infektiösen Fall (Kontaktpersonen) bzw. Symptombeginn des Primärfalles im Haushalt (Haushaltskontaktpersonen) eine Kontaktreduktion und das kontinuierliche Tragen einer medizinischen Maske im Kontakt mit anderen Personen empfohlen. Kontaktpersonen sollen sich selbst beobachten; sollten innerhalb dieser 14 Tagen Symptome auftreten, die mit einer COVID-19-Erkranklung vereinbar sind, ist sofort eine Selbst-Isolierung durchzuführen.

Für Schülerinnen und Schüler sowie Kinder (z.B. in Schule, Hort, Kita) kann die Quarantäne nach 5 Tagen bei anschließender Testung mittels Antigen-Schnelltest mit der erforderlichen Mindestqualität oder PCR-Test, jeweils mit Nachweis enden, sofern sie in eine serielle Teststrategie eingebunden sind. Für alle übrigen Kinder sollen Isolierung oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher "freitesten" lassen. Das geht allgemein nach sieben Tagen, wenn entweder ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest mit der erforderlichen Mindestqualität vorgezeigt werden kann.

Die Isolierungsdauer von Patientinnen/Patienten im stationären Bereich und von Bewohnerinnen/Bewohnern von Pflegeheimen kann sich unterscheiden: www.rki.de/covid-19-entisolierung-stationaer.

Wie lange müssen Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe in Isolierung?

Die Verkürzung der Fristen für Isolierung (Infizierte) und Quarantäne (Kontaktpersonen) zielt auch darauf ab, zu viele gleichzeitige Personalausfälle in Bereichen der kritischen Infrastruktur - wie in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern - zu vermeiden. Für dieses Personal gelten die gleichen Isolierungs- und Quarantäneregeln. Allerdings mit einer Ausnahme für erkrankte Beschäftigte mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen:

Um die vulnerablen Personen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe wirksam zu schützen, kann die Isolierung für diese Beschäftigten auch frühestens nach sieben Tagen inklusive 48 Stunden Symptomfreiheit beendet werden, allerdings muss hier ein an Tag 7 abgenommener PCR-Test mit negativem Ergebnis vorliegen, um den Dienst wiederaufzunehmen.

Für wen gelten Ausnahmen von der Quarantäne?

Diejenigen Kontaktpersonen, die eine Auffrischimpfung vorweisen können, sind von der Quarantäne ausgenommen. Dazu sind insgesamt drei Impfungen erforderlich (auch bei jeglicher Kombination mit COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson).

Dies gilt auch für vergleichbare Gruppen:

  • Geimpfte Genesene: Geimpfte mit einer Durchbruchsinfektion oder Genesene, die eine Impfung im Anschluss an die Erkrankung erhalten haben.
  • Personen mit einer zweimaligen Impfung, ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung bis zum 90. Tag nach der Impfung.
  • Genesene: ab dem 28. Tag bis zum 90. Tag ab dem Datum der Abnahme des positiven Tests.

Eine einmalige Impfung mit der COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson) begründet keine Ausnahme von der Quarantäne. Alle Angaben beziehen sich auf in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe.

Durch welche Tests kann man sich nach der Quarantäne- und Isolierungszeit freitesten?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet eine Marktübersicht der Antigen-Schnelltests auf, die durch das Paul-Ehrlich-Institut in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien für Antigen-Tests erfüllen. Das PEI führt zusätzlich stichprobenhaft eine vergleichende Bewertung von Antigen-Schnelltests im Labor durch. Entsprechend überprüfte evaluierte Antigentests sind hier veröffentlicht.

Erkennen die hochwertigen Antigentests auch die Omikron-Variante?

Aus ersten Untersuchungen, in denen der Einfluss verschiedener besorgniserregender Varianten VOC auf die Sensitivität der Antigen-Schnelltests getestet wurde (Bekliz et al., 2021; RIVM, 2021; Statens Serum Institut, 2022), zeigt sich bisher kein grundsätzlicher Unterschied bei der Erkennung, so dass aktuell von einer Tauglichkeit dieser Tests auch bei Omikron ausgegangen wird. Für eine differenziertere Aussage sind weitere Untersuchungen erforderlich, die das PEI derzeit durchführt. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse können die bereits vom PEI evaluierten Tests im Hinblick auf Omikron bewertet werden und soweit aufgrund der Ergebnisse angezeigt, von der BfArM-Liste gestrichen werden.

Ist eine Freitestung mit einem Antigentest ausreichend oder sollten PCR-Testungen bevorzugt werden?

PCR-Testungen sollten für eine Freitestung in erster Linie dann zum Einsatz kommen, wenn eine hohe Sicherheit notwendig ist – bei einer Beschäftigung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Wiedereingliederungshilfe ist die PCR-Testung nach überstandener Infektion obligatorisch. Für alle anderen Bereiche ist auch ein negativer Antigentest ausreichend.

Sind die Regelungen zeitlich befristet?

Die Regelungen der Länder richten sich nach der jeweiligen epidemiologischen Lage, die laufend neu bewertet wird.

Ist es aus virologischer Sicht vertretbar, die Quarantänefristen zu verkürzen und Ausnahmen für „geboosterte“ Kontaktpersonen zuzulassen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar 2022 eine Empfehlung zu der Frage abgegeben, ob aufgrund des verbreiteten Auftretens der Omikron Variante die Quarantäne- und Isolierungszeiten verkürzt werden sollten. Die Empfehlung ist in die Entscheidung der MPK zum weiteren Vorgehen eingeflossen.

Die bislang bei Vorliegen einer Omikron Variante empfohlene Quarantänedauer von 14 Tagen wurde auf eine maximale Quarantänedauer von 10 Tagen verkürzt. Dies erscheint aufgrund von Hinweisen auf eine kürzere Inkubationszeit fachlich vertretbar bei gleicher Risikoreduktion.

Die bisher vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass bis ca. 3 Monate nach der 2. Impfstoffdosis der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff ein Schutz gegen Infektionen mit der Omikron-Variante von ca. 50-80% besteht, der danach kontinuierlich abfällt. Die Schutzwirkung kann durch eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wiederhergestellt werden und beträgt danach ca. 55-75%.

Ist die Coronavirus-Einreiseverordnung von diesen neuen Quarantäneregelungen betroffen?

Bei der Coronavirus-Einreiseverordnung bleibt es bei den bisherigen Quarantäne-Regelungen. Mit Blick auf die anerkannten Impfungen begründet allerdings eine einmalige Impfung mit der COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson) ebenfalls keine Ausnahme von der Quarantäne mehr.

Stand: 15. Januar 2022
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