Herausforderungen

Wettbewerb im Gesundheitswesen

Wettbewerb im Gesundheitswesen nützt den Patientinnen und Patienten. Sie erhalten so eine größere Wahlfreiheit und am Ende eine bessere Behandlung. Wettbewerb im Gesundheitswesen ist also kein Selbstzweck, sondern der Weg zu einer besseren medizinischen Qualität, zu mehr Effizienz und zu weniger Bürokratie. Um dies zu erreichen muss der Wettbewerbsgedanke zwischen den Anbietern medizinischer Leistungen, zwischen den Krankenkassen und im Verhältnis der Krankenkassen zu den Leistungserbringern – insbesondere zu Ärzten und Krankenhäusern – auch künftig gestärkt werden.

Die demografische Entwicklung und die Kosten des medizinisch-technischen Fortschritts werden mittel- bis langfristig dazu führen, dass die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Das bedeutet, dass wir mit begrenzten finanziellen Mitteln ein permanentes Mehr an Gesundheitsleistungen finanzieren müssen. Ein geeignetes Instrument, um auch bei begrenzten finanziellen Mitteln eine hohe Qualität der Versorgung zu garantieren, ist die Stärkung der wettbewerblichen Ausrichtung des deutschen Gesundheitssystems. Eine solidarische Rahmenordnung stellt hierbei sicher, dass sich der Wettbewerb an den Bedürfnissen der Versicherten und Patienten orientiert.

Mit dem GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG), das am 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, unternimmt die Bundesregierung wichtige Schritte, um den Preis- und Qualitätswettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung zu stärken. Die Krankenkassen haben seither mehr Möglichkeiten, ihre Beiträge selbst zu gestalten. Jede Krankenkasse kann einen kassenindividuellen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Wie hoch der Zusatzbeitrag ausfällt, hängt insbesondere davon ab, wie wirtschaftlich eine Kasse arbeitet und welche Leistungen sie anbietet. Wenn eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder anhebt, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Um ihre Mitglieder zu halten, müssen sich die Krankenkassen um eine qualitativ hochwertige Versorgung bemühen und die Höhe der Zusatzbeiträge durch eine wirtschaftliche Verwendung der Mittel begrenzen.

Mit der Gründung eines Qualitätsinstitutes werden im Rahmen des GKV-FQWG wichtige Voraussetzungen für eine konsequente Qualitätsorientierung bei der Erbringung medizinischer Leistungen geschaffen und damit wird der Qualitätswettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung gestärkt. Eine höhere Qualität der Versorgung führt mittel- bis langfristig zu einer wirtschaftlicheren Verwendung der Mittel und zu mehr Nachhaltigkeit im deutschen Gesundheitswesen.

In einem gesunden und wettbewerblichen Krankenkassensystem konkurrieren die gesetzlichen Krankenkassen darum, wer seinen Versicherten das beste Angebot zum bestmöglichen Preis machen kann. Die Versicherten werden bei der Wahl ihrer Krankenkasse sowohl das Leistungsangebot der Krankenkassen als auch die Höhe der Zusatzbeiträge vergleichen. Dadurch haben die Krankenkassen ein Interesse daran, eine qualitativ hochwertige Versorgung anzubieten und dafür gute Verträge mit den Leistungserbringern zu schließen und innovative Versorgungsangebote zu machen. Davon profitieren die Versicherten und das System insgesamt.

Damit die unterschiedliche Versichertenstruktur (Alter, Geschlecht, Morbidität, beitragspflichtige Einnahmen, Anzahl der beitragsfrei Mitversicherten) zwischen den verschiedenen Krankenkassen nicht zu Wettbewerbsnachteilen oder -vorteilen führt, gibt es einen finanziellen Ausgleich zwischen den Krankenkassen. Der Risikostrukturausgleich (RSA) sowie der Einkommensausgleich für die Zusatzbeiträge sorgen dafür, dass für die Krankenkassen gleiche Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden.

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