Frauengesundheit

In vielen gesundheitlichen Belangen haben Frauen andere Voraussetzungen, Belastungen und Bedürfnisse als Männer. So gibt es spezifische Erkrankungen, die nur Frauen oder Männer betreffen oder geschlechtsspezifisch gehäuft auftreten. Bei Erkrankungen, die beide Geschlechter betreffen, kann es Unterschiede in der Prävention, Diagnostik und Therapie wie bspw. der Wirksamkeit von Medikamenten geben. Besonderheiten ergeben sich auch aus geschlechtsspezifischen Lebensphasen wie z.B. Schwangerschaft und Wechseljahren.

Neben den biologischen Unterschieden beeinflussen auch psychosoziale Faktoren die gesundheitliche Situation der Geschlechter. Hier spielen die Vorstellung von Gesundheit, die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands, dass Gesundheits- und Risikoverhalten und die Inanspruchnahme von Früherkennungsmaßnahmen eine Rolle. Seit 2015 sieht §2b SGB V vor: „Bei den Leistungen der Krankenkassen ist geschlechtsspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen.“

Förderrichtlinie Spezifische Besonderheiten

In der Gesundheitsforschung sind die gesundheitlichen Besonderheiten des Geschlechts Teil der Ressortforschung des Bundes und Gegenstand gezielter Forschungsvorhaben. Mit dem Förderschwerpunkt „Spezifische Besonderheiten in der Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung“ wurden seit 2020 Vorhaben gefördert, die geschlechtsbedingte gesundheitliche Ungleichheiten identifizieren und die Qualität der Versorgungsangebote verbessern sollen.

Frauengesundheitsbericht

Eine Bestandsaufnahme zu wichtigen Themen der Frauengesundheit bietet der Frauengesundheitsbericht des Robert Koch-Instituts, der Ende 2020 im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes veröffentlicht wurde. Der Bericht zeichnet ein aktuelles und umfassendes Bild zum Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten und zur Gesundheitsversorgung der circa 35 Millionen Frauen in Deutschland. Berichtet wird über Frauen aller Altersgruppen, ein Kapitel widmet sich der Gesundheit von Mädchen. Fokuskapitel nehmen die Gesundheit spezieller Gruppen von Frauen in den Blick wie Frauen mit Migrationshintergrund oder Frauen mit Behinderungen. Im Bericht wird eine breite Datengrundlage genutzt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowohl in der Gesundheit von Frauen und Männern als auch innerhalb der Gruppe der Frauen aufzuzeigen. Mit dieser Datenbasis und der gewonnenen Erkenntnisse leistet der Bericht in den nächsten Jahren einen wichtigen Beitrag für politisches Handeln sowie zur nachhaltigen Unterstützung der Akteure des Gesundheitswesens, eine frauengerechte Prävention und Gesundheitsversorgung umzusetzen.

Dialogprozess Wechseljahre

Im Herbst 2025 hat das BMG einen „Dialogprozess Wechseljahre“ ins Leben gerufen. Der Dialogprozess Wechseljahre soll dazu beitragen, für das Thema Wechseljahre zu sensibilisieren und Verbesserungen für Frauen, die von Beschwerden betroffen sind, aufzuzeigen. Dabei sind sie ein natürlicher Lebensabschnitt, den jede Frau irgendwann durchläuft. Diese Phase geht mit körperlichen Veränderungen einher und kann auch zu einer als eingeschränkt erlebten Lebensqualität bis hin zu starken Beschwerden mit Krankheitswert führen. Daher ist es wichtig, fundiert über die Wechseljahre zu informieren und die Betroffenen bestmöglich zu versorgen.

Förderrichtlinie Frauengesundheit

Um noch mehr Erkenntnisse zur Frauengesundheit zu generieren, hat das BMG im Januar 2026 zwei Förderrichtlinien zur Frauengesundheit mit einem Volumen von je bis zu fünf Millionen Euro veröffentlicht:
Mit der ersten Förderrichtlinie werden Projekte gefördert, die sich mit der patientinnenzentrierten Versorgung von Frauen befassen. Ziel ist es, wissenschaftliche Evidenz zu gewinnen für eine Verbesserung der Versorgung von Frauen in Deutschland.
Mit der zweiten Förderrichtlinie sollen gezielt Nachwuchsgruppen an (Fach-) Hochschulen sowie außeruniversitären Einrichtungen im Themenfeld Frauengesundheit aufgebaut werden sowie das Entstehen institutioneller Kapazitäten in der Versorgungsforschung angestoßen werden.

Frauengesundheitsportal BiÖG

Aktuelle und qualitätsgesicherte Informationen zur Frauengesundheit bietet das Frauengesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Das BIÖG ist eine Behörde, die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit gehört. Das Spektrum des Informationsangebots, das in allgemein verständlicher Form dargeboten wird, reicht von gynäkologischen Erkrankungen über Herz- Kreislaufprobleme bis hin zum gesunden Schlaf, zur Stressbewältigung und zur psychischen Gesundheit. Neben diesem Portal bietet das BIÖG kostenlos einen Newsletter an mit aktuellen Meldungen und Veranstaltungshinweisen zu Themen der Frauengesundheit.

Weitere Informationen

Stand: 11. Februar 2026

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