Erwartungen nutzen zur Verbesserung der Behandlung von Endometriose (ENDO-EXPECT)
Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „Nachwuchsgruppen Versorgungsforschung Frauengesundheit“
Projektleitung
Helmut-Schmidt-Universität
Dr. Ann-Katrin Meyrose
Holstenhofweg 85
22043 Hamburg
Öffentliche Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema „Nachwuchsgruppen Versorgungsforschung Frauengesundheit“ (PDF, barrierefrei, 386 KB)
Projektlaufzeit
01.01.2027 - 31.12.2031
Motivation
Endometriose ist eine häufige und stark belastende Erkrankung, die die Lebensqualität der betroffenen Frauen erheblich einschränkt. Selbst nach einer Operation zur Behandlung der Endometriose, berichten viele Patientinnen über anhaltende Schmerzen. Individuelle Erwartungen an die Behandlung haben nachweislich Einfluss auf den Heilungsverlauf, doch für Endometriose fehlt hierzu bislang ausreichende Evidenz. Das Projekt setzt an dieser Versorgungslücke an, da psychosoziale Faktoren medizinisch noch zu wenig genutzt werden.
Ziele und Vorgehen
Im Zentrum des geplanten Projekts steht die Erprobung einer psychologischen Kurzintervention, um Behandlungserwartungen und Bewältigungsstrategien vor einer geplanten Operation zur Behandlung der Endometriose gezielt zu optimieren. Dazu wird eine bestehende psychologische Kurzintervention zu diesem Zweck gemeinsam mit Expertinnen und Experten und den Patientinnen selbst an die Bedürfnisse bei Endometriose angepasst. Zudem erfolgt eine alltagsnahe Erfassung von Erwartungen und Symptomen mittels Smartphone-App. In einer Studie mit 250 Patientinnen wird untersucht, ob sich die Erwartungsmodulation vor der Operation positiv auf die Behandlungsergebnisse und Beschwerden direkt nach der Operation und bis zu sechs Monate später auswirkt im Vergleich zu einer reinen psychologischen Unterstützung.
Perspektiven für die Praxis
Im Erfolgsfall kann die Kurzintervention für Patientinnen mit Endometriose langfristig dazu beitragen, die Wirksamkeit operativer Eingriffe durch psychosoziale Unterstützung zu erhöhen. Die Ergebnisse sollen in die Aus- und Weiterbindung von Ärztinnen und Ärzten, in die klinische Routine und in Leitlinien einfließen. Damit stärkt das Vorhaben nachhaltig die Position der Patientinnen im Behandlungsprozess und verbessert die Versorgungsqualität im Bereich der Frauengesundheit.