Multiperspektivische Analyse patientinnenzentrierter Kommunikation in der Endometrioseversorgung: Modellentwicklung und Implementierung (ENDO-MAP)
Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „Nachwuchsgruppen Versorgungsforschung Frauengesundheit“
Projektleitung
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Anne Reinhardt
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Öffentliche Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Thema „Nachwuchsgruppen Versorgungsforschung Frauengesundheit“ (PDF, barrierefrei, 386 KB)
Projektlaufzeit
01.01.2027 - 31.12.2031
Motivation
Endometriose trifft schätzungsweise jede zehnte Frau, doch die Diagnosestellung in Deutschland verzögert sich durchschnittlich um mehr als sieben Jahre. Diese langen Wartezeiten gehen mit erheblichen psychosozialen Belastungen und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität einher. Als zentrale Hürden bei der Diagnosestellung werden kommunikative Barrieren, insbesondere ein Menstruationsstigma sowie die Abwertung von Gefühlen, Gedanken oder Bedürfnissen (sog. invalidierende Erfahrungen) in der Interaktion mit medizinischem Personal angesehen.
Ziele und Vorgehen
Im Fokus der Nachwuchsgruppe steht die Frage, wie Kommunikation zwischen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und den Patientinnen ausgestaltet sein muss, um die Versorgungssituation zu verbessern. Dazu werden Befragungen und Interviews mit Patientinnen sowie Ärztinnen und Ärzten durchgeführt und außerdem die Interaktion zwischen beiden beobachtet. Damit sollen kommunikative und strukturelle Hürden in der Behandlung der Endometriose identifiziert werden. Die Forschungsergebnisse werden in ein E-Learning-Tool für medizinisches Fachpersonal überführt, das gemeinsam mit Betroffenen gestaltet und evaluiert wird.
Perspektiven für die Praxis
Die Projektergebnisse tragen maßgeblich zur Reduktion geschlechtsspezifischer Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung bei. Das Fortbildungsangebot beinhaltet praxisnahe Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation entlang der Versorgungskette und bleibt auch nach Projektende kostenfrei nutzbar. Es wird über Fachgesellschaften verbreitet und findet so breiten Zugang in die Versorgung.