Fragen und Antworten zu Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)
Was ist RSV?
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Atemwegserkrankungen. RSV-Erkrankungen treten üblicherweise gehäuft zwischen Oktober und März auf. Die jährliche RSV-Welle hat in den vergangenen Jahren meist im Dezember oder Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. RSV-Infektionen können als leichte Atemwegsinfektion, aber auch als schwere Erkrankung der unteren Atemwege verlaufen. Vor allem Säuglinge, insbesondere Frühgeborene und Säuglinge mit bestimmten Grunderkrankungen, Erwachsene ab 60 Jahren mit bestimmten Grundkrankheiten sowie Erwachsene ab einem Alter von 75 Jahren haben ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-Infektionen zu erkranken.
Wie wird RSV übertragen und wie schütze ich mich vor einer Infektion?
RSV wird vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen oder Husten kann eine infizierte Person kleinste Tröpfchen, die Viren enthalten, in die Luft versprühen. Es wird angenommen, dass das RS-Virus auch von Hand zu Hand oder über gemeinsam benutzte Gegenstände und Oberflächen übertragen wird.
In Sekret aus den Atemwegen kann es zum Beispiel 20 Minuten auf Händen und 45 Minuten auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln ansteckend bleiben. Zum Schutz vor schwer verlaufenden Infektionen sind daher neben der Stärkung der körpereigenen Abwehr gemäß STIKO-Empfehlungen (RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge und RSV-Impfung für Erwachsene höheren Alters) Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Lüften sowie regelmäßiges und gründliches Händewaschen wichtig. Augen, Nase und Mund sollten nicht mit ungewaschenen Händen berührt werden.
Wann ist üblicherweise die RSV-Saison?
RSV-Infektionen treten saisonal gehäuft im Herbst und Winter auf – üblicherweise zwischen Oktober und März. Der Gipfel der RSV-Saison liegt meist im Januar und Februar, seltener auch im November und Dezember. Von Jahr zu Jahr und auch regional kann der Zeitraum der RSV-Saison etwas unterschiedlich sein. Außerhalb der Saison treten Infektionen nur sporadisch auf.
Welche Krankheitszeichen können bei einer RSV-Infektion auftreten?
RSV-Infektionen können sehr unterschiedlich verlaufen. Sie können leichte Atemwegserkrankungen, aber auch schwere, beatmungspflichtige Erkrankungen der unteren Atemwege verursachen.
Innerhalb des ersten Lebensjahrs machen 50 bis 70 Prozent der Säuglinge mindestens eine RSV-Infektion durch. In Deutschland sind RSV-Infektionen bei Säuglingen die häufigste Ursache für Krankenhausbehandlungen. Kinder sind vor allem in ihren ersten sechs Lebensmonaten besonders gefährdet, schwer an einer RSV-Infektion zu erkranken. Die große Mehrheit der schweren RSV-Erkrankungen tritt bei zuvor gesunden Säuglingen auf. Bei Säuglingen kann es zum Beispiel zu einer Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder zu einer gleichzeitigen Entzündung der Luftröhre und der Bronchien (Tracheobronchitis) kommen.
Bei Säuglingen hat die seit der Saison 2024/25 empfohlenen RSV-Prophylaxe bereits zu einem Rückgang von RSV-Erkrankungen in der Saison 2024/25 um 54 Prozent im Vergleich zur Vorsaison geführt.
Bei Erwachsenen verlaufen RSV-Erkrankungen häufig mit Erkältungssymptomen (Schnupfen und häufig Husten), allgemeinem Krankheitsgefühl, Kurzatmigkeit und Fieber. Bei Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für schwere RSV-Erkrankungen kann beispielsweise eine Lungenentzündung als Komplikation auftreten.
Was ist bei einer Erkrankung mit RSV zu beachten?
Bei einer Infektion mit RSV gilt die Empfehlung, möglichst zuhause zu bleiben und Kontakte sowie den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen zu meiden (wie z.B. Kindergärten). Die Therapie einer RSV-Infektion erfolgt entsprechend den Krankheitssymptomen mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und ggf. der Verwendung von Nasensprays oder Nasentropfen zur Abschwellung der Nasenschleimhaut. Sofern sich die Symptome jedoch verschlechtern oder Atemnot auftritt, sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden, um individuelle Maßnahmen bzw. Therapien einzuleiten.
Weitere Informationen
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FAQ RSV-Infektionen
Antworten auf häufig gestellte Fragen zu RSV-Infektionen auf der Internetseite des RKI