FinanzKommission Gesundheit
Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) wurde im September 2025 von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzt, um Maßnahmen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu erarbeiten. Ziel ist es, die Beitragssätze ab dem Jahr 2027 zu stabilisieren und gleichzeitig eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen.
Aktuelles
Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit vorgelegt
Die FinanzKommission Gesundheit hat ihren ersten Bericht fristgerecht am 30. März 2026 der Bundesministerin für Gesundheit Nina Warken vorgelegt.
Der erste Bericht enthält konkrete Empfehlungen, um die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung ab dem Jahr 2027 zu stabilisieren. Grundlage sind eine umfassende Analyse der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung sowie die Identifikation zentraler Kostentreiber auf der Ausgabenseite sowie der Herausforderungen bei den Einnahmen.
Weitere Informationen zum ersten Bericht finden Sie in der Pressemitteilung der FinanzKommission Gesundheit vom 30. März 2026 (PDF, barrierefrei, 122 KB) und auf dieser Seite.
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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit Mitgliedern der FinanzKommission Gesundheit
Zentrale Erkenntnisse aus dem ersten FKG Bericht
- Die Ausgabendynamik ist wesentlicher Treiber der Beitragssatzentwicklung
- Der Anstieg der Ausgaben ist im Wesentlichen auf die Abkehr vom Grundsatz der Beitragssatzstabilität in den vergangenen Jahren zurückzuführen
- Die 66 Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit sind fokusiert auf:
- Stärkung der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik
- Förderung evidenzbasierter Medizin
- Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen mit dem Ziel der Konsumverringerung gesundheitsschädlicher Stoffe
- Stärkung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und eine adäquate Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen
Folgen für die GKV ohne Reform zur Stabilisierung der GKV Finanzen
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Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit Grafik 1
Finanzlücke: ca. 15 Mrd. Euro (2027), ca. 40 Mrd. Euro (2030)
Finanzwirkung der Reformempfehlungen der FinanzKommission Gesundheit nach Kategorie
Die insgesamt 66 Empfehlungen wurden auf Basis ihrer Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung bzw. Steuerungseffekte, Zugang oder Verteilungsgerechtigkeit den folgenden Kategorien zugeordnet:
- A*: Einsparungen oder Einnahmen mit positiven Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung (besondere Priorität)
- A: Einsparungen oder Einnahmen ohne erwartbare Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung
- B: Einsparungen oder Einnahmen, die mit unsicheren oder potenziell negativen Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung
Darstellung der prognostizierten Finanzwirkung nach Quelle
Adressierte Akteure (Verteilung der Belastung auf viele Schultern): Leistungserbringer und Hersteller, Krankenkassen, Versicherte und Patienten, Beitragszahler, Konsumenten und Produzenten gesundheitsschädlicher Produkte und der Bund
So arbeitet die FinanzKommission Gesundheit
- Die Kommission arbeitet unabhängig und wird bis Ende 2026 einen weiteren Bericht mit Vorschlägen für mittel- und langfristige Strukturreformen vorlegen.
Zur Einbindung der Stakeholder wurde ein zweistufiges Beteiligungsverfahren durchgeführt:
- In einem schriftlichen Beteiligungsverfahren wurden wurden rund 400 Stakeholder eingeladen, ihre Vorschläge für die Stabilisierung der GKV-Finanzlage in den Arbeitsprozess der FKG einzubringen. Es wurden zahlreiche Vorschläge eingereicht (rund 1.700).
- Am 08. und 09.01.2026 haben Fach- und Expertengespräche der FKG mit ausgewählten Organisationen und Verbänden stattgefunden.
- Ausweislich des Arbeitsauftrags an die FKG und des Koalitionsvertrags haben die Sozialpartner eine herausgehobene Stellung. Die Sozialpartner wurden daher zum schriftlichen Beteiligungsverfahren und zu allen Fach- und Expertengesprächen eingeladen.
- Die Rückmeldungen sowohl aus dem schriftlichen Beteiligungsverfahren als auch aus den Fach- und Expertengesprächen wurden von der FKG analysiert, bewertet und bildeten eine wesentliche Grundlage für die weitere Ausarbeitung der Empfehlungen.