Deutscher Ärztetag

Spahn: Gemeinsam mit Ärzten für eine gute Versorgung kämpfen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Ärzteschaft aufgefordert, zusammen für Fortschritte bei der Terminvergabe und der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu sorgen. „Gestalten sie das mit“, sagte Spahn zur Eröffnung des 122. Deutschen Ärztetags in Münster. Dazu sei es wichtig, Ziele zu benennen und über einen gemeinsamen Weg dorthin offen aber sachlich zu sprechen. Beim Terminservice-Gesetz (TSVG), das für schnellere Termine beim Arzt sorgen soll, habe das gut funktioniert, so Spahn. Das Gesetz sieht vor, dass Ärztinnen und Ärzte  mehr Sprechstunden anbieten und dafür auch mehr Honorar erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Deutschen Ärztetag 2019

Die Kritik der Ärzteschaft am Terminservice-Gesetz nahm Spahn sehr ernst: „Sie empfinden es als Eingriff in Ihren Praxisalltag, dass wir vorschreiben, wie viele Sprechstunde angeboten werden müssen. Das habe ich verstanden. Aber wir müssen die Situation verbessern, sodass Patientinnen und Patienten schneller Termine bekommen.“ Dafür habe man gemeinsam Lösungen erarbeitet und auch Vorschläge der Ärzteschaft aufgenommen, sagte Spahn.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Spahn begrüßte nochmals ausdrücklich die Entscheidung des vergangenen Ärztetages, den Weg für die Fernbehandlung von Patientinnen und Patienten zu ebnen. „Dass sich jetzt sogar der Bewertungsausschuss mit der Honorierung der Onlinebehandlung auseinandersetzt, ist richtig und wichtig. Denn die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird sich nicht aufhalten lassen. Wir müssen sie gestalten und die Chancen nutzen. Gestalten Sie mit, im Sinne der Patienten“, sagte Spahn. Durch den kürzlich vorgelegten Referentenentwurf zum „Digitale Versorgung Gesetz“ sollen telemedizinische Angebote wie zum Beispiel Videosprechstunden leichter genutzt werden können. Außerdem wird es möglich sein, dass Ärzte künftig Gesundheits-Apps wie Arzneimittel verschreiben können.

Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass Ärztinnen und Ärzte die Patientendaten in absehbarer Zeit in einer elektronischen Patientenakte speichern, wenn die Patientin bzw. der Patient dies wünscht. Krankenkassen müssen ihren Versicherten spätestens ab dem 1.1.2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Auch das Anlegen und Verwalten der ePA durch die Ärzte wird vergütet. Außerdem wird die ePA umfangreicher: Wer möchte, kann auch den Impfausweis, den Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft darin speichern lassen. Spahn appellierte an die Ärzte den technischen Fortschritt in den Praxen mitzugestalten: „Der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen. Aber er wird keinen Arzt mehr ernst nehmen, der nur noch mit Karteikarten arbeitet“, sagte Spahn.

Zum Abschluss seiner Rede dankte Spahn dem aus dem Amt scheidenden Präsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Frank Ulrich Montgomery: „Sie haben über die Jahre vieles Gute für das Gesundheitswesen angestoßen. Die Zusammenarbeit mit Ihnen als Bundesärztekammerpräsident hab ich immer als sehr konstruktiv erlebt. Sie hinterlassen große Fußstapfen.“

Der Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer, das »Parlament der Ärzteschaft«, und findet einmal jährlich statt. Der 122. Deutsche Ärztetag vom 28. bis 31. Mai in Münster setzt einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Berufsgesundheit von Ärzten.