Warken: Sind bei Endometriose-Forschung erheblich weitergekommen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat zusammen mit ihrer irischen Amtskollegin Dr. Jennifer Carroll MacNeill das Endometriosezentrum der Charité Berlin besucht.

20. März 2026
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit ihrer irischen Amtskollegin zu Besuch in der Charite Berlin

Die Gesundheitsministerinnen sprachen am Rande des Besuchs bilateral und im Rahmen eines „Runden Tisches“ über die Endometriose-Versorgung in Irland und Deutschland und mögliche Kooperationen auf politischer und fachlicher Ebene. Ein weiteres Thema waren die Pläne Irlands zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2026 startet.

Endometriose wurde viel zu lange nicht ernst genommen. Laut Schätzungen der Endometriose-Vereinigung sind dabei etwa zwei Millionen Frauen in Deutschland betroffen. Und trotzdem ist die Erkrankung komplett untererforscht. Das BMG hat im Januar zwei Förderrichtlinien in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro bekanntgegeben, mit denen konkrete Forschungsvorhaben zum Thema Frauengesundheit durch das BMG gefördert werden. Forschung zu Endometriose ist dabei ein Schwerpunktthema. Ich danke meiner irischen Amtskollegin Dr. Jennifer Carroll MacNeill für den Austausch und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Endometriosezentrum der Charité für die seht wichtige Arbeit.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

Seit über 20 Jahren gibt es das Endometriosezentrum an der Charité, welches Frauen mit Verdacht auf Endometriose oder einer bereits diagnostizierten Erkrankung berät und behandelt. Mit über 1.000 Konsultationen und mehr als 150 Operationen im Jahr ist das Versorgungszentrum eines der größten in Deutschland. Die Charité kooperiert mit dem irischen Nationalen Gesundheitsdienst – damit Frauen, die in Irland auf der Warteliste für chirurgische Eingriffe zur Behandlung ihrer Endometriose stehen, am Endometriosezentrum in Berlin behandelt werden können.

Hintergrund

Endometriose

Endometriose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung, bei der Gewebe, das der normalen Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter anwächst, u.a. in Eileitern, Eierstöcken, dem Darm oder der Blase. Da das Gewebe im Rhythmus des weiblichen Zyklus blutet, aber nicht abfließen kann, entstehen häufig Entzündungen, Zysten oder Verwachsungen. Diese sind für Betroffene (besonders während der Periode) extrem schmerzhaft, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Aufgrund der vielfältigen Symptomatik (u.a. Regelschmerzen, Blasenentzündungen, Reizdarmsyndrom) vergehen bis zur definitiven Diagnose von Endometriose häufig bis zu sieben Jahre. Die gute Nachricht ist, dass Endometriose in Deutschland inzwischen mehr als doppelt so häufig diagnostiziert wird als noch vor 20 Jahren. Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema in den Praxen mehr Aufmerksamkeit erfährt und schneller diagnostiziert wird.

Hintergrund

Frauengesundheit

Frauen werden in der Gesundheitsforschung nach wie vor seltener berücksichtigt als Männer. Das hat zur Folge, dass noch immer viele diagnostische und therapeutische Verfahren primär auf männlichen Referenzwerten und Krankheitsverläufen basieren. Dadurch können Symptome bei Frauen übersehen oder fehlinterpretiert werden, was zu Fehlversorgung führen kann.

Im weiblichen Lebenszyklus finden sich darüber hinaus besondere Anforderungen durch Menstruation, Schwangerschaft und Geburt sowie Wechseljahre. Außerdem sind Frauen einerseits von spezifischen Krankheiten betroffen, wie Endometriose oder dem Polyzystischen Ovarialsyndrom, und andererseits bei zahlreichen Erkrankungen überproportional oder in spezifischer Weise belastet.

Beispielsweise treten Angststörungen, Autoimmunkrankheiten, Depressionen, Migräne und chronische Schmerzkrankheiten bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern oder zeigen andere Verläufe. Für eine nachhaltige Verankerung der Versorgungsforschung zu Frauengesundheit in Deutschland ist ein Kapazitäts- und Strukturaufbau in der Forschung unerlässlich.

Am 14. Januar startete das BMG zwei Förderrichtlinien zur Frauengesundheit. Interessierte konnten sich mit ihren Forschungsvorhaben um Mittel aus den insgesamt bis zu zehn Millionen Euro umfassenden Fördertöpfen bewerben. Die Einreichungsfrist ist abgelaufen. Aktuell läuft das Auswahlverfahren.

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