Relationsextraktion: Framework für Relationale Annotation und Methoden-Evaluation (REFRAME)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Digitalisierung“

Nahaufnahme einer Frau, die eine Medikamentenflasche in der Hand hält und die Gebrauchsanweisung für die verschriebenen Tabletten aufmerksam liest.
Close-up shot of young Asian woman holding a medicine bottle, reading carefully the instruction for prescribed pills. Healthcare, supplements, illness and medication safety concept

Projektleitung

Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
Dr. Renate König
Paul-Ehrlich-Str. 51-59
63225 Langen (Hessen)

Projektlaufzeit

01.11.2025 bis 11.02.2026

Motivation

Das staatliche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfüllt wichtige Aufgaben bei der Zulassung und Überwachung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln. Hierzu gehört die Erfassung und Bewertung von unerwünschten Arzneimittelreaktionen („Nebenwirkungen“). Diese, als Pharmakovigilanz bezeichnete Aufgabe, ist sehr personal- und zeitaufwändig, da beim PEI viele Meldungen zu Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelreaktionen eingehen. Das PEI erhält diese Meldungen als E-Mails, Briefe, Faxe oder über ein eigenes Online-Meldeportal. Um eine Bewertung zu ermöglichen, müssen Mitarbeitende des PEI sich mit jeder einzelnen Verdachtsmeldung auseinandersetzen und dies in einem einheitlichen Format elektronisch dokumentieren.

Das PEI erforscht schon heute, wie neue Methoden, speziell aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, genutzt werden können, um diese Aufgabe zukünftig noch effektiver und effizienter zu erfüllen.

Ziele und Vorgehen

Im Rahmen des Vorhabens REFRAME wird erforscht, wie Mitarbeitende des PEI bei Aufgaben im Bereich der Pharmakovigilanz durch Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) unterstützt werden können. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, aus digitalen und digitalisierten Meldungen automatisch Zusammenhänge herauszulesen („Relationsextraktion“). Hierzu gehört z. B., welche unerwünschten Reaktionen bei der Anwendung welches Arzneimittels unter welchen Umständen aufgetreten sind. In diesem Vorhaben soll die Grundlage für die Relationsextraktion gelegt werden: zum einen durch eine systematische Evaluation und Bereitstellung einer Software, mit der nachgelagert ein Datensatz zum Training eines KI-Modells erstellt werden kann, zum anderen durch die Entwicklung von Kriterien zur Bewertung der Leistungsfähigkeit unterschiedlicher KI-Systemarchitekturen.

Perspektiven für die Praxis

Durch die Ergebnisse des Vorhabens REFRAME soll die Grundlage für eine methodisch fundierte und qualitätsgesicherte Anwendung von KI-Verfahren in der Pharmakovigilanz gelegt werden, so dass mittelfristig Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelreaktionen schneller, effizienter und einheitlicher erfassen werden können. Hierdurch soll das PEI noch schneller auf Auffälligkeiten bei Impfstoffen und biologischen Arzneimitteln reagieren und dadurch mögliche Gesundheitsgefahren von Patientinnen und Patienten abwenden können.

Weitere Informationen

  • Handlungsfeld „Digitalisierung“

    Die Digitalisierung des Gesundheitswesens und ihre Auswirkungen u. a. auf die Patientinnen- und Patientenversorgung bietet große Chancen. Hier erfahren Sie mehr zum gesundheitspolitischen Handlungsfeld „Digitalisierung“.

  • Überblick aller Handlungsfelder der Ressortforschung

    Das BMG richtet seine Ressortforschung an übergeordneten gesundheitspolitischen Handlungsfeldern aus. Hier gelangen Sie zur Übersichtsseite der Forschungsthemen.

Stand: 20. Mai 2026

Hinweis
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie nutzen leider eine Browser-Version, die nicht länger vom Bundesgesundheitsministerium unterstützt wird. Um das Angebot und alle Funktionen in vollem Umpfang nutzen zu können, aktualisieren Sie bitte ihren Browser auf die letzte Version von Chrome, Firefox, Safari oder Edge. Aus Sicherheitsgründen wird der Internet Explorer nicht unterstützt.