Transfer evidenzbasierter Präventions- und Versorgungskonzepte in die Routineversorgung von Menschen mit Demenz stärken (TRANSFER-DEM)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Demografischer Wandel und Pflege“, Förderschwerpunkt „Nationale Demenzstrategie“

Motivation

Eine zunehmende Anzahl evidenz-basierter Interventionen ist verfügbar, um die Versorgung von Menschen mit einer Demenz in unterschiedlichen Versorgungssettings zu verbessern. Häufig verändern diese Konzepte jedoch nicht oder nur unzureichend die Abläufe in der Versorgungspraxis, insbesondere da selbst kleine und scheinbar einfache Veränderungen der bestehenden Versorgungsroutinen sich als hochkomplexe Prozesse erweisen. Diese Komplexität ergibt sich vor allem aus dem sozialen System (z.B. Zusammenspiel der verschiedenen Professionen) sowie aus den kontextuellen Faktoren (z.B. Krankenhaus oder ein anderes Versorgungssetting) und durch die beteiligten Akteure (z.B. unterschiedliche Ausbildungsniveaus). Eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie es gelingen kann, auf Wirksamkeit geprüfte Konzepte nachhaltig in die Praxis zu implementieren, ist daher dringend erforderlich. In der Nationalen Demenzstrategie wurde die Frage deswegen in einer eigenständigen Maßnahme aufgegriffen.  

Ziele und Vorgehen

Das Projekt beinhaltet die folgenden Zielsetzungen:

  • die Identifizierung von fördernden und hemmenden Faktoren für eine erfolgreiche und nachhaltige Implementierung von auf Wirksamkeit geprüften Konzepten der Demenzversorgung

  • die Identifizierung von Akteur:innen, die Implementierungsprozesse dieser Konzepte im Bereich der Demenzversorgung maßgeblich beeinflussen und mitgestalten können

  • die Ableitung von Gestaltungsprinzipien für eine erfolgreiche und nachhaltige Implementierung evidenz-basierter Konzepte im Bereich der Demenzversorgung

Die Projektziele werden anhand der drei folgenden für die Versorgung von Menschen mit Demenz besonders relevanten Themenbereichen bearbeitet: 1) Herausforderndes Verhalten (stationäre Langzeitpflege), 2) Delirmanagement (akutstationäre Versorgung), 3) Entlassungsmanagement (post-akute Versorgung).

Das Projekt umfasst drei aufeinander aufbauende Module, die sowohl eine Literaturrecherche als auch empirische Methoden (Online-Befragungen & Fokusgruppen) vorsehen (Abbildung 1). Die Erkenntnisse aus den einzelnen Modulen werden in einem konsolidierenden Prozess zusammengeführt und abschließend in Form eines Rahmenmodells und in Form von Handlungsempfehlungen aufbereitet.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Prof. Dr. Martina Roes

Projektlaufzeit

01.03..2021-28.02.2022

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „Nationale Demenzstrategie“.

Projektbeteiligte

  • Prognos AG

Ansprechperson

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)

Prof. Dr. Martina Roes

martina.roes(at)dzne.de

Perspektiven für die Praxis

Das Rahmenmodell und die Handlungsempfehlungen werden verantwortlichen Akteur:innen im Bereich der Demenzversorgung zur Verfügung stehen, um Implementierungsprozesse evidenz-basierter Konzepte in die Routineversorgung von Menschen mit Demenz erfolgreich und nachhaltig zu gestalten:

  • Grundlegend relevante Aspekte für einen nachhaltigen Transfer evidenz-basierter Interventionen in die Versorgungspraxis für Menschen mit Demenz werden beschrieben.

  • Außerdem wird der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es kein allgemeingültiges Implementierungsmodell gibt, sondern dass Implementierungsstrategien einen passgenauen (tailored) Ansatz haben sollten, der sich an dem zu implementierenden Konzept und an den spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Settings orientiert.  

  • Insofern soll es ermöglicht werden, die Handlungsempfehlungen entsprechend dem jeweiligen Setting, der Art der Intervention und  der jeweiligen Phase im Implementierungsprozess auszuwählen.

Stand: 11. Oktober 2021
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