Risikomanagement unter Berücksichtigung von klimawandel-induzierten Risiken (RisTkli)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheit und Umwelt“

Wasser wird in ein Glas gefüllt

Projektleitung

Umweltbundesamt (UBA), Fachgebiet II 3.1 Nationale und internationale Fortentwicklung der Trinkwasserhygiene; Trinkwasserressourcen
Bettina Rickert
Schichauweg 58
12307 Berlin

Projektlaufzeit

01.08.2024 bis 31.07.2027

Projektbeteiligte

TZW: DVGW - Technologiezentrum Wasser

Motivation

Trinkwasser ist lebenswichtig – und in Deutschland ist es normalerweise sicher. Doch mit dem Klimawandel könnte sich das ändern: Trockenheit, Hitze, Starkregen oder steigende Meeresspiegel können die Wasserqualität in den Trinkwasserressourcen und Versorgungsnetzen zeitweilig oder möglicherweise dauerhaft gefährden – etwa durch Salzwasserintrusion, Algenblüten oder Rohrbrüche. Seit 2023 verpflichtet die novellierte Trinkwasserverordnung alle Wasserversorger, ihre Systeme auf solche klimabedingten Risiken zu überprüfen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das klingt logisch – aber in der Praxis fehlt es an klaren Anleitungen, passenden Daten und praktischen Beispielen. Viele Wasserversorger wissen nicht, wo sie welche Klimadaten herbekommen, wie sie diese in ihre Risikobewertung einbauen oder welche konkreten Gefahren in ihrer Region drohen. Genau hier setzt das Projekt „RisTkli“ an. Es wird vom Umweltbundesamt (UBA) gemeinsam mit dem DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) durchgeführt und unterstützt drei ganz unterschiedliche Wasserversorger – von der Insel Föhr über den Bayerischen Wald bis nach Potsdam – dabei, ihre Risikomanagement-Pläne klimafest zu machen. Ziel ist es, nicht nur für diese drei Betriebe, sondern für alle Wasserversorger in Deutschland ein praktisches Handbuch zu entwickeln, das zeigt: Ja, man kann das schaffen – und so bleibt unser Trinkwasser auch in Zukunft sicher, egal wie das Wetter wird.

Ziele und Vorgehen

Das Projekt hat drei Hauptziele: Erstens soll analysiert werden, welche Klimadaten in Deutschland überhaupt verfügbar sind – in welchen analogen oder digitalen Formaten, mit welcher Genauigkeit und wie nutzerfreundlich sie sind. Zweitens wird untersucht, welche Informationen die Wasserversorger wirklich brauchen – und ob kleine und große Betriebe unterschiedliche Bedarfe haben. Drittens wird ein bewährtes Risikomanagement-Tool, der sogenannte „Water Safety Plan“ (WSP), um Klimaaspekte erweitert und in drei Pilotbetrieben getestet. Dabei geht es darum, konkrete Gefahren – wie etwa Salzwasser im Grundwasser oder hitzebedingte Rohrbrüche – zu identifizieren, einzuschätzen und Maßnahmen dagegen zu entwickeln. Die Pilotversorger werden vom Projektteam begleitet: mit Schulungen, Workshops und regelmäßigen Treffen. Parallel werden internationale Erfahrungen gesammelt – wie andere Länder mit Klimarisiken im Trinkwasser umgehen. Die Ergebnisse fließen in überarbeitete Schulungsmaterialien ein, die anschließend kostenlos an alle Wasserversorger und Gesundheitsämter weitergegeben werden. Außerdem werden die Erkenntnisse auf Fachkongressen präsentiert und in wissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht – damit sie nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis wirken.

Perspektiven für die Praxis

Die Projektergebnisse haben direkte Auswirkungen auf den Gesundheitsschutz: Sie helfen, die Vorgaben der Trinkwasserverordnung umzusetzen – und damit die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu schützen. Denn wenn Wasserversorger ihre Systeme klimaresilient gestalten, verhindern sie nicht nur technische Probleme, sondern auch gesundheitliche Risiken – wie Krankheitserreger oder Schadstoffe im Trinkwasser. Das Projekt schafft zudem Transparenz: Es zeigt, welche Klimadaten verfügbar sind und wie sie genutzt werden können – und hilft, Lücken zu schließen. Die entwickelten Handlungsempfehlungen und Schulungsmaterialien werden Gesundheitsämtern helfen, die Risikomanagement-Pläne der Wasserversorger besser zu prüfen und zu begleiten. Langfristig kann das Projekt auch als Vorbild für andere Bereiche dienen – etwa für die Abwasserentsorgung oder die Energieversorgung –, die ebenfalls vom Klimawandel betroffen sind. Und nicht zuletzt: Es stärkt das Vertrauen der Bevölkerung in die öffentliche Wasserversorgung – denn wer weiß, dass sein Wasser auch bei Hitze oder Starkregen sicher ist, fühlt sich besser geschützt. Kurz gesagt: „RisTkli“ macht Trinkwasser nicht nur sauber – sondern auch widerstandsfähig gegen die Herausforderungen der Zukunft.

Weitere Informationen

Stand: 15. April 2026

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