Begleitmonitoring im Rahmen der Einführung des Can-nabisgesetzes in Deutschland – Phase II (AMoCan II)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheitsförderung und Prävention“

Ein Wissenschaftler entnimmt Proben von schmutzigem Wasser aus einem Fluss und füllt sie in ein Reagenzglas.

Projektleitung

Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus - Institut für Pharmakologie und Toxikologie
Prof. Dr. Bertold Renner
Helmholtzstraße 10
01062 Dresden

Projektlaufzeit

01.02.2026 bis 31.12.2027

Motivation

Der Konsum psychoaktiver Substanzen ist in Deutschland verbreitet. Die Entkriminalisierung des privaten und nichtgewerblichen Anbaus, Besitzes und Konsums von Cannabis stellt eine grundlegende Änderung im Umgang mit dieser Substanz dar, deren Auswirkungen auf das Konsumverhalten schwer vorherzusehen ist. Untersuchungen des Abwassers konnten in den vergangenen zehn Jahren als Methode etabliert werden, um zeitliche und räumliche Unterschiede in der Häufigkeit und Intensität von Substanzkonsum und Krankheiten zu überwachen.

Vor diesem Hintergrund finanzierte das Bundesministerium für Gesundheit ein Vorprojekt (AMoCan) zur Etablierung der Analytik von Cannabis-Rückständen und zur Erhebung des Aufkommens dieser Rückstände, das nun fortgesetzt werden soll.

Ziele und Vorgehen

Im Rahmen des Anschlussprojektes von AMoCan soll in Phase II das bereits entwickelte Abwasserbegleitmonitoring von Drogenrückständen weiter etabliert werden. Im Rahmen der Untersuchungen sollen die einwohnerspezifischen Mengen von Cannabisrückständen im Abwasser untersucht und systematisch zur Bewertung der Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) herangezogen werden. Es ist geplant, die Probenentnahmen und -logistik an ca. 30 Standorten über verschiedene Bundesländer hinweg zu koordinieren. Das Abwasser soll auf Cannabis (THC-Metabolit) und andere Drogenrückstände hin analysiert werden, um eine Berechnung zu regionalen Konsumeinheiten sowie des bevölkerungsweiten Konsums an den Untersuchungsstandorten durchführen zu können. Darauf basierend sollen sich regionale Vergleiche und Hochrechnungen anschließen. Dabei sollen die zeitlichen und räumlichen Entwicklungen von Konsummengen bewertet und eine Identifikation von geographischen und sozio-demographischen Einflussfaktoren auf den bevölkerungsweiten Konsum abgeleitet werden. Die erhobenen Daten sollen zudem das vom BMG parallel geförderte Vorhaben EKOCAN („Begleitende wissenschaftliche Evaluation des Konsumcannabisgesetzes“) ergänzen, an das die Weitergabe der in AMoCan II erhobenen Daten und Auswertungen erfolgen soll.

Perspektiven für die Praxis

Mit dem Vorhaben wird eine erhebliche Forschungs- und Wissenslücke in Deutschland im Bereich des Monitorings zur abwasserspezifischen Untersuchung des Drogenkonsums geschlossen und es werden Handlungsempfehlungen für eine langfristige Beobachtung abgeleitet.

Weitere Informationen

Stand: 24. März 2026

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