Fortführung des Erlanger Schlaganfallregisters 2026 mit dem wissenschaftlichen Schwerpunkt „Bekanntheit und Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen bei Schlaganfallpatienten“ (ESPro 2026)
Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheitsversorgung“
Projektleitung
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Interdisziplinäres Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health (IZPH)
Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Projektlaufzeit
01.01.2026 bis 31.12.2026
Motivation
Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Darüber hinaus sind Schlaganfälle mit einer sehr hohen Krankheitslast und erheblichen sozialen und finanziellen Folgen (Arbeitsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, etc.) verbunden. Um die Entwicklung der Krankheitslast und den damit einhergehenden Versorgungsbedarf abschätzen zu können, wird eine belastbare epidemiologische Datengrundlage benötigt. Hierzu dient das Erlanger Schlaganfallregister (ESPro). Dieses erhebt kontinuierlich Daten zur Häufigkeit und Verteilung von Schlaganfällen und deren Risikofaktoren in der Bevölkerung der Stadt Erlangen. Für das wissenschaftliche Schwerpunktthema Bekanntheit und Inanspruchnahme von Früherkennungs-untersuchungen bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten werden die bereits geschaffenen Grundlagen und Vorarbeiten des ESPro genutzt.
Ziele und Vorgehen
Das ESPro ist als ein regionales, bevölkerungsbasiertes Register in der Stadt Erlangen angelegt, in das alle Schlaganfälle unabhängig von Altersgruppe und Schweregrad der Ausprägung eingeschlossen werden. Der Verlauf der erfassten Patientinnen und Patienten wird zu Beginn in Abständen von drei und zwölf Monaten und danach jährlich bis zum Lebensende weiterverfolgt. Durch die Datenerhebung können Ersterkrankungsraten (sogenannte Inzidenz), Behinderungsraten und Sterblichkeitsraten (sogenannte Letalität) ermittelt, sowie Risikofaktoren und Begleiterkrankungen dargestellt werden. Das Ziel dieses Projekts ist die Erfassung und Bereitstellung dieser Daten innerhalb der Erlanger Bevölkerung im Jahr 2026 für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) und die Abschätzung der Entwicklung der Krankheitslast durch Schlaganfall in Deutschland. Darüber hinaus soll in 2026 adressiert werden, inwieweit bestehende Früherkennungs- und Präventionsangebote, insbesondere im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung, bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten bekannt sind, bereits zuvor in Anspruch genommen wurden und welche Folgen sich daraus ergeben haben. Es soll zudem ermittelt werden, welche verhaltensbezogenen Risikofaktoren (Rauchen, Mangel an körperlicher Bewegung, Alkohol) bei den Patientinnen und Patienten bekannt waren.
Perspektiven für die Praxis
Durch das langjährige Bestehen des Erlanger Schlaganfallregisters kann die Entwicklung der Häufigkeit und der Krankheitslast des Schlaganfalls über einen langen Zeitraum beurteilt werden. Eine Auswertung der Daten kann für mögliche Trendaussagen, für die Versorgungsplanung und ebenfalls zur Beleuchtung weiterer Aspekte von Hirn-Kreislauf-Erkrankungen genutzt werden. Der thematische Fokus zur Ermittlung von Daten zu Bekanntheit und Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen sowie verhaltensbezogenen Risikofaktoren wird die Studienlage in diesem Bereich sinnvoll erweitern. Die Erhebung der Daten erfolgt in der Modellregion Erlangen, die Erkenntnisse können jedoch modellhaft auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden. Über die Ergebnisse des Registers werden sowohl die Fachöffentlichkeit als auch die breite Öffentlichkeit und die beteiligten Patientinnen und Patienten in Veröffentlichungen, z. B. im Rahmen der GBE, in Anschreiben und Zeitungsartikeln informiert. Diese Datenerhebung trägt dazu bei, die Datengrundlagen wie auch perspektivisch die Diagnostik und Versorgung von betroffenen Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Weitere Informationen
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Überblick aller Handlungsfelder der Ressortforschung
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