Datenbank der Ressortforschung

CANJUStop - CAN Stop Gruppentraining gegen problematischen Cannabiskonsum in der Jugendhilfe

Handlungsfeld: „Gesundheitsförderung und Prävention“

Gruppentraining für junge Menschen gegen problematischen Cannabiskonsum
Gruppentraining für junge Menschen gegen problematischen Cannabiskonsum

Projektleitung

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Zentrum für Psychosoziale Medizin - Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters
Frau PD Dr. Kerstin Paschke
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Projektlaufzeit

01.07.2023 - 01.04.2026

Projektbeteiligte(r)

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
  • Universität zu Lübeck - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Lübeck - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Universitätsklinikum Leipzig - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Motivation

Cannabis ist weltweit ‑ und auch in Deutschland ‑ die am häufigsten konsumierte illegale Substanz. Der Konsum im Jugendalter ist besonders riskant und wird deshalb für Jugendliche in Deutschland auch nach Umsetzung des von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesvorhabens zum kontrollierten Eigenanbau und gemeinschaftlichen Anbau in Anbauvereinigungen weiterhin verboten bleiben. Zudem ist das Risiko, an Suchtstörungen zu erkranken, für Jugendliche, die in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe betreut werden, besonders hoch. Sie konsumieren vergleichsweise viel Cannabis und stellen eine überdurchschnittlich belastete Risikogruppe dar. Dennoch gibt es kaum evaluierte Präventions- und Hilfsangebote für diese Zielgruppe. Das Vorhaben verfolgt deshalb den Ansatz, ein bereits in einem anderen Kontext erprobtes und wirkungsvolles Gruppentraining gegen problematischen Cannabiskonsum auf den Kontext der stationären Jugendhilfe zu übertragen.

Ziele und Vorgehen

Hauptziel des Projektes ist es, in einem wissenschaftlich begleiteten und beteiligungsorientierten Verfahren das Gruppentraining „CAN Stop“ gegen problematischen Cannabiskonsum auf die stationäre Jugendhilfe zu übertragen.

Dabei wird wissenschaftlich überprüft, ob die Übertragung des Konzeptes gelungen ist und wie gut es bei der Zielgruppe wirkt. Insbesondere soll mit dem Training erreicht werden, dass die Jugendlichen weniger Cannabis konsumieren (Intensität und Häufigkeit) und auch das Ausmaß einer möglichen Suchtproblematik bei den einzelnen Jugendlichen reduziert wird. Insgesamt wird das Projekt mit mindestens 100 Jugendlichen aus mindestens 10 Einrichtungen in Norddeutschland (Hamburger Raum) durchgeführt. Das Gruppentraining umfasst jeweils acht wöchentliche Sitzungen, die etwa 90 Minuten dauern.

Perspektiven für die Praxis

Da es bundesweit und international einen Mangel an evaluierten Suchtpräventionsprogrammen im Kontext der Jugendhilfe gibt, können die Ergebnisse einen guten Beitrag leisten, die Versorgung für eine besondere Risikogruppe zu verbessern. Sollte die Erprobung gelingen und positive Ergebnisse zur Reduktion von Cannabiskonsum bei den Jugendlichen zeigen, könnte dieses Programm bundesweit in anderen Einrichtungen der Jugendhilfe angewandt werden.

Hierfür werden übertragbare Empfehlungen für die Umsetzung des Gruppentrainings abgeleitet und Materialien erstellt, die eine bundesweite Implementierung ermöglichen. Nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten werden von Anfang an berücksichtigt.

Der Wissenstransfer der praxisnahen Ergebnisse in die Fachöffentlichkeit, die Sucht- und Jugendhilfe sowie das Gesundheits- und Gesundheitsbildungssystem findet im Rahmen bereits vorhandener Netzwerke zur Prävention und Gesundheitsförderung statt.

Weitere Informationen

  • Überblick aller Handlungsfelder der Ressortforschung

    Das BMG richtet seine Ressortforschung an übergeordneten gesundheitspolitischen Handlungsfeldern aus. Hier gelangen Sie zur Übersichtsseite der Forschungsthemen.

Stand: 2. August 2023

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