Entwicklung und Evaluation einer MENTalisierungsInformierten Gruppenintervention für Eltern mit einer Suchterkrankung im stationären Setting (MENTIS)
Handlungsfeld: „Gesundheitsförderung und Prävention“
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Projektleitung
MSH Medical School Hamburg GmbH
Prof. Dr. Sonja Bröning und
Prof. Dr. Lutz Wartberg
Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg
Projektlaufzeit
01.06.2026 - 31.05.2029
Motivation
Kinder suchtkranker Eltern sind einem erheblich erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen, Verhaltensprobleme und der Entwicklung eigener Suchtstörungen ausgesetzt. Neben der genetischen Komponente sind belastende familiäre Erfahrungen, die oft mit unsicherer Bindung, mangelnder Emotionsregulation und nicht förderlichem Erziehungsverhalten einhergehen, für die Entwicklung relevant. Obwohl jährlich rund 11.000 Eltern mit minderjährigen Kindern in stationären Suchteinrichtungen behandelt werden, bleibt die Elternrolle in diesen Einrichtungen bislang kaum adressiert. Ein systematisches Training (Intervention), das speziell auf die Bedürfnisse suchtkranker Eltern in stationären Suchteinrichtungen zugeschnitten ist, fehlt bislang.
Ziele und Vorgehen
Das übergeordnete Ziel des Projekts MENTIS ist die Entwicklung, Pilotierung und multizentrische Überprüfung einer neuen, „mentalisierungsbasierten“ Gruppenintervention für suchtkranke Eltern mit minderjährigen Kindern im stationären Suchthilfebereich. Bei der „Menatlisierungsfähigkeit“ handelt es sich um die Fähigkeit, innere Zustände (eigene und die anderer) in sozialen Interaktionen und deren Zusammenhänge mit Gefühlen, Intentionen und Verhalten zu verstehen, um letztlich die eigene Erziehungsfähigkeit verbessern zu können. Das Training soll die elterliche Mentalisierungsfähigkeit, die Emotionsregulation und das Erziehungsverhalten verbessern, um langfristig die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken und das Risiko für die Kinder zu senken, später selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln.
Perspektiven für die Praxis
Die Ergebnisse des Projekts MENTIS haben unmittelbare Relevanz für die Gesundheitspolitik und die Versorgungspraxis. Das Projekt adressiert ein zentrales Versorgungsdefizit und kann die Wirksamkeit der Suchtrehabilitation bei Eltern erhöhen, indem sie die Eltern-Kind-Beziehung stärkt und damit Rückfälle verhindert. Für die Praxis bedeutet dies, dass stationäre Einrichtungen ein standardisiertes, flexibles, kindesalters- und substanzunabhängiges Programm zur Verfügung haben, das auch ohne Anwesenheit der Kinder durchführbar ist. Langfristig kann das Projekt zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz und Lebensqualität betroffener Familien beitragen und die Zusammenarbeit zwischen Sucht- und Jugendhilfe stärken.
Stand: 16. Juli 2026